NET 3/2025

36 www.net-im-web.de 03/25 SCHWERPUNK T GL AS FAS ER Systemumstellungen sind kein Selbstläufer Umstieg auf Glasfaser bei Breitbandkabelnetzen ist nicht einfach Ulrich Freyer ist freier Fachjournalist in Köln Ulrich Freyer In den 1980er-Jahren wurden von der damaligen Deutschen Bundespost als Breitbandkommu- nikationsnetze (BK-Netze) be - zeichnete Verteilnetze für analoge TV-Programme in Koaxialtechnik errichtet, weil sich diese Leitungs- technologie für die Übertragung hochfrequenter Signale bis 1 GHz bestens bewährt hatte. Auf diese Weise wurden etwa 10 Millionen Haushalte komfortabel mit TV- Programmen leitungsgebunden versorgt. Aufgrund ihrer unidi- rektionalen Arbeitsweise wurde für die BK-Netze aus wirtschaftlichen Gründen Baumstruk- tur verwendet, da allen angeschlossenen Teilnehmern als Nutzern [user] dieselben Programmsignalsignale zur Verfügung stehen sollten. Von der auch als Kopfstelle [head- end] bezeichneten einspeisenden Stelle für die Programme erfolgte dabei mithilfe von Verteilern [splitter] eine systematische Ver- zweigung und Verästelung der Programm- verteilung bis zu den Anschlussdosen in den angeschlossenen Haushalten. Um dort die einwandfreie Funktion der angeschlossenen TV-Geräte zu gewährleisten, war es allerdings erforderlich, dass an jeder Anschlussdose ein definierter Mindestpegel dauerhaft zur Verfügung stand. Bei dieser Anforderung galt es,die von der Leitungslänge abhängige Signal- dämpfung als kennzeichnendes Merkmal elektrischer Leitungen zu berücksichtigen, also die Reduzierung des in der Kopfstelle einspeisten Pegels. Sie wird in Dezibel (dB) pro Längeneinheit angegeben, für die 100m typisch sind. Es liegt allerdings auch eine Frequenzabhängigkeit bei denKoaxleitungen vor. Grundsätzlich steigt die Dämpfung mit zunehmender Frequenz an. Um den erforderlichen Mindest- pegel an jeder Anschlussdose zu erreichen, werden im Netz Verstärker [amplifier] für die hochfrequenten Signale eingesetzt. Bei diesen handelt es sich um aktive Funktions- einheiten, die jeweils ein in Dezibel (dB) angegebenes Verstärkungsmaß [gain] auf- weisen und damit die Leitungsdämpfung unmittelbar kompensieren können. Für ihren Betrieb benötigen Verstärker elektri- sche Energie, derenMenge unmittelbar vom jeweiligen Verstärkungsmaß der Verstärker abhängt. Die technischen Spezifikationen der Die Migration der Glasfaser in existierende Breitbandkabel- netze ist auf allen Netzebenen grundsätzlich realisierbar. Der Übergang von FTTB auf FTTH erfordert im betroffenen Ge- bäude die Installation des Glasfaser-Hausnetzes (Foto: NET)

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