NET 05/2025
46 www.net-im-web.de 05/25 26. TK-Marktanalyse Deutschland 2025 darstellt, hat die Nutzung dieser OTT-Vi- deo-Verbindungen in den letzten Jahren stark zugenommen und ist mit 565 Mio. Min. pro Tag die Verbindungskategorie mit den meisten Verbindungsminuten. Insgesamt dominiert mittlerweile die NI- ICS-Kommunikation überOTT-Anbieter mit insgesamt 1.098 Mio. Min. pro Tag deutlich über die NB-ICS-Kommunika- tion mit „nur noch“ 545 Mio. Min. pro Tag. Das über die Mobilfunknetze übertragene Datenvolumen wächst auf 11,7 GB pro SIM, über Festnetze sind es 342,7 GB pro Haushalt/KMU. Die über Festnetzanschlüsse übertragene Daten- menge ist deutlich größer, da (a) in der Regel mehrere Personen eines Haushalts/ KMUeinen Festnetzanschluss nutzen und (b) mobile Nutzung über Wireless Local Area Network (WLAN) amArbeitsplatz, am Campus oder im Café ebenfalls zur Kategorie Festnetz zählen. Elektronische Nachrichten zwi- schen Personen werden heute in viel- fältiger Weise verschickt, die sich grob in E-Mails und Instant Messaging (IM) unterscheiden lassen. Während bei einer E-Mail die Nachrichten ähnlich wie bei der analogen Post zunächst im digitalen Briefkasten liegen und dann darauf war- ten, abgeholt zuwerden, werden IMsofort bis zumEmpfänger zugestellt (Nachrich- tensofortversand). In unterschiedlichen IM-Diensten gibt es zusätzlich spezielle Inhalte (zumBeispiel Fotos, Live-Sticker, Nachrichteneffekte, Tapbacks, Textef- fekte, Videos), Statusinformationen für Sender und Empfänger (zum Beispiel Lesebestätigungen, Tippanzeigen, Zu- stellungsbestätigungen) und Verschlüsse- lungsmöglichkeiten verschiedener Level. Auch wenn anbieterübergrei- fende IM-Protokolle wie zum Beispiel Internet Relay Chat (IRC) bereits in der Frühzeit des Internets existierten und auch heute mit Rich Communication Service (RCS) ein anbieterübergreifender Standard existiert, haben IM einen be- sonderen Boom durch die Verbreitung von Smartphones und geeigneten be- nutzerfreundlichen proprietären Apps erfahren – schließlichmacht das „Instant“ (= sofort) der IM insbesondere dann Sinn, wenn der Empfänger ein elek- tronisches Handgerät (das Smartphone) mit permanenter Datenverbindung stets mit sich führt. Trotz der heute üblichen proprietären Angebote findet offensicht- lich aufgrund der Benutzerfreundlichkeit und attraktiver Zusatzdienste ein steti- ges Wachstum statt. Während in 2016 immerhin schon 920 Mio. IM pro Tag verschickt wurden, liegt diese Zahl der IM in 2025 bei 2.830 Mio. proTag, eine durchschnittliche jährliche Wachstums- rate von +13,3 % (Bild 9). Im Jahr 2025 werden somit durchschnittlich 34 IMpro Tag und Einwohner versandt. Eine besondere Form des IM ist der Short Message Service (SMS). SMS zeichnen sich dadurch aus, dass sie (a) netzübergreifend funktionieren, (b) keine proprietären Apps benötigen, (c) keine Datenkommunikation des Endgeräts erfordern, (d) nur reinen Text mit max. 160 Zeichen umfassen können, (e) keine Zusatzfunktionen bieten, (f ) einzeln über dieTelefonrechnung abrechenbar sind, (g) den Nachrichtenaustausch unbekannter Teilnehmer erlauben und (h) der Empfang Bild 8: Die von mobilen NB-ICS abgehenden Verbindungsminuten („Mobilfunkminuten“) werden sich 2025 leicht verringern (Quelle: Bitkom, Cisco, Unternehmensangaben) Bild 7: Von Festnetz-, Mobilfunkanschlüssen und OTT-Apps abgehende Sprach- und Videoverbindungsminuten (Quelle: Unternehmensangaben)
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