Bonn, 6. April 2011 - Die Bundesnetzagentur hat heute den Jahresbericht 2010 vorgestellt. Auch wenn aus aktuellem Anlass diesmal der Schwerpunkt des
Papiers verstärkt auf den Stromnetzen liegt, so ist der Jahresbericht
doch weiterhin auch eine profunde Quelle zur Beurteilung der
TK-Marktentwicklung.
Nach Behördenangaben wurde im Jahr 2010 die unglaubliche Datenmenge von
ca. 3,2 Exabyte (Ebyte) (also 3,2 Mrd. Gbyte) über Breitbandanschlüsse
im Festnetz generiert, 9 % mehr als im Vorjahr. Im Mobilfunk verdoppelte
sich das Datenvolumen von 33,29 Mio. Gbyte im Jahr 2009 auf etwa 65
Mio. Gbyte im vergangenen Jahr. Trotzdem ist der Gesamtumsatz im
TK-Markt weiterhin leicht rückläufig (2010: 59,1 Mrd. EUR, 2009: 60,4
Mrd. EUR).
5,9 Mrd. EUR seien 2010 investiert worden (3,1 Mrd. EUR von alternativen
Betreibern, 2,8 Mrd. EUR von der Deutschen Telekom; 3,9 Mrd. EUR in
TK-Festnetze, 0,7 Mrd. EUR in Kabel-TV-Netze, 2,0 Mrd. EUR in
Mobilfunknetze).
Im Berichtszeitraum gab es in Deutschland 26,2 Mio. Breitbandanschlüsse.
Mit ca. 23 Mio. Anschlüssen blieb DSL dominierend. Kabelnetzbetreiber
erzielten hohe Zuwachsraten und vereinen 2,9 Mio. Anschlüsse auf sich.
0,26 Mio. Glasfaseranschlüsse (FTTH/FTTB) fallen hingegen statistisch
kaum ins Gewicht. Über alle Festnetz-Breitbandanschlussarten zusammen
halten die Wettbewerber mit 54 % mehr als die Hälfte. Auch wenn die
Nutzungsmöglichkeiten des neu geschaffenen Infrastrukturatlasses von
allen Seiten noch heftig kritisiert werden – laut BNetzA habe er
„investierenden Unternehmen gute Dienste geleistet.”
Der Regulierer registriert nach der Versteigerung der digitalen
Dividende im Vergleich zum seinerzeitigen UMTS-Aufbau wesentlich
stärkere LTE-800-Aktivitäten: „Für Tausende von Antennen gingen Anträge
auf Genehmigung der technischen Funkparameter ein.” Präsident Matthias
Kurth hob zudem die Möglichkeiten „sektorübergreifender Synergien“
zwischen Energieversorgungs- und TK-Netzen hervor. (bac)
|