NET 3/2025
www.net-im-web.de 31 03/25 aber auf der anderen Seite ist der Umgang mit dem Ende einer empfindlichen Glas- faserleitung nicht zu vergleichen mit dem einer DSL-Leitung. Probleme und Gefahren Der Unterschied zu DSL zeigt schnell, welche Risiken daraus resultieren. Der einzelneTeilnehmer hängt in der Regel mit etlichen anderen Teilnehmern zusammen an einem gemeinsamen PON-Zweig und darf nun frei wählen, welchenONT er dort anschließt. Im einfachsten Fall verwendet er den vom Netzbetreiber bereitgestellten ONT; Erfahrungen aus der DSL-Welt zeigen aber, dass das zur Einführung einer Technologie oft noch die Regel ist, der Markt aber nach und nach zunehmend interessanter wird mit technisch attrakti- veren Alternativen. Das bedeutet, dass das Netz und seine Abschlusspunkte genauso innerhalb der Standards funktionierenmüssen wie die daran angeschlossenen Endgeräte. Fehler- hafte oder inkompatible Endgeräte könnten zum Beispiel mit zu geringen Sendepegeln arbeiten oder außerhalb ihres zugeteilten Zeitschlitzes senden. Ein derartiger „räu- berischer“ ONT (Rogue) kann unter Um- ständen einen ganzen PON-Zweig stören. Trotz einer recht restriktiven Standardisie- rung gibt es immer noch Spielräume, die Hersteller hier nutzen können. Zudem ist es möglich, dass be- stimmte Management-Dienste im Netz nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden können, weil die ONT-Firmware eines anderen Anbieters diese nicht unterstützt oder womöglich „Kunden-Firmware“ ver- wendet wird. Daraus resultieren erhebliche Sicherheitsrisiken. Alles das sind Heraus- forderungen, die es bei DSL auch schon gab, die aber nur den kundeneigenen Port betrafen. Im allerschlimmsten Fall könn- ten durch Unwissenheit auch artfremde Technologien angeschlossen werden, zum Beispiel SFP-Module, die eigentlich für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen gedacht sind und dauerhaft auf der Leitung senden (Alien-ONTs). Dies kann nicht nur die eigene Verbindung, sondern auch die andererTeil- nehmer stören, die eigentlich kompatible Technik einsetzen. Dann entstehen nicht nur Kosten für die Fehlersuche, sondern dies führt auch zu unzufriedenen Kunden. Ein weiteres großesThema ist die Reinlichkeit der Verbindung zwischen pas- sivemNetzabschluss und Kundenendgerät. Die Schnittflächen der Glasfaserenden sind empfindlich und werden mittels Steck- verbinder aufeinandergepresst. Kleinste Beschädigungen der Endfläche in Formvon Kratzern, Rissen oder Verunreinigungen haben große Auswirkungen. Mechanisch qualitativ schlecht verarbeitete Buchsen am Endgerätewahlfreiheit birgt Risiken Bei PON teilen sich mehrere Teilnehmer eine Glasfaserlei- tung, anders als bei der DSL-Infrastruktur. Sie wird mittels passiver Splitter in beispielsweise 32 bis 64 einzelne Teilnehmerleitungen aufgeteilt (Bilder: Intec)
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