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Große Pläne
Bonn, 1. Oktober 2012 - Die Deutsche Telekom hat heute im NGA-Forum ihre Pläne zur Einführung von Vectoring vorgestellt. Demnach sollen, sofern bestimmte Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden können, in den nächsten vier Jahren 24 Mio. Teilnehmeranschlussleitungen mit dynamischem spektralen Management - besser bekannt als Vectoring - ausgestattet werden.

Ein Thesenpapier der Telekom Deutschland GmbH beschreibt Ausgangspunkt, Pläne und Absichten im Wortlaut wie folgt:

- Ein flächendeckender Glasfaserausbau bis in die Wohnungen (Fiber to

the Home, FTTH) kostet nach Expertenschätzung bis zu 80 Mrd. Euro.

- Deutlich günstiger wird der Glasfaserausbau, wenn er nicht

flächendeckend bis zu den Wohnungen, sondern primär bis zu den

Kabelverzweigern, den grauen Kästen in den Straßen, erfolgt (Fiber to

the Curb, FTTC).

- Durch den FTTC-Ausbau, ergänzt um die Vectoring-Technologie,

könnten Haushalte Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro

Sekunde im Download erreichen - das ist doppelt so viel wie die

bisherige Geschwindigkeit über VDSL. Beim Hochladen (Upload), bietet

Vectoring bis zu 40 Megabit pro Sekunde und damit deutlich mehr als

die Kabelnetzbetreiber.

- Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, wäre die Telekom bereit, die

Investitionen ins Festnetz massiv auszuweiten und in den kommenden

vier Jahren circa 24 Millionen Haushalte mit Vectoring zu versorgen.

- Damit die dafür nötigen Investitionsmittel nicht entzogen werden, sollte

die Bundesnetzagentur wichtige Vorleistungsentgelte nicht weiter

absenken. Auch die EU-Kommission hat sich für diese veränderte

Regulierungspolitik ausgesprochen.

- Zudem muss der Regulierer zunächst grünes Licht für die Vectoring-

Technik geben. Dafür führt die Telekom jetzt mit der Behörde und

Wettbewerbern Gespräche (Auftakt im NGA-Forum am 1. Oktober).

- Grundsätzlich profitieren die Wettbewerber, die das Netz der Telekom

nutzen, von der Einführung von Vectoring. Auch sie können ihren

Kunden dadurch leistungsfähigere Anschlüsse bieten und sind damit

gegenüber den Kabelnetzbetreibern besser aufgestellt.

- Durch die Vectoring-Technologie werden elektromagnetische

Störungen zwischen den Leitungen ausgeglichen – dadurch sind

höhere Bandbreiten möglich. Um diesen Ausgleich zu ermöglichen,

muss der Betreiber allerdings die Kontrolle über sämtliche Leitungen

haben. Das bedeutet: Andere Betreiber können keine eigene Technik

an den Kabelverzweigern installieren. Das Vorleistungsprodukt KvZ-TAL

(die Teilnehmeranschlussleitung, die nur bis zum Kabelverzweiger

reicht) kann dann nicht mehr angeboten werden.

- Die Telekom würde für Wettbewerber stattdessen einen Bitstream-

Anschluss als Vorleistungsprodukt zur Verfügung stellen. Um sich

Chancen und Risiken zu teilen, würde die Telekom auch für dieses

Vorleistungsprodukt vergünstigte Kontingente mit Vorauszahlungen

(„Kontingent-Modell“) anbieten. Damit könnten Wettbewerber und

Telekom gemeinsam für eine bessere Auslastung der Infrastruktur

sorgen.

- Die normale Teilnehmeranschlussleitung (TAL), die letzte Meile, die bis

zu den Hauptverteilern reicht, wäre von der Einführung der Vectoring-

Technik nicht betroffen. Betroffen wären nur die wenigen Fälle, in

denen Wettbewerber KvZ-TAL gebucht haben:

- Anzahl vermieteter TAL insgesamt: ca. 9,6 Mio., davon KvZ-TAL:

ca. 140.000

- Anzahl Kabelverzweiger: ca. 330.000, davon von

Wettbewerbern erschlossen: ca. 8.200

- Für die relativ wenigen Fälle der KvZ-TAL müssen Lösungen gefunden

werden. Darüber will die Telekom mit Wettbewerbern und der

Aufsichtsbehörde sprechen.

 
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