NET 3/2025

37 www.net-im-web.de 03/25 Verstärker sowie ihre Anzahl und Platzierung im Netz müssen sorgfältig geplant werden, umÜbersteuerung bei den Anschlussdosen zu vermeiden. Da die elektrische Leistung ständig zur Verfügung stehen muss, ergeben sich entsprechende Betriebskosten, außer- dem ist dies der Nachhaltigkeit abträglich. Glasfaser als Lösungsansatz Als Lösung der aufgezeigten Problematik bietet sich ein Wechsel der Übertragungs- technologie an, nämlich von den elektrischen Leitungen zu optischen Leitungen. Konkret also um den Übergang von Koax [coax] auf Glasfaser [fibre]. Dafür lassen sich folgende Vorteile aufzeigen: • Glasfaser weist gegenüber Koax eine signifikant geringere Signaldämpfung auf, weshalb die Leitungsdämpfung in dB/ km angegeben wird. • Wegen der aufgezeigten günstigen Dämpfungssituation werden in Glasfaser- Breitbandkabelnetzen keine Verstärker be- nötigt und damit auch keine elektrische Energie für diese. Im Gegensatz zu elektrischen Leitungen arbeiten Glasfaserleitungen mit optischen Signalen. In der Praxis handelt es sich ummonochromatisches (= einwelliges) Licht im Bereich der Wellenlängen von 450 nm bis 1600 nm, was Frequenzen im THz-Bereich bedeutet. Glasfaserleitungen werden deshalb auch als Lichtwellenleiter (LWL) bezeichnet. Ihre Funktion basiert auf der Totalreflexion fokussierter Licht- strahlen an Grenzflächen unterschiedlichen Glasmaterials. Dabei spielt deren Brechzahl n die ausschlaggebende Rolle. Sie gibt näm- lich an, um welchen Faktor sich das Licht im jeweiligen Medium (zum Beispiel Glas) gegenüber der Lichtgeschwindigkeit imVa- kuum langsamer ausbreitet und stellt damit einMaß für die „optische Leitfähigkeit“ des Mediums dar. Licht wird beim Übergang von einem optisch dichteren Medium in ein optisch dünneres Medium von der Ein- gangssenkrechten (Lot) weggebrochen. Bei richtiger Einkopplung des Signals in die Glasfaser wird damit Totalreflexion mög- lich. Jede LWL-Faser besteht deshalb aus einem optisch dichteren Kern aus Glas, einem optisch dünneren Mantel aus Glas und einer äußeren Schutzhülle aus Kunst- stoff. Bei den meisten LWL-Netzen werden Glasfasern eingesetzt, deren Kern kaum dicker ist, als die für den Betrieb verwendete Lichtwellenlänge. Dadurch ergibt sich nur einModus für die geführte Ausbreitung des Lichtsignals. Deshalb gilt für diese Variante die Bezeichnung Monomode-Faser. Vom Broadcast-Netz zum Internet Der Übergang von Koax auf Glasfaser bietet sich nicht nur wegen der Vorteile bezüglich Signaldämpfung und Energie- bedarf an, sondern auch aus der durch das Internet veränderten realen Nutzung der Breitbandkabelnetze. Um dieses auch dort optimal nutzen zu können, war allerdings der Übergang vomunidirektionalenVerteil- netz zumbidirektionalen (also interaktiven) Kommunikationsnetz erforderlich. In den koaxialenNetzen wurde diese Anforderung durch „Zwei-Wege-Verstärker“ erfüllt, rea- lisiert durch die Zusammenschaltung von Systemumstellungen sind kein Selbstläufer Grafik 1: Für die Hausnetze sind die Hauseigentümer, Wohnungsgesellschaften oder Genossenschaften zuständig, während es sich bei den Wohnungsnetzen um die Wohnungseigentümer oder von diesen autorisierte Mieter handelt (Grafik: Freyer)

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