NET 05/2025

39 www.net-im-web.de 05/25 Glasfasermärkte aus der Sicht europäischer Carrier Diese neueTechnologie bietet imVergleich zur Single-Mode-Faser ungefähr um ein Drittel reduzierte Latenzzeiten. ColtTechnology Services (CTS)hat eine Glasfaser-“Brücke“ zwischen den USA und Europa für den internationalenDatenver- kehr mit einer direkten Glasfaserverbindung von dem transatlantischen Seekabel „Apollo South“ bis zum New Jersey Fiber Exchange (NJFX) gebaut. CTS liefert 7.000 Kilometer als Bestandteil des 13.000 Kilometer langen Apollo South-Systems. Relined Fiber Networks hat das eigene Netz in denNiederlanden, inDeutsch- land und inDänemark ausgebaut. Talat Sahin stellte heraus, dass es für die Branche auch um einen technologischen Shift gehe, was die Netze angeht. Relined Fiber Networks setzt ebenfalls auf “Holowcore Fiber“ als Innovation im Netzbetrieb. AI ready infrastructure Der Bedarf an Bandbreite explodiert – Cloud- Dienste, 5G, immer mehr Rechenzentren und der industrielle Datenverkehr als auch private Nutzer vonDiensten treiben dieNachfrage an. Vor allem aber erhöht der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) die Anforderungen an höhere Bandbreiten. Das bestätigten alle Panelisten unisono: AI is driving an immense demand for much more network capacity! Das gilt für Deutschland, Europa und die USA. „KI nimmt als wichtiges Thema an Bedeutung zu, aber wir sind weit hinter den USA. 90 Prozent der internationalen In- vestitionen fließen in KI-Fähigkeiten und Artificial Intelligence-Modelle in den USA. Davon profitiert unsere US-Schwestergesell- schaft, insbesondere mit unseren über das Land verteilten Long-Haul Fiber Capaci- ties. Europa hat die reale Möglichkeit, bei der KI-Entwicklung aufzuholen. Bei Zayo Europe sind wir darauf fokussiert, dieses Wachstummit unserer Glasfaserinfrastruktur ebenfalls im Weitverkehrsbereich und mit grenzüberschreitenden Netzkapazitäten aucg die Geschwindigkeit zu unterstützen“, sagte Colman Deegan, CEO von Zayo Europe. „Das Quantum an Investitionen, die Ge- schwindigkeit an Investitionen sind in den USA viel schneller als in Europa“, betonte er den Unterschied in den Märkten in Bezug auf die Relevanz von KI. Der technologische Siegeszug der KI hat nicht nur die Art verändert, wie Unterneh- men arbeiten, sondern stellt auch die digitale Infrastruktur vor neue Herausforderungen. Immer leistungsfähigere Modelle, wie etwa GPT-4, Googles Gemini oder spezialisierte Branchenlösungen, benötigen eine immense Menge an Rechenleistung – und damit auch eine kontinuierlich steigende Datenübertra- gung. Für Carrier-Netze und Betreiber von Rechenzentren bedeutet diese Entwicklung zum vielschichtigen Einsatz von KI eine struk- turelle Revolution. KI erfordert breite Verfügbarkeit Der vermehrte KI-Einsatz hat direkte Auswirkungen auf die Glasfasernetze als Rückgrat der globalen Dateninfrastruk- tur. Die Glasfasertechnologie bietet zwar grundsätzlich die nötige Kapazität, doch die physische Infrastruktur ist in vielen Regionen nicht ausreichend ausgebaut, um mit demwachsendenDatenvolumen Schritt zu halten. Die Ertüchtigung bestehender bisher nicht genutzter Netztrassen und Kapazitäten in Leerrohr-Infrastruktur ge- winnt neben dem kontinuierlichen Ausbau neuer Glasfaserverbindungen an strategi- scher Bedeutung. Besonders kritisch wird die sogenannte "Middle Mile", also der Transportweg zwischen lokalenNetzwerken und zentralen Rechenzentren. Hier zeigt sich oft, dass Bandbreitenengpässe nicht in der Endkundenanbindung, sondern im Transportnetz auftreten – genau dort, wo KI-Systeme ihre Daten in großem Maße bewegen. „GasLINE baut von Anbeginn das eigene Glasfasernetz kontinuierlich aus. Der Netzausbau und die Vermarktung un- beleuchteter Glasfaserkapazitäten ist unser Kerngeschäft. Aktuell vermarkten wir 65.000 Kilometer Netzinfrastruktur und bauen das eigene Netz bis 2029 um weitere 5.000 Ki- lometer aus. Die steigende Nachfrage durch KI wird bei der zukünftigen Netzplanung berücksichtigt, wenn beispielsweise Edge- Rechenzentrumsstandorte mit Glasfaser an- gebunden werden“, erläutertWolframRinner, Geschäftsführer der GasLINE. Ergänzend betonte er: „Internet kann nur entstehen, indem Carrier und Betreiber von Rechen- zentren zusammenarbeiten. Denn der einzige Weg, heute und in Zukunft Rechenzentren zu betreiben, ist der Anschluss an ein leistungs- fähiges Glasfasernetz.“ DasTraining der KI-Anwendungen erfolgt nicht mehr nur inHyperscale-Datacen- tern, sondern zunehmend auch in verteilten Architekturen.Hier spielen zukünftig die Edge- Rechenzentren für Edge-Computing eine entscheidende Rolle. Es entstehen komplexe Datenökosysteme, in denen Bandbreitenver- fügbarkeit, kurze Latenzzeiten und Ausfall- sicherheit zu kritischen Faktoren werden. Carrier stehen unter Druck, ihre Backbones auf die neue Realität auszurichten. Wo früher große Datenmengen planbar und phasenweise verarbeitet wurden, verlangt der KI-Verkehr nach permanenter, hochperformanter Ver- fügbarkeit, so der gemeinsame Tenor des International Carrier Panels. Colman Deegan KI nimmt als wichtiges Thema an Bedeutung zu, aber wir sind weit hinter den USA. 90 Prozent der internationalen Investitionen fließen in KI-Fähigkei- ten und Artificial Intelligence-Modelle in den USA

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