10/2025 Netzwerke Security Kommunikation Smart Technology Cybersicherheit und Drohnenabwehr Neue Herausforderungen für krisensichere Rechenzentren PMRExpo 2025 Datenkommunikation und Cybersecurity im Fokus IT Zeitschriften GbR, Friederike-Fliedner-Weg 34a, 40489 Düsseldorf Rechenzentren in Europa Energiebedarf - nukleare Option steht bevor Herausforderung Datenaufbewahrung Versteckte Risiken der SaaSDatenaufbewahrungsrichtlinien
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3 www.net-im-web.de EDITORIAL Das Thema Künstliche Intelligenz ist in aller Munde, berührt tatsächlich auch so gut wie alle wirtschaftlichen Sparten sowie die meisten Bereiche des täglichen Lebens. Und zweifellos sprechen sowohl Unternehmen, Hersteller, Industrie und Politik dem Einsatz von KI großen Nutzen zu. Selbstverständlich geregelt, kontrolliert und durch gesetzliche Rahmen gelenkt. So weit so gut. Doch in dieses Stimmungsbild grätschen jetzt prominente Personen aus dem öffentlichen Leben und der Wissenschaft. Darunter unter anderem KI-Pionier Stuart Russell, der KI-Visionär Yoshua Bengio, Steve Wozniak oder Prinz Harry. In einem kürzlich in den USA veröffentlichten offenen Brief warnen sie davor, die Entwicklungen künstlicher Intelligenz in der jetzigen Form und in dem aktuellen Tempo weiterzuentwickeln. Dabei richtet sich der Aufruf nicht gegen die Entwicklung künstlicher Intelligenz an sich, sondern gegen den aktuellen Trend der Ingenieure, eine Superintelligenz zu schaffen, die zahlreiche Aufgaben übernehmen kann, sich eigenständig Wissen aneignet und damit in letzter Konsequenz selbstständig Entscheidungen trifft, die unter anderem auch nationale Sicherheiten gefährden könnte. In einer solchen sieht man Risiken, die bis hin zur Bedrohung der menschlichen Existenz führen könnte. Dennoch betonen die Unterzeichner, dass sie mit ihrem offenen Brief keine Panikmache betreiben oder Beschwörungstheorien befeuern wollen, sondern lediglich angemessene Sicherheitsvorkehrungen fordern, bevor derartige Technologien so weit ausgereift sind, dass sie bedrohlich, in welcher Form auch immer, werden könnten. Ein anderes, nicht minder brisantes Thema ist einmal wieder die Abhängigkeit von China. Dieses Mal geht es nicht um die Pharma-Industrie, sondern Halbleiter. Die Automobilindustrie sorgt sich um die Aufrechterhaltung der Produktion, da Chips und Prozessoren aus Taiwan fehlen. Auslöser sind erneute Drohungen Chinas gegen Taiwan. Aktuell vertrauen laut Bitkom nur noch 37 Prozent der Unternehmen, die Halbleiter verwenden, den USA hinsichtlich der weiteren Versorgung mit Halbleitern. Das Problem: Die meisten Hersteller beziehen ihre Chips von Unternehmen, die ihren Hauptsitz in den USA (72 Prozent) und in China haben (63 Prozent). Angesichts dessen stellt sich die Frage, wann Politik und Unternehmen klug werden. Jedes Mal, wenn es zu einer solchen Krise kommt, ist der Ruf nach europäischen Standorten und mehr Unabhängigkeit von Asien laut. Tatsächlich geschieht in dieser Hinsicht wenig. Ihr Bernhard Reimann Die Geister, die ich rief... 10/25
4 www.net-im-web.de Inhalt Kommunikationsmanagement Längst ist klar: Künstliche Intelligenz ist eine disruptive Technologie, die in sämtlichen Branchen und Berufen Gewohntes abschafft und neue Dimensionen eröffnet. Auch die Telekommunikation steht vor einem fundamentalen Wandel. Die Zeiten, in denen Telefonie isoliert existierte, sind vorbei und die Telekommunikation ist heute ein integraler Bestandteil des IT-Systems. Seite 10 Daten- und Rechenzentren Kaum ein Bereich der digitalen Infrastruktur wächst derzeit so dynamisch wie der Rechenzentrumssektor. Die zunehmende Digitalisierung aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche, getrieben durch Cloud-Computing, künstliche Intelligenz, Streaming und mobile Anwendungen, lässt die Nachfrage nach Rechenleistung und Bandbreite rasant steigen. Ein zentraler Trend ist dabei die Miniaturisierung. Neue LWL-Stecksysteme wie die VSFF-Stecker (Very Small Form Factor) ermöglichen höhere Pa- ckungsdichten bei gleichzeitig geringerer Baugröße. Das erhöht die Effizienz im Rack und unterstützt den Trend zu High-Density-Konfigurationen, ein entscheidender Faktor, wenn immer mehr Leistung auf begrenztem Raum untergebracht werden muss. Besonders im Fokus stehen Edge-Rechenzentren, die näher an den Endkunden rücken und kurze Latenzen für Anwendungen wie Industrie 4.0, autonome Systeme oder Smart-City-Anwendungen ermöglichen. Seite 30 Netze Die Mobilfunknetze der fünften und sechsten Generation versprechen Datenraten im Gigabit-Bereich, Latenzen im Millisekunden-Segment und eine nie dagewesene Dichte an vernetzten Geräten. Diese technologische Revolution ist jedoch nur möglich, weil der verfügbare Funkraum immer weiter ausgedehnt wird. Doch je höher die Frequenz, desto empfindlicher reagieren die Signale auf kleinste Störungen. Seite 42 Netzbetreiber und -dienste Der Glasfaserausbau in Deutschland kommt voran – doch die letzte Meile bis zum Hausanschluss bleibt herausfordernd. Engpässe im Tiefbau, knappe Fachkräfte und eng kalkulierte Budgets bremsen viele Projekte. Das neue Glasfa- ser-Übergabesystem von Langmatz kombiniert Schacht, Hauseinführung sowie vorkonfektionierte Abschlusspunkte und vereinfacht so drastisch den Installations- aufwand. Seite 45 10/2025 Netzwerke Security Kommunikation Smart Technology Cybersicherheit und Drohnenabwehr Neue Herausforderungen für krisensichere Rechenzentren PMRExpo 2025 Datenkommunikation und Cybersecurity im Fokus IT Zeitschriften GbR, Friederike-Fliedner-Weg 34a, 40489 Düsseldorf Rechenzentren in Europa Energiebedarf - nukleare Option steht bevor Herausforderung Datenaufbewahrung Versteckte Risiken der SaaSDatenaufbewahrungsrichtlinien (Titelbild: Panumas Nikhomkhai, Pexels) (Foto: Aaronia) Kritische Kommunikation Ob Waldbrand, Verkehrsunfall oder Naturkatastrophe: Für Behörden und Rettungskräfte zählt in Notlagen jede Sekunde. Doch häufig fehlen genaue Informationen zur Lage vor Ort – vor allem in unübersichtlichem Gelände. Deshalb sind Vodafone, Frequentis und die Berufsfeuerwehr Rostock unter der Leitung des DLR im Förderprojekt ADELE gemeinsam angetreten, um die Bedingungen für Einsatzkräfte zuverbessern. Seite 22 (Foto: Langmatz) 10/25 (Foto: AdobeStock, Andres Meija + KI. Lizenz: SAB) (Foto: DLR)
5 www.net-im-web.de 10/2025 3 EDITORIAL 6 PERSONEN 7 TRENDS & FAKTEN KOMMUNIKATIONSMANAGEMENT 10 KI revolutioniert die Telefonie Telekommunikation zum Mitlesen Bernhard Reimann 12 KI-Assistenz DialoX Auerswald will Businesskommunikation effizienter gestalten Bernhard Reimann 13 Herausforderungen bei der Datenaufbewahrung Die versteckten Risiken der SaaS-Datenaufbewahrungsrichtlinien Bernhard Reimann 15 6G und der Griff nach den Sternen Satelliten-Konnektivität soll zum Standard in jedem Smartphone werden Bernhard Reimann 16 Netceed Hausmesse 2025 Breitbandbranche trifft sich in Kabelsketal Bernhard Reimann KRITISCHE KOMMUNIKATION 17 Gesetzentwurf zum KRITIS-Dachgesetz Viel Arbeit für Unternehmen Bernhard Reimann 19 PMRExpo 2025 führt Technologiesparten zusammen Breitbandige Datenkommunikation und Cybersecurity mehr im Fokus Bernhard Reimann 22 Drohnenprojekt ADELE für den Rettungseinsatz 5G-Drohnen liefern Live-Bilder noch vor dem Eintreffen von Rettungskräften Bernhard Reimann 24 Controlware Security Day 2025 Digitale Souveränität, Künstliche Intelligenz und Post-Quantum-Szenarien Bernhard Reimann 26 4 FRAGEN – 4 KÖPFE SCHWERPUNKT DATEN- UND RECHENZENTREN 28 Energiebedarf von Rechenzentren in Europa Die nukleare Option steht bevor Patrick Smith 30 Data Center im Fokus Rasant wachsende Anforderungen an Rechenzentren Thomas Borg 33 Cybersicherheit und Drohnenabwehr Neue Herausforderungen für krisensichere Rechenzentren Bernhard Reimann 36 Datennetze mit Anspruch Ausbau funktioniert nur mit Weitblick Jürgen Müller NETZE 38 Mobilfunkland Deutschland 5G Ausbau auf der Überholspur, 6G als nächste Investitionswelle Bernhard Reimann 40 Digitalisierung der Öffentlichen Verwaltung So meistern Bundesbehörden den digitalen Wandel Andreas Thieme 42 Präzise Spektrumanalyse in 5G- und 6G-Netzen Chancen, Risiken und die Gefahr unsichtbarer Störer Bernhard Reimann 44 Mit 5G zur Fabrik der Zukunft Ericsson rüstet Hamburger Airbus-Werk um Bernhard Reimann NETZBETREIBER UND -DIENSTE 45 Effizienz in der letzten Meile Innovatives Glasfaser-Übergabesystem beschleunigt Netzausbau Bernhard Reimann 46 Neue Maßstäbe im Glasfasermarkt 10-GBit-Technologie auf Wi-Fi 7-Basis Bernhard Reimann 47 Eine neue Ära der Automatisierung KI Agenten mischen den Field Service auf Sebastian Spicker 48 PRODUKTE 50 Impressum 10/25
6 www.net-im-web.de PERSONEN Materna Virtual Solution mit neuem Geschäftsführer NTT Data holt Michael Seiger als Executive Managing Director DACH Thomas Braun bleibt Präsident des ANGA Open Systems mit Dennis Monner als neuem CEO Ipsos holt Iris Weiss ins Führungsteam Stormshield ernennt Bertrand Trastour zum Head of Global Sales Materna Virtual Solution, Spezialist für sicheres ultramobiles Arbeiten, holt Daniel Zimmermann als neuen Geschäftsführer in das Unternehmen. Gemeinsam mit Volkan Gümüs bildet er das Führungsduo, das die Position von Materna Virtual Solution als führenden Lösungsanbieter für sicheres ultramobiles Arbeiten und digitale Souveränität weiter ausbaut. Behörden und Organisationen sollen digitale und mobile Souveränität erlangen sowie sicher und ultramobil arbeiten können – jederzeit, überall und ohne Kompromisse. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, Technologien zu entwickeln, die intuitiv bedienbar, flexibel einsetzbar und auf produktives Arbeiten ausgerichtet sind. NTT DATA gibt die Ernennung von Michael Seiger zum Executive Managing Director, Germany, Austria and Switzerland (DACH) bekannt. Seiger folgt auf Stefan Hansen, wird von München aus tätig sein und an Anne-Sophie Lotgering, CEO Europe, berichten. Seiger war zuletzt Head of Germany and Austria bei Wipro. Sein Wissen über Trends im Markt sowie sein Engagement, Teams zu stärken und erfolgreich zu machen, werden entscheidend dazu beitragen, das Wachstum des DACH-Geschäfts zu beschleunigen und die Position von NTT DATA als einer der führenden IT-Dienstleister in der Region auszubauen. Der Breitbandverband ANGA hat Präsident Thomas Braun auf der letzten Mitgliederversammlung für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Die Branche steht angesichts politischer und regulatorischer Vorgaben, hoher wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ansprüche vor großen Herausforderungen. Die ANGA setzt mit der Wahl bewusst auf Erfahrung und Verlässlichkeit. Gleichzeitig bleibt durch die Besetzung des Vorstands die Vielfalt des Verbandes für die kommenden Jahre gesichert. Unter den Mitgliedern der ANGA finden sich sowohl die großen nationalen Anbieter als auch Stadtwerke und mittelständische Unternehmen. Dennis Monner hat die Leitung von Open Systems übernommen und folgt auf den bisherigen CEO Daniel Neuhaus. Mit Monner übernimmt ein erfahrener Go-to-MarketLeader und Branchenkenner die Position an der Unternehmensspitze von Open Systems, der bereits in der Vergangenheit Unternehmen im SASE-Bereich im Aufbau und bei der Skalierung in unterschiedlichsten Wachstumsphasen begleitet hat. Durch leitende Positionen in Europa und Nordamerika konnte sich der 54-Jährige ein breites Verständnis für globale Märkte und operative Exzellenz aneignen. Der scheidende CEO Neuhaus kam nach der Übernahme seines Unternehmens Sqooba zu Open Systems. Ipsos baut sein Führungsteam in Deutschland weiter aus. Zum 1. September 2025 hat Iris Weiss die Leitung des Geschäftsbereichs MSU übernommen. In dieser Rolle wird die international profilierte Marktforschungsexpertin das Leistungsangebot von Ipsos weiterentwickeln und Marken zu schnelleren, fundierten Entscheidungen verhelfen. Sie berichtet an Steffen Bott, Cluster Lead Marketing Service Lines bei Ipsos in Deutschland. Iris Weiss bringt mehr als 25 Jahre Erfahrung in globalen B2C- und B2B-Projekten mit. Stationen ihrer Laufbahn führten sie unter anderem zur GfK in Nürnberg und zu TNS/ Kantar in London. Trastour, zuletzt General Manager von Kaspersky Frankreich sowie Nord-, West- und Zentralafrika, wird die Wachstumsstrategie des Unternehmens vorantreiben. In seiner neuen Rolle wird Bertrand Trastour das Wachstum der einzelnen Sparten forcieren und die Position von Stormshield als bedeutenden Akteur im europäischen und internationalen Cybersicherheitssektor weiter stärken. In seiner neuen Funktion wird Bertrand Trastour aktiv an der neuen Strategie von Stormshield mitwirken, wobei der Fokus auf Kundenzufriedenheit durch Lösungen liegt, die auf ihre Sicherheitsbedürfnisse zugeschnitten sind. www.materna-virtual-solution.com www.ipsos.com www.anga.de www.stormshield.com/de www.open-systems.com/de www.nttdata.com 10/25
www.net-im-web.de 7 Wildix Partnertag 2025 Der Wildix Partnertag 2025 in Zürich brachte Partner aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen, um zu dis- kutieren, wie der Channel in einem von raschen Veränderungen geprägten Markt, von neuen Technologien bis hin zu sich wandelnden Kundenerwartungen, weiterhin Mehrwert schaffen kann. Als 100 %iger Channel-basierter Anbieter ist Wildix vollständig von der Stärke und dem Erfolg seines Partnernetz- werks abhängig. Das macht den Partnertag jedes Jahr zu einem so wichtigen Ereignis: ein Ort, an dem man sich abstimmen, Erkenntnisse austauschen und gemeinsame Prioritäten für die Zukunft festlegen kann. Die Diskussionen in diesem Jahr konzentrierten sich weniger auf Produkte als vielmehr auf die Befähigung der Partner, den sich ändernden Anforderungen ihrer Kunden gerecht zu werden und neue Chancen in einem sich entwickelnden Markt zu nutzen. Auf dem Partnertag wurde die neu gegründete Funktion des Sales Engineer Teams vorgestellt. Dieses soll Partnern dabei helfen, Chancen früher zu erkennen, Wertversprechen zu stärken und in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld mehr Geschäfte abzuschließen. Während der beiden Tage spiegelten die Gespräche einen breiteren Wandel in der Branche wider: vom Verkauf von Funktionen hin zur Lieferung von Ergebnissen, von einzelnen Tools hin zu Komplettlösungen. Angesichts der zunehmenden Verbreitung von KI und Automatisierung in allen Branchen tauschten sich die Partner darüber aus, wie Unternehmen Technologien einsetzen, um Ineffizienzen zu reduzieren, das Kundenerlebnis zu verbessern und nachhaltiges Wachstum zu erzielen. Die KI-Podiumsdiskussion griff diese Dynamik auf. Diskutiert wurden Anwendungsfälle aus der Praxis, in denen Automatisierung alltägliche Engpässe beseitigt und es Teams ermöglicht, sich auf höherwertige Aufgaben zu konzentrieren, wodurch sowohl die Leistung als auch die Rentabilität verbessert werden. Letztendlich bekräftigte der Partnertag ein gemein- sames Ziel: die enormen Chancen zu nutzen, die sich bieten, indem wir als eine Channel-Community zusammenarbeiten und bedeutende, messbare Auswirkungen für Unternehmen in der gesamten DACH-Region erzielen, ohne dabei jemals Kompromisse bei Sicherheit und Compliance einzugehen. Wildix bietet branchenübergreifend die erste komplett vertriebsorientierte Unified Communications-as-a-Service-Lösung. Das Unternehmen legt mit seiner Sales-Orientierung einen besonderen Fokus auf die Optimierung jedes einzelnen Schrittes entlang der Customer Journey. www.wildix.com Digitalministerium schreitet endlich zur Tat Der Fachverband Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK) begrüßt die vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmo- dernisierung (BMDS) vorgelegten Eckpunkte für eine transparente, diskriminierungsfreie und verbraucherfreundliche Migration von DSL- auf Glasfasernetze. Darin beschreibt das BMDS zu Recht die Gefahren, die vom marktmächtigen Unternehmen ausgehen, um sowohl den Glasfaserausbau zu verzögern als auch dessen Marktmacht von der DSL- in die Glasfaserwelt zu übertragen. Gleichzeitig sieht das Ministerium eine stärkere und aktivere Rolle der Bundesnetz- agentur (BNetzA) vor, um den Wechsel von DSL auf Glasfaser wettbewerbsfreundlich auszugestalten. „Es wurde auch Zeit, dass die Politik die BNetzA aus ihrem Dornröschenschlaf weckt“, kommentiert Ralf Berger, Vorsitzender des FRK. „Die BNetzA hat mit ihrer zögerlichen Haltung und dem enttäuschenden Impulspapier aus dem April 2025 keinerlei Impulse für die Kupfer-Glas-Migration gesetzt.“ Berger betont, dass im BMDS-Eckpunktepapier konkret von der „Abschaltung der DSL-Infrastruktur“ die Rede ist und nicht – wie häufig kolportiert wurde – mit dem Begriff der Kupfer-Glas-Migration auch die Abschaltung Gigabit-fähiger Kabelnetze gemeint ist. „Wir begrüßen die Vorschläge des BMDS für eine freiwillige Migration und einen Gesamtfahrplan, der beim Wechsel von DSL auf Glasfaser durch mehr Transparenz Investitionshemmnisse vermeidet“, erklärt Berger. www.kabelverband-frk.de TRENDS & FAKTEN Cyber-Versicherung von Zurich und Telekom Der Versicherer Zurich und die Deutsche Telekom mit ihren Tochterunternehmen Deutsche Telekom Security GmbH und DeTeAssekuranz haben eine neue Cyber-Versicherungslösung vorgestellt. Mit dem Ziel, ein für die Kunden übersichtliches und vor allem ganzheitliches Schutzpaket zu schaffen, verbindet die gemeinsam entwickelte Cyber-Versicherung modernste IT-Sicherheitsdienste mit Echtzeit-Risikoanalysen in einem Produkt. Damit erhalten Kunden ein ganzheitliches Bündelangebot, das weit über eine herkömmliche IT-Sicherheitslösung hinausgeht. Im Fokus stehen Telekom-Kunden aus Mittelstand und Industrie mit einem Umsatz zwischen 100 Millionen und 2 Milliarden Euro, welche den Cyber-Schutz im Rahmen der MDR-Produktfamilie (Managed Detection & Response) optional erweitern können. Dabei erhalten sie ein transparentes Angebot, das über einen reduzierten Fragebogen ermittelt wird und die individuellen Bedarfe berücksichtigt. Kunden können bei dem neuen Versicherungsangebot ein optional gestrecktes Deckungslimit mit einer Laufzeit von bis zu 36 Monaten in Anspruch nehmen. www.zurich-news.de 10/25
8 www.net-im-web.de TRENDS & FAKTEN 10/25 DIN 14095 für Feuerwehrpläne aktualisiert Im Juli 2025 ist die DIN 14095 “Feuerwehrpläne für bauliche Anlagen" erschienen und ersetzt damit die vorherige Fassung vom Februar 2024. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit (DGWZ) hin. Die DIN 14095:2025-07 wurde überarbeitet und weist einige Änderungen zur Vorgängerausgabe auf. Der Anhang A der Norm, der einen Musterplan umfasst, wurde überarbeitet und an die im Juni 2024 erschienene DIN 14034-6 "Graphische Symbole für das Feuerwehrwesen - Teil 6: Bauliche Einrichtungen" angepasst. Außerdem wurden normative Verweisungen aktualisiert, Literaturhinweise ergänzt und eine redaktionelle Überarbeitung der Inhalte vorgenommen. Die DIN 14095 dient der vereinheitlichten Darstellung relevanter Objektinformationen zur raschen Orientierung, Lagebeurteilung und Einsatzvorbereitung der Feuerwehr. Einsatzpläne selbst sind nicht Gegenstand der Norm, Feuerwehrpläne können jedoch als Grundlage dafür dienen. Adressiert werden insbesondere Betreiber und Eigentümer von Objekten, Fachplanungs- und Ingenieurbüros, Sicherheits- und Brandschutzverantwortliche sowie Brandschutzdienststellen. www.dgwz.de KI hält rasant Einzug in die Arbeitswelt Schon in wenigen Jahren wird der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) im Büroalltag und in der Produktion zur Selbstverständlichkeit werden. Diese Schlüsselaussage entstammt einer gemeinsamen Studie der Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA) und der Denkfabrik Diplomatic Council (DC). Mag man diese Aussage angesichts des KI-Booms als wenig überraschend einstufen, so lässt ein weiteres Ergebnis aufhorchen: Humanoide Roboter mit „KI im Kopf“ sollen sich innerhalb der nächsten 15 Jahre im großen Stil im Arbeitsalltag breit machen, heißt es in dem BWA/DC-Report „Auswirkungen von KI+Robotik auf die Arbeitswelt“. Demnach sind über zwei Drittel (69 Prozent) der Befragten sicher, dass KI spätestens 2027 mehr oder minder zum Büroalltag gehören wird, vergleichbar der Office-Software von Microsoft. Der Einzug in Fertigungshallen soll etwas länger dauern. Laut Studie ist ein gutes Drittel (35 Prozent) davon überzeugt, dass KI in der Produktion ab 2030 eine maßgebliche Rolle spielen wird. Über die Hälfte (55 Prozent) tippen darauf, dass es erst 2040 soweit sein wird. Falls die Humanoiden künftig unseren Alltag tatsächlich so dominieren werden wie Smartphone und Internet, dann könnten sie rund die Hälfte aller Arbeitsplätze ersetzen, meinen über drei Viertel (77 Prozent) der befragten Führungskräfte aus der Wirtschaft und Gewerkschaftsfunktionäre. www.bwabonn.de Fraunhofer erforscht KI-Chip für Glasfasernetze Als Konsortialführer des von der Europäischen Union geförderten Projekts SpikeHERO nimmt das Fraunhofer IIS in den kommenden vier Jahren Glasfasernetze ins Visier. Gemeinsam mit Industrie- und Forschungspartnern aus den Niederlanden, Tschechien und Belgien werden KI-Chips für Spiking Neural Networks entwickelt, um die Signalqualität und damit die Datenraten von Glasfaser deutlich zu steigern. Glasfasernetze sind ein essenzieller Baustein der digitalen Zukunft. Zudem müssen künftige 6G-Netze hohe Anforderungen an die Geschwindigkeit der Datenübertragung erfüllen. Das Problem: Je höher die angestrebten Datenraten, umso stärker leidet die Signalqualität. Um Störungen auszugleichen, setzen die Anbieter derzeit auf digitale Signalprozessoren. “Diese verursachen jedoch hohe Kosten und sind aufgrund des enormen Stromverbrauchs keine langfristig nachhaltige Lösung”, erklärt Michael Rothe, Leiter der Gruppe embedded AI am Fraunhofer IIS. Eine weitere Steigerung der Glasfaser-Datenraten stößt somit zunehmend an Grenzen. An einer Lösung forscht das EU-Projekt SpikeHERO. Die Projektpartner arbeiten an einer neuartigen KI-Prozessor-Architektur, die einen optischen und elektrischen Spiking-Neural-Network-Chip kombiniert. Die neuronalen Netze sollen den Kommunikationskanal kontinuierlich überwachen, die Signale analysieren und auftretende Störungen im Empfänger durch Steuerparameter korrigieren. Indem die Signalqualität aufrechterhalten wird, öffnen sich für Glasfasernetze wieder neue Spielräume, um die Datenraten zu erhöhen. Konkret peilt das Projekt an, die verwendete Bandbreite von 10 GHz auf 30 GHz zu steigern, während die Latenzen von 10 Mikrosekunden auf unter 6 Nanosekunden gedrückt werden. Zugleich soll auch der Energieverbrauch von 7-10 Watt auf 1-2 Watt sinken. Spiking Neural Networks (SNNs) gelten als vielversprechender Ansatz in der Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz. Ihre Funktionsweise imitiert die Prinzipien des menschlichen Gehirns: Informationen werden in Form von Pulsen, sogenannten Spikes, verarbeitet – und zwar nur dann, wenn ein Ereignis eine kritische Relevanzschwelle überschritten hat. Dies macht SNNs interessant für alle KI-Anwendungen, in denen Echtzeitfähigkeit und Energieeffizienz miteinander in Einklang stehen müssen. In der Hardware-Entwicklung von SNN-Chips gibt es jedoch unterschiedliche Herangehensweisen. Während die Spikes in optischen Halbleitern durch Photonen übertragen werden, basieren die Pulse in den elektrischen Pendants auf Spannungen und Strömen. Beide Typen haben Vorteile, die in diesem Projekt miteinander verbunden werden sollen. Als elektrischer SNN-Chip kommt in SpikeHERO der am Fraunhofer IIS und Fraunhofer EMFT entwickelte SENNA-Chip zum Einsatz. www.iis.fraunhofer.de
10/25 Deutscher Markt für IT-Sicherheit wächst Deutschland rüstet sich gegen Cyberattacken und investiert verstärkt in IT-Sicherheit. Im laufenden Jahr werden die Ausgaben voraussichtlich um 10,1 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro zulegen, nachdem 2024 mit 10,1 Milliarden Euro erstmals die 10-Milliarden-Euro-Marke übersprungen wurde. Das teilt der Digitalverband Bitkom auf Grundlage von Daten des europäischen Beratungs- und Analystenhauses PAC zum Auftakt der IT-Sicherheitsmesse mit. Auch für 2026 wird mit einem deutlichen Plus um 9,9 Prozent auf dann 12,2 Milliarden Euro gerechnet. „Erfolgreiche Cyberangriffe können Unternehmen lahmlegen, aber auch Behörden oder Infrastruktur wie Bahnstrecken und Flughäfen. Wir müssen unsere Investitionen in IT-Sicherheit weiter hochfahren“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. Nach einer aktuellen Bitkom-Studie entsteht der deutschen Wirtschaft durch Cyberattacken ein jährlicher Schaden von 202,4 Milliarden Euro, 6 von 10 Unternehmen (59 Prozent) fühlen sich durch Cyberangriffe in ihrer Existenz bedroht. Zugleich geben die Unternehmen nun 18 Prozent ihres gesamten IT-Budgets für IT-Sicherheit aus. 2022 waren es gerade einmal 9 Prozent. Am stärksten steigen im laufenden Jahr die Ausgaben für Sicherheitssoftware und entsprechende Cloud-Plattformen, die um 12,1 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro zulegen. Die Aufwendungen für Dienstleistungen rund um IT-Sicherheit wachsen um 9,7 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Nur geringfügig um 1,4 Prozent auf 800 Millionen Euro ist das Plus bei IT-Sicherheits-Hardware. Der deutsche Gesamtmarkt für IT-Sicherheit legt 2025 um starke 10,1 Prozent zu, andere Länder wachsen aber schneller. So verzeichnet der weltweite Markt für IT-Sicherheit 2025 ein Wachstum um voraussichtlich 11,2 Prozent auf 212,2 Milliarden Euro. Auch die anderen europäischen Länder steigern ihre Ausgaben durchschnittlich um 10,9 Prozent, der Rest der Welt sogar um 11,4 Prozent. Aktuell beträgt der deutsche Marktanteil am globalen IT-Sicherheitsmarkt 5,3 Prozent. Das restliche Europa kommt auf 20,5 Prozent. Die deutsche Wirtschaft befürchtet eine weitere Zunahme von Cyberattacken. 35 Prozent der Unternehmen rechnen damit, dass in den kommenden zwölf Monaten die Angriffe stark zunehmen werden, weitere 47 Prozent, dass sie eher stark zunehmen werden. Einen Rückgang erwartet kein Unternehmen. „Die Politik muss beim Umsetzungsgesetz zur NIS-2-Richtlinie Tempo machen, wir brauchen eine europäische Harmonisierung der IT-Sicherheit und müssen die länderübergreifende Zusammenarbeit vorantreiben“, so Wintergerst. „Wichtig ist auch, die Verwaltungen in die Pflicht zu nehmen. Verwaltungen haben herausragende Bedeutung für ein funktionierendes Gemeinwesen." www.bitkom.org Glasfaser-Infrastruktur für die digitale Zukunft gasline.de We connect your business. 5G-Netze Breitbandausbau Dark Fibre Flensburg Kiel Puttgarden Lübeck Rostock Neubrandenburg Stralsund Greifswald Schwedt Berlin Frankfurt/ Oder Potsdam Magdeburg Halle Leipzig Erfurt Dresden Görlitz Deutschneudorf Chemnitz Schirnding Waidhaus Hamburg Bremerhaven Bremen Oldenburg Bunde Nordhorn Osnabrück Enschede Münster Dorsten Duisburg Hamm Bielefeld Hildesheim Hannover Wolfsburg Braunschweig Göttingen Dortmund Hagen Wuppertal Siegen Essen Straelen Venlo Düsseldorf Köln Aachen Bonn Elten Wetzlar Gießen Frankfurt Wiesbaden Koblenz Trier Remich Saarbrücken Ludwigshafen Kaiserslautern Mainz Darmstadt Mannheim Würzburg Heilbronn Karlsruhe Lauterbourg Strasbourg Pforzheim Stuttgart Nürnberg Erlangen Ingolstadt Augsburg Schaffhausen Freiburg Basel Ulm Regensburg Passau München Burghausen Salzburg Kassel Remich Lauterbourg Planung/ Planned expansion Backbone Nutzen Sie unser deutschlandweites Glasfaser-Netz als Backbone, Backhaul und Access für Anbindung/Ausbau Ihrer Fttx-Projekte. 65.000 km LWL-Trassen +5.000 km LWL bis 2029 im Ausbau 350 + Rechenzentren erreichbar Backbone Planung www.net-im-web.de 9 TRENDS & FAKTEN
10 www.net-im-web.de 10/25 KOMMUNIKATIONSMANAGEMENT KI revolutioniert die Telefonie Telekommunikation zum Mitlesen Bernhard Reimann Längst ist klar: Künstliche Intelligenz ist eine disruptive Technologie, die in sämtlichen Branchen und Berufen Gewohntes abschafft und neue Dimensionen eröffnet. Auch die Telekommunikation steht vor einem fundamentalen Wandel. Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Bevor man tiefer in die Welt der KI in der Telefonie eintaucht, sollte man sich vor Augen führen, dass die Zeiten, in denen Telefonie isoliert existierte, vorbei sind. Telekommunikation ist heute nicht weniger als ein integraler Bestandteil des IT-Systems, eine verlängerte Hand, die nahtlos mit anderen IT-Anwendungen kommunizieren muss. Das erklärt den Siegeszug von Unified-CommunicationsLösungen. Mit dem Einzug KI-basierter Anwendungen jedoch ergeben sich auch hier neue Möglichkeiten. Telefone entwickeln sich zu intelligenten Knotenpunkten, die diese neuen Technologien voll ausschöpfen. Die automatische Transkription von Gesprächen ist da erst der Anfang. Automatische Transkription Im Kern ermöglicht diese KI-gestützte Technologie die Umwandlung von Telefongesprächen in präzisen Text. Das Ergebnis: ein digitales Dokument, das nahtlos in IT-Systeme integriert werden kann. Die Vorteile sind immens: Stichwortsuche leicht gemacht, lückenlose Archive und in manchen Fällen die mühelose Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Die automatische Transkription ist somit ein Türöffner für völlig neue Perspektiven in der Telekommunikationsbranche, den Profis nicht ignorieren dürfen. Qualität zählt Dabei gilt es zu beachten: Je klarer das übermittelte Audio-Signal, desto präziser die Transkription. Hier spielen wieder echDie automatische Transkription ist ein Türöffner für völlig neue Perspektiven in der Telekommunikationsbranche, den Profis nicht ignorieren dürfen (Foto: AdobeStock, Andres Meija + KI. Lizenz: SAB)
11 www.net-im-web.de KI revolutioniert die Telefonie te, haptische Telefone eine entscheidende Rolle, die mit modernsten Audio-Codecs, effektiver Hintergrundgeräuschunterdrückung und intelligenter Sprechpausenerkennung ausgestattet sind, beispielsweise die Geräte von Snom. Smartphones mit ihrer oft der Netzauslastung geschuldeten Verbindungsschwäche oder auch die kostenfrei angebotenen Softphones können hier schnell an ihre Grenzen geraten, sodass die Qualität der automatischen Transkription suboptimal ausfällt bzw. fehlschlägt. Intelligente Gesprächsassistenten Ein weiteres faszinierendes Beispiel: ein Unternehmen, das eine große Anzahl eingehender Anrufe bearbeitet. Statt Anrufer in Warteschleifen zu parken oder sie basierend auf einfachen Regeln (etwa die gewählte Nummer) weiterzuleiten, analysiert eine KI in Echtzeit den Grund des Anrufs – entweder durch die Spracherkennung der ersten Sätze des Anrufers oder durch eine vorherige Interaktion mit einem sprachgesteuerten Menü (IVR), das über KIUnterstützung verfügt. Basierend auf dieser Analyse leitet die KI den Anruf intelligent an den am besten geeigneten Mitarbeiter oder die zuständige Abteilung weiter. Wichtige oder dringende Anliegen von Schlüsselkunden oder Anrufe, die spezifisches Fachwissen erfordern, können priorisiert und direkt zu den entsprechenden Experten geleitet werden, selbst wenn sie gerade in einem anderen Gespräch sind. Dies kann etwa durch eine VIP-Warteschleife oder eine Benachrichtigung mit der Dringlichkeitsstufe erfolgen. Gleichzeitig kann die KI dem Zielansprechpartner bereits eine kurze Zusammenfassung des Anliegens oder relevante Informationen aus der Kundenhistorie auf seinem Bildschirm anzeigen, noch bevor er das Gespräch annimmt. Dies ermöglicht eine schnellere und effizientere Bearbeitung des Anrufs, verbessert die Kundenzufriedenheit und optimiert die Auslastung der Mitarbeiter. Und es geht noch weiter: Selbst während eines wichtigen Kundengesprächs kann ein KI-gestützter Gesprächsassistent in Echtzeit den Tonfall des Anrufers analysieren, Schlüsselwörter erkennen und Vereinbarungen zusammenfassen. Nach dem Anruf erhält der Mitarbeiter nicht nur eine präzise Textzusammenfassung, sondern auch eine Analyse der Kundenstimmung und sogar Vorschläge für die nächsten Schritte – alles automatisch im CRM-System hinterlegt. Das spart wertvolle Zeit, verbessert die Kundenkommunikation und minimiert menschliche Fehler. KI als Herzstück In dieser dynamischen Landschaft müssen IP-Telefonhersteller ihre Strategien hinsichtlich Forschung und Entwicklung neu definieren. Die rasante Ausbreitung der Einsatzgebiete von KI-Modulen erfordert eine zunehmende Kompatibilität ihrer Produkte mit intelligenten Systemen. Das bedeutet auch eine aktive Trendbeobachtung und ggf. den Aufbau von strategischen Partnerschaften, um die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der KI frühzeitig zu berücksichtigen. Doch auch die Entwickler im Bereich der IP-basierten Telefonanlagen bekommen ein völlig neues und schnell wachsendes Aufgabenfeld, das sich völlig von den bisher benötigten Kompetenzen unterscheidet. Die Verschmelzung von Telefonie und IT-Systemen findet schon lange statt. Unter dem Einfluss von KI-gesteuerten Anwendungen geschieht dies nun in einer enormen Geschwindigkeit. Daher ist es essenziell, Telefone, aber auch Telefonanlagen zu entwickeln, die diese Realität antizipieren und ihren Nutzern ein außergewöhnliches Erlebnis bieten. Nur IP-Telefonhersteller, die diese Evolution verinnerlichen, werden sich als langfristige, unverzichtbare Partner ihrer Kunden etablieren können. www.snom.com 10/25 Die rasante Ausbreitung der Einsatzgebiete von KI-Modulen erfordert eine zunehmende Kompatibilität von Telefonie-Produkten mit intelligenten Systemen (Foto: Steve Buissinne, Pixabay) Eine klare Audio-Übertragung ist die Basis für präzise Transkriptionen der geführten Telefonate
12 www.net-im-web.de 10/25 KOMMUNIKATIONSMANAGEMENT KI-Assistenz DialoX Auerswald will Businesskommunikation effizienter gestalten Bernhard Reimann Mit COMuniq DialoX, der KI-basierten Dialoglösung, führt Auerswald die Businesskommunikation seiner Endkunden in die Zukunft. Partner profitieren von einem modernen Leistungsangebot und dem neuen Inbetriebnahme-Service durch spezialisierte Auerswald-Experten. Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Die KI-Plattform DialoX umfasst sechs vollwertige Bots sowie einen Flow-Designer und ermöglicht die Konfiguration individueller Conversatio- nal-AI-Prozesse. Die Chatbots kommen auf Webseiten oder in Messenger-Diensten wie WhatsApp zum Einsatz und lassen eine Kombination aus Sprach- und Textkommunikation zu. Dies unterstützt Selfservice-Angebote, die somit nicht nur der Informationsvermittlung dienen, sondern ganze Geschäftsprozesse automatisiert anstoßen können. Soll einer Versicherung etwa ein Schaden gemeldet werden, wird nach der Erfassung des Anliegens die Verwendung von WhatsApp abgefragt, um auf diesem Wege Bilder des Schadens einzureichen. Auf dieser Basis kann die Bearbeitung des Falls starten. „DialoX ist ein KI-gestütztes Dialogsystem, das Sprache, Chat und Automatisierung in einer sicheren und da- tenschutzkonformen Lösung vereint“, sagt Roland Mallon, Senior Produktmanager bei Auerswald. „Die Plattform optimiert die Zusammenarbeit in Unternehmen, entlastet die Beschäftigten und sorgt für mehr Effizienz.“ Die Einführung in das Auerswald-Portfolio markiert zudem den Start des ausgebauten Consulting-Angebots der Spezialisten für Kommunikationslösungen aus Deutschland, das den Partnern zugutekommt. Durch die Integration von Kalenderlösungen lässt sich auch die Terminbuchung automatisieren. Dabei werden die Präferenzen der Anrufer, wie die bevorzugte Tageszeit, abgefragt und entsprechende Vorschläge gemacht. „Beispielsweise in Kfz-Werkstätten oder Friseursalons, wo ein hohes Anruf-Aufkommen Normalität ist, entlastet dies die Beschäftigten spürbar“, so Roland Mallon. Hohe Erreichbarkeit Während die vorgefertigten Bots für bestimmte Anwendungsszenarien optimiert sind, erlaubt die Creator-Ebene die Möglichkeit, eigene Call-Flows und API-Schnittstellen zu bestehenden CRM- oder Ticketsystemen zu programmieren. Unter anderem in Unternehmen, die einen Schichtbetrieb fahren, ergeben sich Vorteile, wenn ein zuverlässiges On-CallRouting stattfindet und so jeweils die Person erreicht wird, die aktuell arbeitet und somit auskunftsfähig ist. „Es ergibt sich eine höhere Erreichbarkeit bei gleich- zeitiger Entlastung des Teams. Die Kundenzufriedenheit steigt, weil das System Anliegen der Anrufenden selbstständig erkennt und danach handeln kann“, führt Roland Mallon aus. Dies hat jedoch auch zur Folge, dass sich die Einrichtung für Endkunden komplex gestaltet. Um Partnern Einarbeitungsaufwand zu ersparen und deren Kunden dennoch optimal zu bedienen, tritt Auerswald dem Reseller als Coach zur Seite und vermittelt Features und Vorteile. www.auerswald.de Die KI-Plattform DialoX umfasst sechs vollwertige Bots sowie einen Flow-Designer und ermöglicht die Konfiguration indivi- dueller Conversational-AI-Prozesse
13 www.net-im-web.de 10/25 KOMMUNIKATIONSMANAGEMENT Herausforderungen bei der Datenaufbewahrung Die versteckten Risiken der SaaS-Datenaufbewahrungsrichtlinien Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Bernhard Reimann Die Einhaltung von Richtlinien zur Datenaufbewahrung sind für Unternehmen unerlässlich, denn sie sorgen dafür, dass wertvolle Informationen sicher gespeichert und Branchenvorschriften – egal wie komplex sie sind – eingehalten werden. Diese Governance-Frameworks legen fest, wie Unternehmen sensible Daten verwalten – von deren Erstellung und aktiven Nutzung bis hin zur Archivierung oder Vernichtung. Heute verlassen sich viele Unternehmen auf SaaS-Anwendungen wie Microsoft 365, Salesforce und Google Workspace. Die Verlagerung von Prozessen und Daten in die Cloud hat jedoch eine gefährliche Lücke in die Zuverlässigkeit der Datenaufbewahrung gerissen, denn die standardmäßigen Aufbewahrungsfunktionen der Drittanbieter entsprechen häufig nicht den ComplianceAnforderungen oder Datenschutzzielen. Das führt zu einer erheblichen Gefährdung von Unternehmen, die fälschlicherweise davon ausgehen, dass ihre SaaS-Anbieter ihre Aufbewahrungspflichten vollständig erfüllen. Richtlinien in SaaS-Umgebungen Helfen können effektive Richtlinien zur Datenaufbewahrung. Sie regeln den gesamten Lebenszyklus geschäftskritischer Informationen und legen klare Richtlinien für die Aufbewahrung fest – inklusive Zeitrahmen, Speichermethoden und Löschprotokollen. Diese Richtlinien bilden ein GovernanceFramework, das Unternehmen hilft, sich vor Compliance-Verstößen oder unerwarteten Datenverlusten zu schützen. Und das ist gar nicht so einfach, denn SaaS-Plattformen haben mit ihrer Komplexität die Datenmanagementlandschaft grundlegend verändert und neue Herausforderungen im Umgang mit den Daten mit sich gebracht. Wenn sich beispielsweise sensible Informationen in anbieterkontrollierten Cloud-Umgebungen und nicht vor Ort befinden, greifen herkömmliche Ansätze für die Data Governance zu kurz. Die Tatsache, dass sich SaaS-Daten vielfach an verschiedenen Orten befinden, manchmal nur eingeschränkt transparent und kontrollierbar sind, bringt erhebliche Schwierigkeiten für die Aufrechterhaltung konsistenter, konformer Aufbewahrungspraktiken mit sich. Diese Herausforderung ist vor allem für Unternehmen in stark regulierten Branchen, mit strengen Compliance-AnforDie Datenaufbewahrung von Microsoft 365 ist begrenzt. Es gibt Aufbewahrungseinschränkungen speziell für Exchange Online- und SharePoint-Daten, sodass oft nicht alle Compliance-Anforderungen von Unternehmen erfüllt werden
14 www.net-im-web.de 10/25 Herausforderungen bei der Datenaufbewahrung derungen sehr groß. Gesundheitsdienstleister etwa, die sich mit HIPAA-Anforderungen auseinandersetzen, Finanzinstitute, die sich an die FINRA-Vorschriften halten, und globale Unternehmen, die der DSGVO unterliegen, sehen sich mit spezifischen ComplianceAnforderungen konfrontiert, die von den standardmäßigen SaaS-Einstellungen für die Anbieterbindung häufig nicht angemessen erfüllt werden. Diese Vorschriften erfordern in der Regel längere Aufbewahrungsfristen, detailliertere Kontrollmechanismen und robustere Audit-Funktionen als bei den meisten SaaSAnwendungen üblich, wodurch eine kritische Lücke entsteht, die sofortige Aufmerksamkeit erfordert. Microsoft 365 Trotz des robusten Funktionsumfangs sollte man sich bewusst machen, dass die Datenaufbewahrung von Microsoft 365 begrenzt ist. Die Plattform hat Aufbewahrungseinschränkungen speziell für Exchange Online- und SharePoint-Daten, sodass möglicherweise nicht alle Compliance-Anforderungen von Unternehmen erfüllt werden. Salesforce Salesforce-Umgebungen bringen ihre ganz eigenen Herausforderungen mit sich. Unternehmen, die sich ausschließlich auf native Salesforce-Funktionen verlassen, sehen sich häufig mit erheblichen Compliance-Lücken konfrontiert, die sich aus den begrenzten Backup-Optionen der Plattform ergeben, die im Wesentlichen auf eine grundlegende „Papierkorb"-Funktion beschränkt sind, die nicht zu echten Aufbewahrungsmanagementfunktionen passt. Google Workspace In Google Workspace-Umgebungen gelten besondere Einschränkungen bei der Aufbewahrung für Gmail-Kommunikation, DriveDokumenten und Tabellendaten. Das wirkt sich vor allem auf verteilte Arbeitsszenarien aus, in denen geschäftskritische Informationen ständig erstellt und für Remote-Teams freigegeben werden. Google bietet zwar Aufbewahrungsfunktionen über Google Vault an, aber diese sind nicht identisch mit der Einhaltung von Datenschutzbestimmungen und eDisovery-Zwecken. Aufbewahrungsstrategie nötig Diese Beispiele zeigen: IT-Experten benötigen systematische Anleitungen und spezielle Tools zur Identifikation und Bewertung von Aufbewahrungslücken in SaaS-Umgebungen. Bei dieser Bewertung sollten die nativen Aufbewahrungsfunktionen jeder SaaS-Plattform im Hinblick auf die spezifischen regulatorischen Verpflichtungen des Unternehmens und die Salesforce-Anwender sehen sich häufig mit erheblichen Compliance-Lücken konfrontiert In Google Workspace-Umgebungen gelten besondere Einschränkungen (Grafiken: Arcserve) etablierten Data-Governance-Richtlinien gründlich untersucht werden. Die zuverlässige Aufbewahrung ist ein wichtiges Element des Datenmanagements, das zwei Bedeutungsebenen hat: Die eine bezieht sich auf die Aufbewahrung, d. h. den Zeitraum, in dem Sicherungsdaten in einer dedizierten Sicherungslösung gespeichert werden. Die andere bezieht sich darauf, wie lange eine Plattform wie Microsoft 365 oder andere primäre SaaS-Tools gelöschte Daten aufbewahren, bevor sie gelöscht werden. Die Verbindung zwischen diesen beiden Definitionen wird oft übersehen und unterstreicht den dringenden Bedarf an einer umfassenden Backup-Lösung. www.arcserve.com.
15 www.net-im-web.de 10/25 KOMMUNIKATIONSMANAGEMENT 6G und der Griff nach den Sternen Satelliten-Konnektivität soll zum Standard in jedem Smartphone werden Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Bernhard Reimann Gerade bei Katastrophen wird deutlich, wie verletzlich unsere Kommunikationsinfrastruktur sein kann. Und wie beunruhigend es ist, kein Netz zu haben, wenn Hilfe gebraucht wird. Die nächste Mobilfunkgeneration soll genau hier ansetzen. Mit 6G, das voraussichtlich ab etwa 2030 eingeführt wird, sollen Smartphones nicht nur über Funkmasten, sondern auch direkt über Satelliten kommunizieren können. Was heute noch eine Nischenfunktion in wenigen Geräten ist, soll dann so selbstverständlich sein wie WLAN oder GPS. Labor für weltweite Standards Damit diese Vision Wirklichkeit werden kann, braucht es internationale Koordination. Hier kommt das 3rd Generation Partnership Project (3GPP) ins Spiel. In diesem Zusammenschluss von Standardisierungsgremien, Netzbetreibern, Ausrüstern wie Nokia und Forschungsinstituten entstehen seit über 20 Jahren die technischen Spezifikationen für Mobilfunknetze. Jede neue Generation, von UMTS (3G) über LTE (4G) bis hin zu 5G und dem kommenden 6G, basiert auf den sogenannten „Releases“ dieser Arbeitsgemeinschaft. Ein solcher Release, im Jahr 2022 verabschiedet, legte die Grundlage für „NonTerrestrial Networks“ (NTN). Gemeint sind Netze, die nicht auf Antennen am Boden, sondern auf Satelliten setzen. Zum ersten Mal wird es damit möglich, dass normale Endgeräte im Notfall über den Weltraum funken können. Erste SAT-Verbindungen mit 5G NTN-Kommunikation ist bereits in ersten Produkten angekommen. Smartphones wie das Pixel 9 oder das Galaxy S25 nutzen Spezifikationen aus Release 17, um Textnachrichten auch dann zu versenden, wenn kein terrestrisches Netz verfügbar ist. Noch sind die Funktionen stark eingeschränkt, meist für Notfall-SMS, doch sie zeigen, wohin die Reise geht. Die Vorteile liegen auf der Hand: In entlegenen Gegenden oder während großflächiger Störungen bleibt zumindest eine Basisverbindung bestehen. Für Rettungsdienste oder Katastrophenschutz kann das überlebenswichtig sein. Zugleich erweitern NTN die Reichweite von Mobilfunknetzen in Regionen, in denen sich klassische Infrastruktur kaum rechnet, etwa auf See oder in sehr dünn besiedelten Gegenden. Vom Zusatz zur Grundausstattung Die Arbeit an NTN geht aktuell in großen Schritten weiter. Release 18 und 19 haben den Funktionsumfang ausgebaut, etwa durch neue Gerätetypen für Schiffe und Flugzeuge oder durch Satelliten, die Signale direkt an Bord verarbeiten können. Damit entwickelt sich NTN von einer Zusatzfunktion zu einem festen Bestandteil moderner Netze. Mit 6G soll dieser Prozess abgeschlossen sein: Jedes neue Gerät wird dann von Anfang an Satellitenfunk unterstützen. Der Unterschied zur heutigen Situation wäre gewaltig. Nutzer müssten nicht mehr darauf achten, ob ihr Telefon „NTN-fähig“ ist. So wie heute kein Smartphone ohne WLAN oder GPS ausgeliefert wird, würde künftig auch die Verbindung ins All dazugehören. Ein Blick in die 6G-Zukunft Technisch verspricht 6G gleich mehrere Verbesserungen. Künftige Geräte sollen keine Satellitennavigation mehr benötigen, um den Kontakt herzustellen, ein Vorteil, weil Navigationssysteme störanfällig sein können. Auch der Übergang zwischen Boden- und Weltraumnetzen soll nahtlos erfolgen, sodass Verbindungen nicht abbrechen, wenn man von der Stadt in eine abgelegene Region wechselt. Die gesellschaftlichen Folgen könnten erheblich sein. In ländlichen Räumen ließe sich die digitale Lücke schließen, weil Menschen unabhängig vom Netzausbau Zugang zu Kommunikation hätten. Für den Katastrophenschutz eröffnet NTN die Möglichkeit, Einsatzkräfte schnell und zuverlässig zu vernetzen, auch wenn lokale Infrastrukturen ausgefallen sind. Darüber hinaus könnten Branchen wie Logistik, Schifffahrt oder Bergbau profitieren – überall dort, wo Netze bisher nur lückenhaft verfügbar waren. Der Himmel ist keine Grenze mehr Während die bisherigen Mobilfunkgenerationen vor allem auf höhere Geschwindigkeiten und Kapazitäten setzten, bringt 6G einen neuen Aspekt: weltweite Verfügbarkeit. Das Ziel ist eine Kommunikationsinfrastruktur, die auch in Ausnahmesituationen funktioniert, sei es beim nächsten Hochwasser, bei einem Stromausfall oder schlicht in Regionen, in denen bislang kein Netz verfügbar ist. www.nokia.de
16 www.net-im-web.de 10/25 KOMMUNIKATIONSMANAGEMENT Netceed Hausmesse 2025 Breitbandbranche trifft sich in Kabelsketal Bernhard Reimann Die Netceed Hausmesse 2025 lockte Ende September rund 200 Fachbesucher aus der Telekommunikations-, Netzbau- und Versorgungsbranche ins sachsenanhaltinische Kabelsketal/Ortsteil Schwoitsch. Dort informierten sie sich über aktuelle Entwicklungen im Breitbandausbau und tauschten sich mit Branchenexperten über effiziente Lösungen, Qualitätssicherung und Zukunftstechnologien aus. Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Von 10 bis 17 Uhr bot die Veranstaltung ein kompaktes Programm aus Fachvorträgen, Live-Demonstrationen, Produktneuheiten und Partnerausstellung – mit klarer Praxisorientierung und Fokus auf FTTx, HFC und Data Center. Outdoor-Einblasstrecke Ein weiterer Höhepunkt der Hausmesse war die Live-Demonstration an der neuen Outdoor-Einblasstrecke, die Netceed künftig als praxisorientierte Schulungs- und Testumgebung nutzt. Hier erlebten Teilnehmende unter Realbedingungen, wie sich Glasfaserkabel effizient einblasen lassen und worauf es bei der Traktion, bei der Schmierung und bei der Quali- tätssicherung ankommt. Aufgrund des großen Interesses stellt Netceed die Einblasstrecke ab sofort für individuelle Trainings, Kurz-Demos und Team-Workshops zur Verfügung – abgestimmt auf reale Projektanforderungen und optional mit eigenem Material. Zu den angebotenen Inhalten zählen Grundlagen und Geräteeinstellungen, Schmierung und Traktion, Fehlerbilder und Qualitätssicherung sowie Wartung und Pflege. Interessierte können dort das gesamte Einblas-Sortiment testen, inklusive Jetting, Fibernet und Rotair. Zudem können sie sich Teile des Sortiments in Aktion vorführen lassen, wie Microducts, Glasfaserkabel, Mess- und Zubehörmaterial. Partnerausstellung In geführten Showroom-Touren präsentierte Netceed neue Systemlösungen und Komponenten aus den Bereichen FTTx, HFC und Data Center. Parallel dazu präsentierten zahlreiche Hersteller auf der begleitenden Partnerausstellung aktuelle Produkte, Werkzeuge, Zubehör und praxisnahe Expertentipps für den Glasfaser-Rollout. CommScope, Corning Optical Communications, Dura-Line, Fibernet, Jetting AB, die Langmatz GmbH, Leviton, Ripley Tools und VIAVI Solutions präsentierten ihre neuesten Produkte und Lösungen rund um den Breitbandausbau mit einem eigenen Stand. Branchenaustausch Die Netceed Hausmesse 2025 unterstrich einmal mehr die Bedeutung praxisnaher Austauschplattformen für einen erfolgreichen Breitbandausbau in Deutschland. Mit fundierten Fachimpulsen, Live-Technik und direktem Dialog zwischen Herstellern, Planern und Ausführenden bot die Veranstaltung einen echten Mehrwert für alle Beteiligten und setzt Maßstäbe für künftige Branchen- treffen, denen sich Netceed auch im kommenden Jahr gerne stellen wird. www.netceed.com Mit fundierten Fachimpulsen, Live-Technik und direktem Dialog zwischen Herstellern, Planern und Ausführenden bot die Veranstaltung in Kabelsketal einen echten Mehrwert für alle Beteiligten (Foto: Netceed)
17 www.net-im-web.de 10/25 Gesetzentwurf zum KRITIS-Dachgesetz Viel Arbeit für Unternehmen Bernhard Reimann Mit dem KRITIS-Dachgesetz werden übergreifende Mindestanforderungen, verpflichtende Risikoanalysen und ein Störungsmonitoring für kritische Infrastrukturen geschaffen und die Abwehrfähigkeit und Resilienz gestärkt. Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Erstmals wird der physische Schutz kritischer Infrastrukturen bundeseinheitlich und sektorenübergreifend mit einem umfassenden KRITIS-Dachgesetz in den Blick genommen. Dazu werden die wichtigsten kritischen Infrastrukturen in elf Sektoren definiert, darunter Energie, Ernährung, Wasser, Gesundheit, Transport und Verkehr. Zudem wird die EU-Richtlinie über die Resilienz kritischer Einrichtungen (CER-Richtlinie) mit dem KRITIS-Dachgesetz umgesetzt. Mit europaweit einheitlichen Mindeststandards für den Schutz kritischer Infrastrukturen sowie verstärkte grenzüberschreitende Kooperation wird auch die Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa gestärkt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: „Mit dem KRITIS-Dachgesetz machen wir Deutschland widerstandsfähiger gegen Krisen und Angriffe. Wir schaffen dafür einheitliche Mindeststandards, Risikoanalysen und ein Störungsmonitoring. Unser Ziel ist klar: Die Abwehrfähigkeit und Resilienz unserer kritischen Infrastrukturen muss gehärtet werden.“ Betreiber identifizieren Zunächst werden nach dem KRITIS-Dachgesetz die wichtigsten KRITIS Betreiber in Deutschland identifiziert. Hierbei handelt es sich um kritische Infrastrukturen, ohne die das Funktionieren der Wirtschaft insgesamt und folglich die Versorgungssicherheit der Bevölkerung im Bundesgebiet gefährdet ist. Dazu werden zunächst für die einzelnen kritischen Dienstleistungen nationale Risikobewertungen durchgeführt, auf deren Grundlage die Betreiber eigene Risikobewertungen durchführen sollen. Darüber hinaus legt das Gesetz Mindestanforderungen fest, die für alle Sektoren gelten. Dabei gilt der All-Gefahren-Ansatz: Jedes denkbare Risiko muss berücksichtigt werden, von NaturkatastroBei der KRITIS-Bewertung gilt der All-Gefahren-Ansatz. Jedes denkbare Risiko muss berücksichtigt werden, von Naturkatastrophen bis hin zu Sabotage, Terroranschlägen und menschlichem Versagen (Foto: Bundesfoto/Ibo OT) KRITISCHE KOMMUNIKATION
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