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Mehr als doppelt so viele Angriffe auf Telekom-Sensoren im vergangenen Jahr

Die Telekom macht auf wachsende Gefahren durch Hacker aufmerksam. Anfang April hatte der Konzern 46 Mio. tägliche Angriffe auf seine Honeypots. Dies ist ein neuer Spitzenwert. Im Schnitt gab es im letzten Monat 31 Mio. Angriffe pro Tag. Im April 2018 waren es durchschnittlich noch 12 Mio.. Der April-Wert 2017 lag noch bei 4 Mio. Die Angriffszahlen steigen exponenziell. Dies gab der Konzern im Vorfeld der am 23. Mai 2019 beginnenden Potsdamer Sicherheitskonferenz bekannt.

Honeypots sind digitale Fallen im Internet. Vergleichbar sind sie Honigködern für Bären. Der Konzern lockt damit absichtlich Angreifer an. Die Telekom analysiert die Attacken und macht aus den Erfahrungen eigene Systeme und die von Kunden sicherer. Dirk Backofen, Leiter Telekom Security, sagt: „Fünfzig Milliarden Geräte werden wir nächstes Jahr im Internet sehen. Jeder und alles ist vernetzt und braucht Cybersecurity. Dies schafft niemand allein. (…) Nur im Schulterschluss zwischen Politik, Wissenschaft und der Privatwirtschaft werden wir erfolgreich die Hacker in die Schranken weisen können.“ Die Telekom veröffentlicht auch eine Statistik zu Angriffen auf Lockfallen. Danach zielten 51 % der Attacken auf die Netzsicherheit. Hacker konzentrierten sich dabei auf Schnittstellen für die Fernwartung von Computern. In 26 % der Fälle ging es dem Angreifer um die Kontrolle über einen fremden Rechner. Rund 7 % der Attacken zielten auf Passwörter. 5 % der Angriffe galten Internetseiten. Die Telekom Security beobachtet täglich drei bis acht unbekannte Angriffstaktiken. Aus den im Schnitt monatlich 250 neuen Hacker-Tricks lernt der Konzern Abwehr für sich selbst und seine Kunden. Heftiger werden auch die Angriffe auf Fest- und Mobilfunknetz der Telekom. So feuerten im April Botnetze 5,3 Bio. Datenpakete auf die Telekom. Im Vorjahr waren es noch 330 Mrd. Botnetze bestehen aus einer großen Zahl gekaperter Computer oder Smartphones. Fremd gesteuert senden diese gemeinsam Datenpakete auf ein Ziel. Verträgt das Ziel den Ansturm der Daten nicht, bricht es zusammen. An den Übergängen von ihrem Netz zum Internet hat die Telekom Sensoren installiert. Diese fanden heraus: Botnetze nutzen Internetsurfer von Unternehmen aus. Sie greifen an, wo Firmen zwangläufig Datenwege freihalten. Dort schützen keine Firewalls. Wo der Internetbrowser seine Datenpakete aus dem Netz bekommt, lauern die gekaperten Zombierechner. Neben exponenziell steigenden Zahlen registriert die Telekom Security grundsätzliche Trends bei Cyberattacken. So entsteht seit Jahren eine Hackerindustrie. Gruppen spezialisieren sich auf bestimmte Angriffstypen und bieten diese an. Ein Kunde stellt sich die Services verschiedener Gruppen dann je nach Bedarf und Ziel zusammen. Nach wie vor kommen die meisten Hackergruppen aus China und Russland. Dabei steigt der Anteil von Attacken mit künstlicher Intelligenz. Angriffe sind daher heute viel schneller erfolgreich. Die Cyberabwehr setzt das unter Druck. Sie kontert immer mehr mit Gegenmaßnahmen in Echtzeit. Das integrierte Cyber Defense und Security Operation Center (SOC) schützt die IT der Telekom. Der Konzern hat das Zentrum 2017 in Bonn gegründet. Es ist das größte seiner Art in Europa. Das SOC sichert auch mehrere DAX-30-Unternehmen und eine Vielzahl weiterer Firmen. Ähnliche Zentren hat die Telekom weltweit. Alle sind miteinander vernetzt und bilden gemeinsam mit dem SOC in Bonn einen Verbund. 240 Experten wehren in den SOCs rund um die Uhr Attacken ab. Sie analysieren, welche Absicht oder Fähigkeiten Hacker haben. Und untersuchen ihre Taktik (Threat Intelligence). IT-Forensiker kommen bei kriminellem Handeln hinzu. Sie rekonstruieren Angriffe und sichern Beweise. Mit allen gewonnenen Informationen verbessert die Telekom so die eigene Technik für die Cyberabwehr. Wichtige Daten liefern dabei die weltweit installierten Honeypots.
 
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