NET 05/2025

16 www.net-im-web.de 05/25 USV -Systeme für Rechenzentren Außerdem erzeugen sie weniger Wärme, belasten die Kühlinfrastruktur weniger und senken so die Kühlkosten. Erzielt die USV einenWirkungsgrad von 97 Prozent, dann übersteigen die Energieverluste im Verlauf von zehn Betriebsjahren in der Regel die Anschaffungskosten einer USV. Somit kann der Austausch einer älteren USV-Anlage, trotz voller Funktionsfähig- keit, auch heute schon sinnvoll sein. Neue Siliziumkarbid-Komponenten ermöglichen einenWirkungsgrad von 98 Prozent. Diese Steigerung desWirkungsgrads um ein Pro- zent reduziert die Energieverluste um ein Drittel und sorgt für eine Kapitalrendite in 2,5 Jahren. Hinzu kommt, dass sich aufgrund der niedrigerenTemperaturen die Lebensdauer der Komponenten verlängert. Die Systeme müssen weniger gewartet und ausgetauscht werden als herkömmliche USV-Anlagen. Hoher Leistungsfaktor sinnvoll Der Leistungsfaktor ist ein weiterer kri- tischer Aspekt, der sich vor allem auf die Betriebskosten auswirkt. Er definiert das Verhältnis der Wirkleistung einer Last (Watt) zur Scheinleistung (VA). Bei einem idealen Leistungsfaktor von 1 hat das Gerät keine Blindleistungsverluste. Strom und Spannung verlaufen damit in gleicher Phase. Eine USV mit einem hohen Leistungsfak- tor nahe 1 bedeutet wenig Verlustenergie, außerdem nutzt sie die elektrische Infra- struktur nahezu optimal. Meist liegt der Leistungsfaktor zwischen 0,9 und 0,95. Ein schlechter Leistungsfaktor bedeutet, dass die USV ineffizient arbeitet. Das führt zu einer erhöhtenWärmeentwicklung sowohl in der USV als auch in anderen angeschlos- senen elektrischen Geräten und erhöht die Energie- und Kühlkosten. Oberschwingungen reduzieren USV-Systeme schützen nicht nur bei kurzfristigen Stromausfällen. Sie können empfindliche Geräte zudem vor Ober- schwingungen schützen und somit die Verzerrung des Sinusverlaufes verhindern. Da immer mehr Geräte undMaschinen im Spannungsnetz betriebenwerden, dieOber- schwingungen verursachen, nehmen deren Auswirkungen auf Netze und Verbraucher zu. Diese Oberschwingungen belasten emp- findliche Elektronik und können diese überhitzen, was zu vorzeitigen Ausfällen und erhöhten Wartungs- beziehungsweise Re- paraturkosten führt. Deshalb ist es wichtig, dass das USV-System über eine gute Ober- schwingungsminderung verfügt, die sowohl die USV als auch angeschlossene Geräte vor diesen Auswirkungen schützt. Zugleich spart das Energie, da sie die Energieverluste in Form vonWärme im Stromverteilungs- system reduziert. Es entfällt damit auch der höhere Kühlbedarf, um diese Wärme abzuführen. Manche Energieversorger ver- hängen sogar Strafen, wenn ein Unterneh- men etwa durch harmonische Verzerrungen die Stromqualität verschlechtert. Durch die Investition in ein USV-System mit gutem Oberschwingungsmanagement lassen sich diese Strafen vermeiden und die Einhaltung gesetzlicher Normen sicherstellen. Betriebskosten optimieren Skalierbarkeit und Modularität sind zwei Parameter, mit denen sich die Total Costs of Ownership (TCO) von USV-Systemen gut optimieren lassen. Dennmit einem ska- lierbaren USV-System kauft und installiert ein Unternehmen nur die gerade benötigte USV-Kapazität, was die Investitionsaus- gaben reduziert. Bei steigender Last kann die Kapazität schrittweise erweitert werden (Pay-as-you-grow-Methode). So wird eine Überbereitstellung und Unterauslastung der Kapazität vermieden. Dieser Ansatz richtet die Kapitalausgaben auf das tatsäch- liche Wachstum aus und verbessert so die Finanzplanung und den Cashflow. Bei modularen USV-Systemen können die einzelnenModule je nachBedarf hinzugefügt oder entfernt werden. Darüber hinaus verbessern modulare Systeme die Redundanz, indem sie N+1 oder andere redundante Konfigurationen ermöglichen. Wenn ein Modul ausfällt, übernimmt ein anderes ohne nennenswerte Ausfallzeiten den Betrieb. Das reduziert das Risiko kost- spieliger Ausfälle und verbessert die Aus- fallsicherheit des Systems. Zudem kann das Personal einzelne Module warten oder austauschen, ohne das gesamte System herunterfahren zu müssen. Dies senkt die Wartungskosten undminimiert Störungen. Darüber hinaus lassen sich diese Systeme meist schnell installieren und integrieren und ermöglichen bei Bedarf eine schnelle Bereitstellung zusätzlicher Kapazitäten. Dies ist von entscheidender Bedeutung, um auf plötzliche Nachfragesteigerungen oder andere betriebliche Änderungen reagieren zu können. Ausfallsicherheit und USV-Kosten Für seine jährliche weltweite Analyse von RZ-Ausfällen 2024 hat das Uptime-In- stitute unter anderem auch die dadurch entstandenen Kosten ermittelt. Demnach hat gut die Hälfte (54 Prozent) der be- Modulare USV-Anlagen wie die Keor Mod von Legrand sparen Energie, weil sie optimal dimensioniert sind. War- tungskosten sowie der MTTR (Maintenance Time To Repair) können durch die modulare Bauweise verringert werden

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