NET 3/2025

Fika trifft auf Fiber Nahezu alle Bildungs- und Forschungsein- richtungen Stockholms sind an das Stokab angeschlossen. Dadurch ist die schwedische Hauptstadt zumHotspot für die Entwicklung von Hochleistungsrechnern (High Perfor- mance Computing, HPC) geworden. Darüber hinaus forscht das König- liche Institut für Technologie (KTH) mit Ericsson an einer Quantenkommunikation, dem ersten Schritt auf dem Weg zu einem Quanteninternet. Dafür wird eine 17 km lange Glasfaserstrecke des Stokab genutzt – die erste Quantenkommunikationsver- bindung in der EU. Der deutsche Glasfaserausbau Was lässt sich von Stokab für den Glasfaser- ausbau in Deutschland lernen, vor allem in Städten, damit auch hierzulande Glasfaser die Basis für Innovation, Wirtschaftswachstum und letztendlich Wohlstand wird? Ähnlich wie in Schweden spielen auch in Deutsch- land kommunale Tochterunternehmen und Stadtwerke eine große Rolle im Glasfaser- ausbau. NetCologne, M-net, wilhelm.tel & Co. waren Vorreiter imGlasfaserausbau. Im Gegensatz zu Stokab handelt es sich aller- dings um vertikal integrierte Unternehmen, die auch den Endkundenmarkt bedienen. Andere Anbieter wie zum Beispiel Eurofiber in Berlin oder Metrofibre errichten zwar Wholesale-Glasfasernetze, bieten aber eher Wholesale-Produkte an und nicht wie Stokab den Zugang zu unbeschalteter Glasfaser. Für den Erfolg des Stokab-Net- zes war die starke Nachfrage nach einer modernenTK-Infrastruktur sowie der frühe Zeitpunkt des Ausbaus ausschlaggebend. „Wenn in einer Stadt bereits private Unter- nehmenGlasfaserinfrastruktur verlegt haben, ist die Ausgangslage ganz anders“, erklärt ein Sprecher des WIK auf Anfrage. Die Be- schleunigung des Glasfaserausbaus können Kommunen durch schlankere Genehmi- gungsverfahren, effizientere Prozesse und eine Nachfragebündelung unterstützen, um Unternehmen zur Beteiligung amAusbau zu motivieren. Empfehlungen für Städte Aber der Zug für eine Dark-Fiber-Strategie ist noch nicht vollends abgefahren. Jüngste Kooperationsverträge zwischen kommunalen Versorgern und der Deutschen Telekom könnten die Grundlage für Städte sein, sich vom Endkundengeschäft zu lösen, eine In- frastruktur mit unbeschalteter Glasfaser zu errichten und eineWholesale-only-Strategie umzusetzen. Dafür müssen derlei Koopera- tionen aber auch den Zugang für Unterneh- men und weiterer ISP neben der Telekom ermöglichen. Das WIK empfiehlt, Ökosysteme für digitale Dienste zu schaffen, die darauf abzielen, Innovationen inWissenschaft und Verwaltung zu fördern und die Unterneh- men aus dem Digitalsektor anziehen – eine Empfehlung, die auch dann lohnenswert ist, wenn private Unternehmen Glasfaser- netze bauen. Stockholm hat zum Beispiel im Rahmen der eigenen Innovationsstrate- gie die globalen Innovationsstandards ISO 56000 und ISO 56002 eingeführt sowie über 40 städtische Mitarbeiter, teils aus der Führung kommunaler Unternehmen, mit einem Innovationsprogramm geschult. Diese sowie alle weiteren Unter- nehmen haben imRathaus Stockholms einen direkten Ansprechpartner: Andreas Muranyi Scheutz, Leiter der Abteilung Innovation und Forschung. Immerhin: Deutsche Städte kennen mit dem Chief Digital Officer oder demChief Innovation Officer vergleichbare Positionen. Also: Der Anfang ist gemacht. AGGREGATE. EVERYTHING. EVERYWHERE. PTP Unterstützung Outoor Installation 10/25/100G Interfaces MACSec XGS PON 4G / 5G Remote MAC/PHY Business Ethernet 100G RS 4060 RS 4080

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