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Entscheidungsentwurf Vectoring im HVt-Nahbereich vorgelegt
Bonn, 23. Novemver 2015 - Die Bundesnetzagentur hat heute ihren Entscheidungsentwurf External link für die Rahmenbedingungen veröffentlicht, zu denen Wettbewerber in den nächsten Jahren den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) der Telekom Deutschland GmbH (Telekom), der sog. "letzten Meile", erhalten können.



Demnach kann die Telekom den Zugang zur TAL in der unmittelbaren Umgebung ihrer Hauptverteiler (HVt), den sog. "Nahbereichen", verweigern, falls sie dort ihre Anschlüsse mit der VDSL2-Vectoring-Technologie erschließt. Das gilt jedoch nicht ausnahmslos: Ein Wettbewerber kann auch künftig in einem Nahbereich auf die "letzte Meile" zugreifen, wenn er sich, so die Beörde "in einem Gebiet bisher in stärkerem Maße bei der DSL-Erschließung von Kabelverzweigern ... und damit flächendeckender als die Telekom engagiert hat". Dort kann er die Nahbereiche selber mit VDSL2-Vectoring erschließen, um so sein Versorgungsgebiet zu vervollständigen. Hierfür muss er bis Ende Mai 2016 eine verbindliche Ausbauzusage vorlegen.   
Als Ersatz für den in den Nahbereichen künftig nicht mehr überall verfügbaren Zugriff auf den "blanken Draht" muss die Telekom ihren Konkurrenten ein lokales virtuell entbündeltes Zugangsprodukt (VULA) anbieten, "das in seinen Eigenschaften der entbündelten TAL sehr nahe kommen muss", hieß es bei der BNetzA.
In der Abwägungsentscheidung über die Verwendung der Vectoring-Technik in den Nahbereichen ist die von der Telekom in Aussicht gestellte einseitige Ausbau- und Investitionszusage mitberücksichtigt worden. Die Telekom habe im laufenden Regulierungsverfahren den Entwurf eines konkreten Angebots vorgelegt, in dem sie sich aus eigenen Stücken einseitig dazu verpflichte, bundesweit alle Nahbereiche bis Ende 2018 mit der Vectoring-Technik zu erschließen. 
Die bereits in der ersten Vectoring-Entscheidung vom August 2013 festgelegten Regelungen für den Einsatz von Vectoring außerhalb des Nahbereichs werden im Grundsatz beibehalten. 
Der Entscheidungsentwurf sieht vor, dass sich die Telekom die Entgelte für den Zugang zur Kupfer-TAL und zum korrespondierenden VULA-Produkt der Genehmigungspflicht nach dem Maßstab der Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung genehmigen lassen muss. Die Entgelte für die Glasfaser-TAL sollen wie bisher der nachträglichen Entgeltregulierung nach den Maßstäben der Missbrauchskontrolle unterliegen; die Prüfung dieser Entgelte auf hinreichende Abstände zu Endkundenpreisen und anderen Vorleistungsentgelten (Preis-Kosten- und Kosten-Kosten-Scheren-Tests) sei auch weiterhin als ausreichend zur Sicherung des Wettbewerbes anzusehen. 
Der Entscheidungsentwurf ist auf der Internetseite der Bundesnetzagentur unter www.bundesnetzagentur.de/BK3-15-004 External link veröffentlicht. Interessierte Parteien haben bis zum 18. Januar 2016 Gelegenheit, schriftlich Stellung zu nehmen. Am 10. Dezember 2015 findet zudem eine öffentliche mündliche Anhörung vor der zuständigen Beschlusskammer 3 in Bonn statt.   
 
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