NET 12/2025

25 GEBÄUDETECHNIK Spionage-Drohnen sind eine reale Gefahr Firmen mit Werksgeländen sollten sich schützen Bernhard Reimann Seit sich die Drohnen-Sichtungen über Deutschland häufen und Flughäfen deswegen zeitweise geschlossen werden müssen, ist das Thema in aller Munde. Die Karlsruher Sicherheitsfirma hensec erfährt eigenen Angaben zufolge eine „noch nie dagewesene“ Nachfrage nach Systemen zur DrohnenDetektion von Unternehmen mit Werksgelände. Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Drohnen haben sich in den vergangenen Jahren von Nischenprodukten zu strategisch relevanten Technologien entwickelt. Laut Schätzungen der European Union Aviation Safety Agency (EASA) könnten bis 2030 rund 7 Millionen zivile Drohnen allein in Europa im Einsatz sein. Parallel entstehen hochentwickelte militärische Systeme, die Reichweiten von über 1.000 Kilometern, KI-gestützte Zielerkennung und Schwarmtaktiken ermöglichen. Der Markt soll nach Angaben der Researchfirma Markets and Markets weltweit bis 2027 auf mehr als 55 Milliarden US-Dollar anwachsen. Einsatzfelder reichen von der Infrastrukturinspektion über landwirtschaftliche Einsätze bis zu Such- und Rettungsmissionen. Gleichzeitig steigt das Risiko von Missbrauch. Bereits 2023 registrierten europäische Behörden mehrere hundert sicherheitsrelevante Drohnenvorfälle in der Nähe sensibler Einrichtungen, darunter Regierungsgebäude, Energieanlagen und militärische Standorte. Hinzu kommt, dass viele Betreiber Kritischer Infrastrukturen inzwischen selbst Drohnen für Inspektionen oder den Werksschutz einsetzen. Auch diese firmeneigenen Drohnen müssen identifiziert und in das Gesamtsicherheitskonzept integriert werden. Neben staatlichen Akteuren nutzen Extremisten, kriminelle Gruppen und Einzelpersonen die Technologie zunehmend für Aufklärung, Schmuggel oder Sabotage. Angriffe auf Öl- und Gasinfrastruktur im Nahen Osten sowie Drohnenattacken im Ukraine-Krieg haben die Verwundbarkeit kritischer Bereiche verdeutlicht. Moderne Multicopter können Nutzlasten von mehreren Kilogramm transportieren, Reichweiten von über 20 Kilometern erreichen und selbst in Gegenden mit gestörtem GPS gut navigieren. Durch den Verzicht auf Funk-Aussendungen versuchen sie, auch klassische Überwachungssysteme zu umgehen. Bereits 2023 registrierten europäische Behörden mehrere hundert sicherheitsrelevante Drohnenvorfälle in der Nähe sensibler Einrichtungen, darunter Regierungsgebäude, Energieanlagen und militärische Standorte (Foto: Wanderfrust, Pixabay)

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