NET 05/2025
47 www.net-im-web.de 05/25 26. TK-Marktanalyse Deutschland 2025 nicht abgelehnt werden kann. Insbeson- dere aufgrund des Aspekts (h) wird die SMS gerne zum Nachrichtenaustausch von Unternehmen mit Verbrauchern im Bereich Business-to-Consumer (B2C) für verbindliche Bestätigungen und Quittie- rungen genutzt. Trotzdem ist die Nut- zung von SMS weiterhin rückläufig, „nur noch“ 12 Mio. werden in 2025 pro Tag verschickt, das sind 1 SMS pro Woche und Einwohner. Die E-Mail-Kommunikation war bereits in den Vorläufer-Netzen des heutigen Internets möglich, in der frühen Internet-Zeit konnten jedoch nur Mitar- beiter der an das Internet angeschlossenen Forschungseinrichtungen E-Mails senden und empfangen. Mit dem zunehmenden Anschluss vonUnternehmen an das Inter- net in der ersten Hälfte der 1990er Jahre und der zunehmenden Verbreitung von Internet-Zugängen in privatenHaushalte in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre hat die E-Mail die mediengebundene geschäftliche Kommunikation in den Bereichen Business-to-Business (B2B) und B2C verdrängt. Aber auch zwischen Privatpersonen (Consumer-to-Consumer (C2C)) werden nicht selten E-Mails ge- nutzt. Im Gegensatz zu IM funktio- nieren E-Mails netzübergreifend und providerunabhängig. Auch die fehlende „Instant-Komponente“ wird inmodernen E-Mail-Programmen durch Zusatzfunk- tionen wie sehr häufige Postfachabrufe oder Internet Message Access Protocol (IMAP) idle ergänzt. Der Versand von E-Mails ist von 857 Mio. pro Tag im Jahr 2016 auf 1.568 Mio. pro Tag im Jahr 2025 angestiegen, ein durchschnitt- liches jährliches Wachstum von +6,9 %. 19 E-Mails werden derzeit pro Tag und Einwohner versandt. Ausblick 2030 Während bereits imKoalitionsvertrag der 20. Wahlperiode des Bundestages von Ende 2021 von einer Glasfaser-HP-Ziel- quote von 100 % für das Jahr 2030 die Rede war, vermeidet der aktuelle Koali- tionsvertrag solche präzisen Zielsetzun- gen. Durch eine derartige HP-Zielquote wird gerne der Eindruck vermittelt, dass das Projekt „Glasfaserausbau“ bis 2030 (weitgehend) abgeschlossen sein wird. Deshalb hat DC die Nutzung von Breit- bandanschlüssen (BBAs) mittels zweier Szenarien bis Ende 2030 prognostiziert. Im „pessimistischen“ Szenario Festhalten an Kupfer wird die Zahl der HA nur mit 700–800 Tsd. pro Jahr wachsen und Ende 2030 auf 10,0 Mio. aktiv genutzte Glasfaseranschlüsse kommen (Bild 8). Entsprechend nimmt die Zahl der DSL- Kunden in diesem Szenario nur gering ab und würde Ende 2030 noch bei 21,5 Mio. liegen. Im „optimistischen“ Szenario Push von Glasfaser wird die Zahl der HA deutlich stärker als heute mit 1,5–2,0 Mio. pro Jahr wachsen – das würde zu 14,7 Mio. aktiv genutzten Glasfaser- anschlüssen Ende 2030 führen. Selbst in diesem optimistischen Szenario wird die Zahl der DSL-Kunden bis Ende 2030 noch bei 16,2 Mio. liegen und DSL die dominierende Anschlusstechnik bleiben. Die vollständige Migration al- ler TK-Anschlüsse auf Glasfaser wird voraussichtlich im Zeitraum 2035 bis 2040 stattfinden und auch nicht „auf einen Schlag“, sondern schrittweise pro Versorgungsgebiet eines Multi-Service Access Node (MSAN) erfolgen. Datenbasis und Methodik Die Analyse beruht auf der Auswertung folgender Quellen: (a) schriftliche Befra- gung vonVATM-Mitgliedsunternehmen und weiteren Carriern von Februar und März 2025, (b) Unternehmenspublika- tionen, (c) Finanzberichte, (d) Presse- mitteilungen, (e) öffentlich zugängliche Studien (zum Beispiel FTTH-Council Europe, BNetzA, ANGA), (f ) Presse- artikel und (g) Experteninterviews. Bild 9: Prognose der aktiv genutzten Breitbandanschlüsse im Festnetz nach Technologie HA, jeweils zum Jahresende (Quelle: Dialog Consult-Prognosen) Die Migration aller TK- Anschlüsse auf Glasfaser wird im Zeitraum 2035 bis 2040 stattfinden
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