NET 05/2025
45 www.net-im-web.de 05/25 26. TK-Marktanalyse Deutschland 2025 tere Entwicklungen des 5G-Standards zu implementieren und die Netze leis- tungsfähiger zu machen.Während Punkt a leicht und schnell umgesetzt werden konnte, stellt Punkt b die Netzbetreiber vor deutlich höhere Vermarktungsan- forderungen, da neue Endgeräte und zum Teil auch neue SIM erforderlich wurden. Zudem litt die 5G-Vermark- tung an Bestandskunden darunter, dass 5G mit 5G Non-Standalone (5G NSA) anfangs technisch eng an das Long Term Evolution (LTE)-Netz angelehnt war und keine besseren Leistungen bieten konnte. Von den 106,9 Mio. persönlichen SIM werden bis Ende 2025 36,5 Mio. 5G nutzen (34,1 %, Bild 6). Die 5G-Haus- haltsabdeckung liegt Ende 2025 bei 99,4 %, die wirtschaftlich herausfordernde Flächenabdeckung bei 95,1 %. Audio-, Video-, Datenübertragung Festnetz- und Mobilfunkanschlüsse mit öffentlich zugeteilten Rufnummern werden der Kategorie Number-based Interpersonal Communication Services (NB-ICS) zugeordnet. Die von mobilen NB-ICS abgehenden Verbindungsminu- ten („Mobilfunkminuten“) werden sich 2025 leicht verringern (Bild 8). Nach dem Peak in 2021 gehen „nur noch“ 407 Mio. Min. pro Tag von Mobilfunk- rufnummern ab. ImVergleich dazu liegt das von NB-ICS-Festnetzrufnummern abgehende Volumen („Festnetzminuten“) bei 138 Mio. Min. pro Tag und geht weiter zurück. Unternehmen ohne eigeneNetz- zugänge, die auchTK-Dienste anbieten, werden auch als Over-the-Top (OTT)- Anbieter bezeichnet. DerenVerbindungs- dienste fallen typischerweise in die Kate- gorie Number-independent Interpersonal Communication Services (NI-ICS). Zum Verbindungsaufbau benötigen beideTeil- nehmer in der Regel proprietäre Appli- cations (Apps) von unterschiedlichen Anbieternwie zumBeispiel Apple, Google oder Meta. Die Anzahl derartiger OTT- Sprachverbindungen wächst seit Jahren stark und liegt mit 533 Mio. Min. pro Tag mittlerweile über denen der mobilen NB-ICS. Des Weiteren werden in der Kategorie OTT-Sprachverbindungen sowohl Verbindungen von mobilen als auch von stationären Endgeräten gezählt, wobei der Großteil der Verbindungen von mobilen Endgeräten – aber nicht notwendigerweise über Mobilfunknetze – initiiert wird. Die OTT-Apps besitzen fast durchweg auchOptionen zur Videokom- munikation, und moderne Smartphones sind in der Regel mit dafür notwendigen Kamera-, Mikrofon- und Lautsprecher- systemen ausgerüstet. Diese Form der Kommunikation ist ebenfalls sehr be- liebt, und zwar sowohl im privaten wie auch im geschäftlichen Bereich. Da als Folge der Corona-Pandemie die techni- schen Voraussetzungen bei den meisten Bürgern und Unternehmen vorhanden sind und auch der Umgang mit dieser Technologie keine Hemmschwelle mehr Bild 5: Zahl der SIM-Karten nach Nutzungsart. Angaben zwischen den Säulen = jährliche Wachstumsrate des Segments, jeweils zum Jahresende (Quelle: Unternehmensangaben) Bild 6: Zahl der aktiven SIM-Karten zur persönlichen mobilen Nutzung nach Netzgenerationen. Angaben zwischen den Säulen = jährliche Wachstumsrate des Segments, jeweils zum Jahresende (Quelle: Unternehmensangaben) Die Nutzung von OTT- Video-Verbindungen hat in den letzten Jahren stark zugenommen
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