NET 05/2025

13 www.net-im-web.de 05/25 KOMMUN I K AT I ONSMANAGEMENT Das Mobilfunknetz wird intelligent KI wird integraler Bestandteil von 6G sein Rimma Iontel ist Chief Architect Telco bei Red Hat Rimma Iontel Auch wenn die Einführung von 5G noch längst nicht abgeschlossen ist, wird bereits an seinem Nach- folger 6G gearbeitet, der noch spannendere Services für Verbrau- cher und Unternehmen ermög- lichen soll. Um dies zu erreichen, muss KI nativ integriert werden, damit sich die Netzwerke selbst verwalten und optimieren können. Dies erfordert mehr Offenheit und Zusammenarbeit zwischen unter- schiedlichen Unternehmen und Branchen. In Deutschland wie in vielen anderen Ländern ist der 5G-Funkzugang inzwischen fast flächendeckend verfügbar. Allerdings wird dabei oft noch das bestehen- de LTE-Kernnetz anstelle einer reinen 5G- Infrastruktur genutzt. Der Aufbau dieser Infrastruktur ist kosten- und zeitintensiv, wird aber in den kommenden Jahren weiter voranschreiten, um so das volle Potenzial des Mobilfunkstandards ausschöpfen zu können. Parallel dazu haben bereits vor einiger Zeit die Arbeiten am Nachfolgestandard 6G begon- nen. Bei 6G sind noch einige grundlegende Fragen zu klären, etwa ob die Luftschnittstelle weitgehend der von 5G entsprechen oder völ- lig neu konzipiert werden soll, und auch um das Kernnetz gibt es ähnliche Diskussionen. Hintergrund der Debatte ist, dass 5G die Erwartungen einiger nicht vollständig erfüllen konnte – die Einführung im Indus- triesektor schreitet nur langsam voran, sodass Mobilfunkanbieter nach wie vor auf das mobile Breitband-Internet für Verbraucher als Haupteinnahmequelle angewiesen sind. Andere Use Cases, wie URLLC (Ultra-Re- liable Low Latency Communication) und mMTC (massive Machine Type Commu- nication), haben nicht die erwartete Rolle gespielt. Dies hat dazu geführt, dass der Fokus bei 6G verstärkt auf Kosteneffizienz liegt. Durch den Aufbau auf vorhandener Hardware kann der Wechsel von 5G zu 6G über ein Software-Upgrade realisiert werden, wodurch die erforderlichen Investitionen gesenkt werden. Die Grundlagen dafür wurden mit dem Cloud-nativen Ansatz von 5G geschaf- fen, der eine Entkopplung von Hardware und Software vorsieht und ein hohes Maß an Flexibilität bietet. Hinzu kommen Vorteile bei der Ausfallsicherheit, Skalierbarkeit und Verwaltung der Infrastruktur. Bis 6G fertig ist – derzeit steht die kommerzielle Einfüh- rung rund um das Jahr 2030 im Raum –, dürften die Kernnetze der Mobilfunkanbieter auf 5G umgestellt sein, sodass ein Software- Upgrade prinzipiell möglich wäre, wenn sich die Branche für diesen Weg entscheidet. Bei 6G sind noch einige grundlegende Fragen zu klären, etwa ob die Luftschnittstelle weitgehend der von 5G entsprechen oder völlig neu konzipiert werden soll. Und auch um das Kernnetz gibt es ähnliche Diskussionen (Grafik: Red Hat)

RkJQdWJsaXNoZXIy MjE2Mzk=