NET 05/2025
41 www.net-im-web.de 05/25 NE T ZB E TRE I B ER UND - D I ENS T E Nachhaltiger und wirtschaftlich überlegen Warum Kabelschächte aus Kunststoff langfristig die bessere Wahl sind Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Bernhard Reimann Kabelschächte aus Kunststoff gel- ten als teuer – zumindest, wenn man nur den reinen Anschaffungs- preis berücksichtigt. Doch eine detaillierte Wirtschaftlichkeits- berechnung zeigt, dass dem nicht so ist. Warum und welche Vorteile sich daraus ergeben, erklärt Dieter Mitterer, einer der beiden Ge - schäftsführer von Langmatz, im Interview. NET: Kabelschächte aus konventionellem Beton sind seit Jahrzehnten etabliert. Herr Mitterer, warum sollten Netzbetreiber und Tiefbau- unternehmen auf Kunststoff setzen? Dieter Mitterer: „Der große Irrtum ist teil- weise immer noch, dass Kunststoffschächte grundsätzlich teurer seien. Tatsächlich sind sie in der Anschaffung kostspieliger als Be- tonschächte, aber diese Betrachtung greift zu kurz. Analysiert man die gesamte Wert- schöpfungskette – von der Herstellung über Transport und Einbau bis hin zu Sicherheit und Langlebigkeit – wird schnell deutlich, dass Kunststoff in der Summe wirtschaft- licher ist. Aufgrund ihres modularen Aufbaus sind unsere Kabelschächte aus Polycarbonat flexibel im Handling und schnell gesetzt, was für unsere Kunden beim Ausbau von Breitband- und 5G-Netzen sowie der E- Ladeinfrastruktur entscheidend ist. Unsere Berechnungen zeigen, dass mit Langmatz- Schächten über 30 Prozent der Gesamtkosten eingespart werden können." NET: Können Sie das näher erläutern? Wo liegen die Einsparungen? D. Mitterer: „Betonschächte sind extrem schwer, was teure Spezialtransporte und schweres Gerät auf der Baustelle erfordert. Unsere Kunststoffschächte hingegen sind um ein Vielfaches leichter und benötigen kleinere Transport- und Flurförderfahr- zeuge. Dies führt zu einer besseren Er- reichbarkeit der Baustelle und erleichtert die Entladung vor Ort. Hinzu kommt die flexible Modulbauweise unserer Kabel- schächte, die eine schnelle und unkompli- zierte Montage ermöglicht. So verfügen sie über Sollbruchstellen, um verschiedenste Kabel und Rohre einfach einführen zu können. In der Summe reduzieren sich nicht nur die Transportkosten, auch der Personal- undMaschineneinsatz ist geringer und die Bauzeiten verkürzen sich erheblich." Wie wirkt sich dieMaterialwahl auf die Lang- lebigkeit und Sicherheit der Schächte aus? D. Mitterer: „Das von uns eingesetzte Poly- carbonat ist ein äußerst robustes und lang- lebiges Material. Außerdem verwenden wir ein einzigartiges Spritzgussverfahren, das unsere Produkte besonders widerstandsfä- hig macht. Dank der von uns entwickelten 3D-ribFrame-Technologie halten unsere Schächte hohen mechanischen Belastungen stand und sind unempfindlich gegenüber Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit oder Temperaturschwankungen. Zudem sind sie korrosionsbeständig, was ihre Lebensdauer im Vergleich zu Beton erhöht. Schächte von Langmatz sind sehr stabil, bis zu 40 Tonnen belastbar und überzeugen in allen Leistungswerten. Als erster Hersteller in Europa verfügen wir über eine sogenannte ETA, eine europäische Zulassung für das komplette Schachtsystem, bestehend aus Schacht und Abdeckung." NebenWirtschaftlichkeit und Langlebigkeit spielt heute auch das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle.Wie schneiden Kunststoff- schächte hier im Vergleich zu Beton ab? D. Mitterer: „Langmatz-Schächte werden überwiegend aus recyceltem Polycarbonat gefertigt, was die CO₂-Bilanz deutlich ver- bessert. Bei der Herstellung von Beton wird Zement als Bindemittel verwendet, das enorme Mengen an CO₂ verursacht, wäh- rend wir mit unserem Material auf eine ressourcenschonende Alternative setzen. Auch sorgt das geringereGewicht für weniger Emissionen beimTransport, und durch die lange Lebensdauer entstehen weniger Aus- tausch- und Entsorgungskosten. Alles in allem sind unsere Kabelschächte aus Kunst- stoff also nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch deutlich nachhaltiger." Herr Mitterer, wir bedanken uns für das Gespräch. Dieter Mitterer
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