NET 05/2025
26 www.net-im-web.de 05/25 SCHWERPUNK T ANGA COM Digitales Bürgerhaus für Smart Cities urbanOS bringt mehr Bürgerservice und weniger Verwaltung Bernhard Reimann Das Kölner Start-up dataMatters, eine Ausgründung der RWTH Aachen, hat unter dem Namen urbanOS das nach eigenen Anga- ben weltweit erste Betriebssystem für Smart Cities vorgestellt. Das kommunale Operating System arbeitet ähnlich wie Computer- oder Smartphone -Betriebssysteme, ist aber für die „Smartisierung“ städtischer Infrastrukturen opti- miert, von der Verkehrsführung über die Abfallwirtschaft und die Energieversorgung bis zur öffent- lichen Sicherheit. Das „digitale Bürgerhaus“ ist laut Angaben hochskalierbar – es deckt die An- forderungen von Städten, Bezirken und Landkreisen ab, von kleinen Kommunen über Mittelstädte bis hin zu Millionenmetropolen. Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Ähnlich wie moderne Smartphone-Betriebs- systeme wie iOS für das iPhone ist auch urbanOS mit einem AppStore ausgestattet. Kommunale Ver- sorgungsbetriebe und privatwirtschaftliche Unternehmen können ihre Services im urbanOS AppStore anbieten, so dass diese von Leistungsträgern gegen Entgelt in An- spruch genommen werden können. Blick in die Zukunft Das neue kommunale Betriebssystembasiert auf einemMehr-Schichten-Modell: Senso- rik, kommunaler Datenraum, Künstliche Intelligenz (KI), datenbasierte Entschei- dungsfindung und optimierte Dienstleis- tungen für Bürgerschaft und Verwaltung. Dr. Daniel Trauth, Firmengründer und Geschäftsführer der dataMatters GmbH, erklärt das Prinzip: „Ein breites Spektrum an Sensoren erfasst, was in der Stadt vor sich geht. Diese Informationen werden in einen kommunalenDatenraumübertragen und dort mittels KI verarbeitet. Die Er- gebnisse werden in einem urbanCockpit angezeigt, so dass die Entscheidungsträger erstmals einenminutenaktuellen Überblick erhalten, was in ihrer Stadt tatsächlich vor sich geht, vergleichbar einem Piloten, der ein Flugzeug steuert.“ Der Clou: Die KI blickt sogar in die Zukunft, so dass am urbanCockpit nicht nur die aktuelle, sondern auch die künftige Lage detailliert dargestellt wird. „Das verschafft der Kommune eine nie dagewesene faktische Grundlage für urbane Entscheidungen“, erklärt Dr. DanielTrauth einen wesentlichen Vorteil des neuen Be- Für die Funkanbindung der Sensoren setzt dataMatters auf sogenannte „Long Range Wide Area Networks“ (LoRaWAN). Diese ermöglichen die Datenübermittlung über lange Strecken mit minimalem Energieaufwand (Grafiik: DataMatters)
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjE2Mzk=