NET 6-7/2025

38 www.net-im-web.de 06-07/25 Gemeinsam fürs Gigabit arbeit geleistet und gezeigt, was man ge- meinsam erreichen kann. Das ist auch für unsereMission das wichtigste Signal.Wenn alle an einem Strang ziehen, kommen wir auch vom Plan in die Umsetzung.“ Alle Mobilfunkbetreiber an Bord Dr. Daniela Gerd tom Markotten, Vor- ständin Digitalisierung und Technik der Deutschen Bahn AG: „Im vergangenen Jahr haben die GINT-Partner in Rekordzeit eine Teststrecke mit gleisnahen Mobil- funkmasten aufgebaut. Jetzt untersuchen erstmals alle deutschen Mobilfunkunter- nehmen entlang dieser Teststrecke, wie eine Gigabitversorgung gelingen kann. Denn das wollen die Menschen: Während der Bahnreise im Zug arbeiten, an Video- konferenzen teilnehmen oder telefonieren. Gemeinsam werden wir diesem Anspruch gerecht.” Daniel Leimbach, Geschäftsführer der EricssonGmbH: „Erstmalig ermöglicht das GINT XT Projekt das aktiveTeilen von Funknetzressourcen zwischen vier Mobil- funknetzbetreibern. Ericsson liefert hierfür die technologische Basis – inklusive einer vorkonfigurierten 5G-Kernnetz-Infrastruk- tur aus unserem Aachener Eurolab.“ Wie Highspeed-Verbindungen für Bahnreisende gelingen, erproben die Partner jetzt im Forschungs- und Entwick- lungsprojekt „Gigabit Innovation Track XT“ (GINT XT). Gemeinsam wollen sie technologieoffen künftige Lösungsoptionen für schnelle und leistungsfähigeMobilfunk- verbindungen für Bahnreisende ausarbeiten und erproben. Tests und Hochrechnungen von DB, Ericsson, O2Telefónica und Van- tage Towers in dem Mastenkorridor im Jahr 2024 hatten nahegelegt, dass Giga- bit-Datenraten zwischen Zug und Land möglich wären, wenn dafür die 5G-Fre- quenzen aller Mobilfunkanbieter bei 3,6 GHz genutzt werden. Gemeinsame RAN-Nutzung Im Forschungs- und Entwicklungsprojekt GINT XT wollen die Mobilfunkanbieter und ihre Partner jetzt erproben, wie sich Ba- sisstationen, Software und Antennen – das sogenannte Radio Access Network (RAN) – durch alle vier Mobilfunknetzbetreiber gemeinsam nutzen lassen. Dabei setzt das Projektkonsortium auf 5G- und weitere in- novative Mobilfunktechnologien. Gefunkt wird für die leistungsfähigen Datenverbin- dungen vorrangig im Frequenzbereich von 3,6 Gigahertz; ergänzend werden sowohl niedrigere Frequenzen mit größerer Reich- weite als auch noch höhere Frequenzberei- che getestet. Auch die Verträglichkeit des öffentlichenMobilfunks mit demkünftigen Bahnfunk FRMCS wird untersucht. Ziel der gemeinsamen Forschung sind technische Lösungen zur Ausleuch- tung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin. Sie soll Deutschlands Innovationsstrecke für Mobilfunk mit Gigabit-Datenraten im Zug werden. Eine Absichtserklärung zur technologieoffenen Erprobung, Ent- wicklung und Anwendung eines Versor- gungskonzepts „5G am Gleis“ hatten die Deutsche Bahn (DB), die Mobilfunk- unternehmen 1&1, Deutsche Telekom, O2 Telefónica und Vodafone sowie der Bund bereits schon im Oktober 2024 unterzeichnet. Die DB nutzt die jetzt anstehende Generalsanierung der Bahn- strecke, um entlang der Gleise einenMas- tenkorridor und weitere Infrastruktur für FRMCS aufzubauen. FRMCS ersetzt bis 2035 europaweit den heutigen Bahnfunk GSM-R. Masten undVersorgungscontainer sowie die Strom- und Datenleitungen, die für FRMCS errichtet werden, stellt die DB Mobilfunkunternehmen für die Erprobung und Ausleuchtung der Strecke mit Mobilfunk für die Fahrgäste bereit. Mit den Erkenntnissen aus dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt GINT XT wird bewertet, ob die FRMCS-Infrastruktur synergetisch auch für öffentlichen Mobil- funk genutzt werden könnte. www.ericsson.com/de Eine rund zwölf Kilometer lange Strecke der RIN in Mecklenburg-Vorpommern ist Deutschlands bislang einzige Gigabit-Test- strecke. Neben den Gleisen sind im Abstand von einem Kilometer Funkmasten aufgebaut (Foto:DeutscheBahn) Paradigmenwechsel weg vomWiederbeschaffungs- kostenansatz hin zu tatsäch- lichen Kosten sinnvoll

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