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Bonn, 16.09.2011 - Einen
Blick in neue Fernsehdimensionen konnten die gut 180 Teilnehmer des
Glasfaser-Symposiums "Vom City-Carrier zum TV-Anbieter" werfen, das
der Bundesverband Breitbandkommunikation e. V. (BREKO) mit Unterstützung der
Ericsson GmbH am 14. September 2011 in Frankfurt veranstaltete.
BREKO-Vizepräsident
Johannes Pruchnow, Managing Director Business der Telefónica Germany GmbH
& Co. OHG und Vizepräsident des BREKO führte zunächst in die Thematik ein:
"Die Voraussetzungen für den Markterfolg von IPTV haben sich in den
vergangenen Jahren deutlich verbessert. Hochleistungsfähige Breitbandnetze, die
die notwendigen Anschlussbandbreiten liefern, sind inzwischen weit verbreitet,
die Technologie ist marktreif und die Vorteile und Möglichkeiten von IPTV sind
beim Endkunden angekommen." Pruchnow warnte gleichzeitig vor einem
Breitband-Universaldienst, wie er zurzeit von Teilen der Politik diskutiert
wird: "Die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes ist eine
Erfolgsgeschichte mit großem Nutzen für die Verbraucher. Der eingeschlagene Weg
sollte gerade beim anstehenden Auf- und Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen
konsequent weitergegangen werden."
Diese Forderung des
BREKO unterstützte auch Georg Matzner, Referatsleiter für Technologiepolitik
und Telekommunikation im Hessischen Wirtschaftsministerium. Da der
Universaldienst den Breitbandausbau nur verzögere, sei das hessische Konzept
wesentlich sinnvoller. Dieses ziele darauf ab, den Landkreisen in Hessen das
erforderliche Know-how sowie Informationen über nutzbare Infrastrukturen
transparent verfügbar zu machen und das wirtschaftliche Risiko für die
Landkreise durch die Übernahme von Bürgschaften zu minimieren.
Stefan Koetz,
Geschäftsführer der Ericsson GmbH, schlug in seinem Impulsvortrag den Bogen vom
klassischen Fernsehen zum interaktiven "social medium" als dem TV der
Zukunft in einer vernetzten Gesellschaft: "Fernsehen, Videodienste und
Internet werden in den kommenden Jahren weitgehend verschmelzen. Der Zuschauer
kann dann überall auf jedem Endgerät mit Bildschirm - ob Flachbildfernseher,
Tablet-PC oder Smartphone - die gleichen Angebote nutzen. Aus dem Zuschauer als
Konsument wird endgültig der interaktive Nutzer und Produzent, der sich mit
Freunden und Bekannten in sozialen Foren über Inhalte austauscht. Voraussetzung
dafür werden flächendeckend verfügbare Glasfaser- und Mobilfunk-Breitbandnetze
sein, die höchste Qualität und Verfügbarkeit garantieren."
Robert Amlung,
Beauftragter für Digitale Strategien und Mitglied der Geschäftsleitung des ZDF,
stellte anschließend die Herausforderungen und Chancen dar, die sich infolge
der technischen Entwicklung und das dadurch geänderte Nutzerverhalten aus der
Perspektive eines großen öffentlich-rechtlichen Senders ergeben. So sei das
klassische lineare Fernsehen bei weitem nicht mehr der einzige Weg der
Programmverbreitung. Die Angebote der ZDF-Mediathek könnten über verschiedene
IP-fähige Endgeräte stationär und mobil genutzt werden, was eine immer größere
Akzeptanz bei den Nutzern erfahre.
Im weiteren Verlauf
der Veranstaltung erläuterten Jörg Figura, Geschäftsführer der DOKOM21, und
Michael Klütz, Projektmanager IPTV bei der EWE TEL, anhand konkreter Projekte
ihrer Unternehmen, wie verschiedene TV-Optionen als Treiber für den
Glasfaserausbau genutzt werden können.
In der
anschließenden Podiumsdiskussion erläuterte die Vizepräsidentin der
Bundesnetzagentur, Dr. Iris Henseler-Unger, wie die Behörde auch jenseits der
klassischen Regulierung zum Ausbau von NGA-Netzen beiträgt: "Mit dem
NGA-Forum haben wir eine Plattform geschaffen, die hochrangige Vertreter der
Netzbetreiber, Hersteller, Länder und Kommunen zu einem konstruktiven Dialog
zusammenbringt. Besonders hervorzuheben ist der Erfolg der Arbeitsgruppe
Interoperabilität. Über die jeweiligen Netz- und Technologiegrenzen hinweg
werden gemeinsame Vorstellungen über technische Standards sowie die Anpassung
von Geschäftsprozessen vereinbart. Zudem soll der durch die
Bundesnetzagentur im Aufbau befindliche Infrastrukturatlas Informationen über
bereits vorhandene Infrastrukturen liefern und dazu beitragen, Synergien beim
Ausbau zu heben."
Das Fazit dieser
Veranstaltung, bei denen die Teilnehmer auch
"IPTV zum Anfassen" erleben konnten, zog BREKO-Geschäftsführer Dr.
Stephan Albers: "Die Beiträge und Diskussion haben deutlich gemacht, dass
die BREKO-Mitgliedsunternehmen als neue und ernstzunehmende Spieler in den
TV-Markt einsteigen. Das dient vor allem den Verbrauchern, die künftig auch im
TV-Markt von einem lebendigen und innovativen Wettbewerb profitieren werden. (Quelle: BREKO)
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