46 www.net-im-web.de 12/25 NETZBETREIBER UND -DIENSTE Die zentralen Cybersicherheitstrends 2026 Zero Trust rückt in den Mittelpunkt der Strategien Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Bernhard Reimann Unternehmen aller Sparten geraten zunehmend ins Visier von Kriminellen. Angriffe aus dem Internet sind an der Tagesordnung. Dabei gehen die Akteure immer raffinierter vor, bedienen sich zunehmend der Hilfe Künstlicher Intelligenz. Wir sprachen mit Kay Ernst, Regional Sales Manager DACH bei Zero Networks, über die sich verändernde Sicherheitslage und die Perspektiven für das kommende Jahr. NET: Herr Ernst, wenn Sie auf das Jahr 2026 blicken, wie verändert sich aus Ihrer Sicht die Cybersicherheit insgesamt? Kay Ernst: „Die Lage wird zunehmend anspruchsvoller, da Cyberrisiken zu einer der größten Bedrohungen für Verfügbarkeit und Business Continuity geworden sind. Angriffe skalieren durch KI deutlich stärker und sind wesentlich automatisierter als noch vor wenigen Jahren. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Angreifer in ein Netzwerk eindringen. Unternehmen müssen deshalb ihre Architekturen so gestalten, dass sich ein Angriff nicht weiter ausbreiten kann. Das verändert die Anforderungen an Sicherheit grundlegend. Unternehmen richten ihre Architekturen daher stärker an Zero Trust-Prinzipien aus. Zero Trust wird damit selbst zu einem zentralen Trend für 2026.“ NET: Viele Unternehmen sprechen von einem verstärkten Druck, Mikrosegmentierung umzusetzen. Was ist der Auslöser für diesen Trend? K. Ernst: „Es gibt zwei zentrale Gründe. Erstens sind Angriffe inzwischen so schnell und automatisiert, dass klassische Reaktionsmaßnahmen kaum noch ausreichen. Mikrosegmentierung verhindert, dass sich ein Angriff im Netzwerk ausbreiten kann. Sie wird damit zum entscheidenden Baustein einer modernen Sicherheitsarchitektur. Zweitens fordern große Unternehmen ihre Zulieferer inzwischen sehr konkret auf, Segmentierung umzusetzen. In der Automobilindustrie wird das über TISAX festgelegt und zum Teil sehr streng interpretiert. Diese Anforderungen wandern entlang der gesamten Lieferkette und erzeugen einen echten Umsetzungsdruck. Es gibt zudem eine dritte Beobachtung: CISOs werden von ihrer Geschäftsführung zunehmend nach MTTD und MTTR gefragt – also der durchschnittlichen Zeit, die benötigt wird, um einen Sicherheitsvorfall zu entdecken und einzudämmen. Gleichzeitig ist Business Continuity für Unternehmen heute zu einem zentralen Ziel geworden, da Cyberangriffe mittlerweile die Hauptursache für Ausfallzeiten in vielen Branchen sind. Und der einzige Weg, sowohl MTTD als auch MTTR zu minimieren, ist automatisierte Mikrosegmentierung.“ Viele Unternehmen haben nicht die personellen Kapazitäten, um aufwändige Sicherheitsprojekte manuell umzusetzen. Das betrifft vor allem den Mittelstand. (Foto: Zero Networks)
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