NET 3/2025
32 www.net-im-web.de 03/25 Endgerätewahlfreiheit birgt Risiken ONT oder am eingesteckten SFP können genauso dazu beitragen wie ein sorgloser Umgang mit dem Anschlusskabel. Nicht nur, dass es verunreinigt oder beschädigt sein kann – auch ungewollte Verlängerun- gen, der Einsatz von falschen Steckertypen (Verwechslung von APC8°, APC9° und schlimmstenfalls UPC) oder die Nichtein- haltung von Biegeradien stellen Risiken dar, die am Ende Einfluss auf die Performance des Anschlusses und somit auf die Kunden- zufriedenheit haben. Zwar gibt es gesetzliche Rege- lungen, wie Störungsfälle mit fehlerhaft angeschlossenen oder inkompatiblen End- geräten abgewendet werden können (siehe zum Beispiel §73 TKG: „Anschluss von Telekommunikationsendeinrichtungen“), doch muss hier jedem klar sein, dass jedes Problem immer einer technischen und evtl. sogar einer verwalterischen bzw. gesetzlichen Abklärung bedarf, die unter Umständen durchgesetzt werdenmuss. Etwa dann, wenn es um den Zugang zum passiven Abschluss- punkt oder zum potenziell problematischen Endgerät und/oder seinen Austausch geht. Messtechnische Herausforderungen Glasfaser-Rollouts werden fehleranfälliger, wenn man beim Zusammenstecken nicht sehr sorgsam vorgeht. Die Abwägung, was schwerer wiegt, hat die Bundesnetzagentur nun hier getroffen. Eine Bewertung soll hier nicht erfolgen; es gibt für die verschiedenen Sichtweisen gute Gründe. Vielmehr drängt sich die Frage auf: Was tun? Die Antwort ist bei GPON und in Zukunft auch bei XGS-PON genau wie bei DSL: Anschlüsse müssen geprüft werden. Allem voran ist bereits bei der Ak- tivierung des PON darauf zu achten, dass die richtigen Sendepegel auf beiden Seiten eingehalten werden und innerhalb der Spe- zifikation liegen. Auch AlienONTs können vonmodernenGlasfasermessgeräten (Fiber- testern) erkannt werden. Beim Rangieren der Leitungen in der Vermittlungsstelle oder am Splitter im Straßenverteiler ist das Auslesen der PON ID unverzichtbar, um sicherzustellen, dass man sich am richtigen PON-Zweig und nicht an dem einesWett- bewerbers befindet. EinMessgerät, das imRahmen der Standards über maximale Interoperabilität verfügt, kann zudem in oben genannten Spezialfällen als Referenzgerät eingesetzt werden. Hierzu muss das Messgerät eine ONT-Simulation beherrschen und auf höheren Schichten weitere protokolltech- nische Prüfungen wie die Unterstützung von TR-069 oder den Aufbau einer PPP- Verbindung beherrschen. Wichtig dafür ist außerdem, dass es – anders als die meisten ONTs – hochflexibel konfigurierbar ist, angefangen bei der MAC-Adresse, über die Seriennummer des ONTs (ONU ID) bis hin zu den PPP-Zugangsdaten. Gerade Premiumkunden mit ho- her Bandbreitenbuchung (zumBeispiel 2,5 Gbit/s bei GPON oder bis zu 10 Gbit/s bei XGS-PON) erwarten eine einwandfreie Performance. Der messtechnischeNachweis in Form eines Speedtests bei Anschlussüber- gabe oder Entstörung ist daher essenziell. Messtechnikhersteller, die das abdecken, sind dann auch in der Lage, Dienste allgemein zu prüfen, bspw. ob die VoIP- oder IPTV-Verbindung des Video- Overlays tadellos funktioniert. Für alle anderen Probleme, speziell alle Stecker-, Kabel- und Rangierprobleme, ist das Überprüfen der PON-Strecke mit OTDRs unverzichtbar. Ein OTDR ist bei richtiger Handhabung und etwas Erfahrung in der Lage, alle mechanischen Probleme der Leitung aufzudecken und mit Entfer- nungsangabe anzuzeigen. Dazu zählen zum Beispiel fehlerhafte Steckkontakte, schlechte Spleißstellen oder Biegeradienverletzungen. Die standard- und regelmäßige Prüfung auf Verunreinigungen, Kratzer oder Risse mittels spezieller Kameratechnik und passender Adapter für Stecker und Buchsen (Tips) ist besonders bei der Übergabe an den Kunden entscheidend, denn dieser hat später die Möglichkeit, hier sein eigenes Endgerät anzuschließen und somit Einfluss auf die Qualität der Verbindung. Eine Protokol- lierung des Übergabezustands hilft, spätere Schadensdiskussionen zu vermeiden. Fazit Die freieWahl von Endgeräten in GPON- und XGS-PON-Netzen bietet Kunden mehr Flexibilität, bringt aber erhebliche technische Herausforderungen für Netz- betreiber mit sich. Störungen durch inkom- patible oder unsachgemäß angeschlossene Geräte können das gesamte Netz beein- trächtigen. Eine durchdachte Messtechnik- Strategie ist daher unerlässlich. Der deutsche Hersteller intec bietet unter dem Markennamen ARGUS innovativeMesslösungen für Glasfasernetze an. Glasfasermesstechnik, die in der Lage ist, die wesentlichen der oben genannten Funktionen netzbetreiberindividuell zu kombinieren, spart Zeit, Geld und Platz. Die Beschaffung, das Messgeräte-Manage- ment, die Kalibrierung, die Verwaltung von Mess- und Testergebnissen sowie die Schulung derTechniker uvm. fallen nur ein- mal an. Neben verschiedenen Ausbaustufen umfasst das Angebot der intec GmbH auch Support, Dokumentation sowie Schulungen in deutscher und englischer Sprache. Die Kombination aus modernster Mess- und Prüftechnik spart nicht nur Zeit und Kos- ten, sondern sorgt auch für eine zuverlässige Netzqualität – im Interesse der Netzbetrei- ber und der Endkunden. www.argus.info Störungen durch artfremde Technologien können hohe Kosten und unzufriedene Kunden mit sich bringen
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