17 www.net-im-web.de 11/25 KRITISCHE KOMMUNIKATION Drohnen zuverlässig abwehren Rammen, verwirren oder einfangen Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Bernhard Reimann Wie werden unerwünschte Drohnen unschädlich gemacht? Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erforscht und entwickelt Technologien zur Drohnenerkennung und zur Drohnenabwehr. Dazu zählen Methoden, die Drohnen orten, verfolgen und daraus ein Lagebild erstellen. Und Methoden, die unerwünschte Drohnen unschädlich machen: Dann nimmt eine Abfangdrohne die Verfolgung auf und bringt die fremde Drohne zum Absturz oder fängt sie in der Luft ein. etwa bei der Versorgung schwer erreichbarer Orte. Unbemannte Luftfahrzeuge können Lageinformationen nach Katastrophen bereitstellen. Gleichzeitig wächst die Relevanz von Drohnen auch im Bereich der Sicherheitstechnologie. Es zeigt sich zusehends, dass Drohnen nicht nur zum Ausspähen, sondern auch für Angriffe genutzt werden. Im Projekt CUSTODIAN (Counter-UAS Technologies for Detection, Interception and Neutralization) bündeln zwölf DLR-Institute und Einrichtungen unter der Leitung des DLR-Instituts für Flugsystemtechnik ihre Kompetenzen zur Drohnenabwehr. Das DLR arbeitet an einer Vielzahl technischer Lösungen. Wissenschaftler haben im Nationalen Erprobungszentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme des DLR in Cochstedt erfolgreich gezeigt, wie eine feindliche Drohne erkannt und unschädlich gemacht wird. Dabei haben die Forschenden unter anderem eine Drohne durch gezielte Beeinflussung des Navigationssignals zum Landen gezwungen. Schritt für Schritt zur Abwehr Die Neutralisierung unerwünschter Drohnen erfolgt in mehreren Schritten. Der erste Schritt ist das Erkennen dieser Drohnen mit Sensoren. Einzelne Drohnen werden dabei ebenso detektiert wie ganze Schwärme. Im zweiten Schritt wird die Situation in einem Lagezentrum bewertet. Anschließend werden im dritten Schritt die geeigneten Gegenmaßnahmen ausgewählt und gestartet. Abfangdrohnen können als effektive Gegenmaßnahme eingesetzt werden. In der Forschung zu Abfangsystemen untersucht das DLR die gesamte Kette von der Detektion über das Abfangmanöver bis zum Abtransport. Welche Form und Ausstattung eine solche Abfangdrohne hat, ist vom Szenario abhängig. Drohnen können gezielt durch Maßnahmen vom Boden unterstützt werden. „Dabei stehen die Sicherheit der Umgebung und die zielgerichtete Wirkung im Mittelpunkt. Neben den Innovationen ist deshalb die umfassende Analyse und Bewertung ein zentrales Ziel dieser Aktivitäten“, teilt das DLR-Institut für Flugsystemtechnik mit. www.wdlr.de „Die sich verändernde Sicherheitslage in den letzten Monaten und Wochen über Deutschland und nun auch bei unseren Nachbarn macht es dringend notwendig, dass wir durch Wissensaustausch unsere Kompetenzen bündeln“, sagt die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla. „Einen Schwerpunkt setzen wir auf unser Drohnenkompetenzzentrum am Flughafen Cochstedt, wo unbemannte Luftfahrtsysteme und deren Resilienz im Einsatz getestet werden.“ Abfangdrohne fliegt automatisch Unbemannte Luftfahrt gewinnt generell an Bedeutung. Die technologischen Fortschritte eröffnen Möglichkeiten. Lieferdrohnen helfen Im DLR werden weitere Vorgehensweisen untersucht, um Drohnen unschädlich zu machen. Unter anderem wurde eine feindliche Drohne von einer automatischen Abfangdrohne gerammt (Foto: DLR)
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