NET 6-7/2025
44 www.net-im-web.de 06-07/25 Glasfaser-Inhausnetze – Marktanalyse 2025 Deutschland hat sich von 2022 um +3,5 Mio. bis Ende 2025 auf 9,9 Mio. erhöht (Bild 1) – das entspricht einer durch - schnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 15,1 % p.a. Davon sind 2,3 Mio. (23,2 %) FTTB- und 7,6 Mio. (76,8 %) FTTH-Anschlüsse. DieWettbewerber der Deutsche Telekom AG (Telekom) haben bis Ende 2025 6,1 Mio. HC-Glasfaseranschlüs - se gebaut und damit einen Marktanteil von 61,6 %. Mit 2,2 Mio. FTTB-Glas - faseranschlüssen befinden sich fast alle FTTB-Anschlüsse im Besitz vonWettbe - werbsunternehmen. Das liegt daran, dass in der Anfangsphase des Glasfaserausbaus ab 2005 primär in den Großstädten zahl - reiche FTTB-Anschlüsse gebaut wurden, da seinerzeit das Ziel aus technologischer und ökonomischer Sicht die Umgehung der CuDA-Teilnehmeranschlussleitung (TAL) der Telekom war. Heutzutage ver - legen die Wettbewerber meist auch in den MFH direkt Glasfaserleitungen, so dass sich die Zahl der FTTB-Anschlüsse nur noch langsam erhöht (+4,8 % p.a. seit 2022). Insgesamt haben die Wett - bewerbsunternehmen bis Ende 2025 3,9 Mio. FTTH-Glasfaseranschlüsse gebaut. Strukturen in Deutschland In Deutschland gibt es 20,2Mio. Wohn - gebäude (WG), in denen sich 43,8 Mio. WE befinden (Bild 2). Statistiken zum Gebäude- undWohnungsbestand werden alle zehn Jahre vom Statistischen Bundes - amt und den statistischen Landesämtern erhoben (Zensus). Die letzten Erhebun - gen erfolgten 2011 und 2022. Für die Jahre dazwischen werden die Daten linear interpoliert beziehungsweise für die Zu - kunft fortgeschrieben (extrapoliert). EFH sind freistehende EFH, Doppelhaushälften und Reihenhäuser. Entscheidendes Kriterium für die Zu - ordnung ist, dass dieWE nebeneinander liegen und keine gemeinschaftlich ge - nutzten Bereiche existieren. Diese bilden mit 13,3Mio. die größte Gruppe derWG (65,7 %). Da keine NE-4-Inhaus-Netze benötigt werden, fallen EFH mit Glas - faseranschluss immer in die Kategorie FTTH. Die mit Abstand größte Eigentü - mergruppe der EFH sind Privatpersonen (Bild 3). In die Kategorie ZFH fallen 2,6 Mio. (12,9 %) freistehende Häuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser mit jeweils zwei unabhängigen, insgesamt 5,1Mio. WE. Entscheidendes Kriterium ist, dass dieWE übereinander liegen und gemeinschaftlich genutzte Bereiche wie Treppenhaus oder Gemeinschaftskeller - räume existieren. Die mit größte Eigentü - mergruppe der ZFHsindGemeinschaften von Wohnungseigentümern. Wohngebäude mit drei und mehrWEwerden alsMFHbezeichnet. In der Statistik werden diese in drei weitere Gruppen unterteilt. Es gibt 2,3 Mio. kleine MFHmit 3–6WE, in denen sich mit 9,4Mio. (21,5%) allerWE befinden – imDurchschnitt 4,1WE pro Gebäude. Auch in dieser Kategorie ist die größte Eigentümergruppe Gemeinschaften von (privaten) Wohnungseigentümern. 1,0 Mio. große MFHmit 7–12 WE enthalten insgesamt 8,3 Mio. WE (18,9 %) – imDurchschnitt 8,3WE pro Gebäude. Von den sehr großen MFH gibt es zwar nur 0,2 Mio., diese enthal - ten jedoch 5,5 Mio. WE (12,6 %) – im Durchschnitt 27,5WE proGebäude. Pri - vatwirtschaftliche Unternehmen, Kom - munen/kommunale Unternehmen sowie Wohnungsgenossenschaften besitzen die meistenWohnungen in großen und sehr großen MFH. In die Kategorie „Anderer Ge - bäudetyp“ fallen 0,8 Mio. unbekannte Gebäudetypen, Gewerbegebäude mitWE und Gebäude mit unbekannter Anzahl an WE, in denen insgesamt 2,2 Mio. WE zu finden sind – im Durchschnitt 2,8 WE pro Gebäude. Insgesamt sind in den 6,7 Bild 2: Anzahl der Wohneinheiten nach Gebäudetyp – Mehr als zwei Drittel aller Wohneinheiten befinden sich in Zwei- und Mehrfamilienhäusern (Exploration für Ende 2025, Quelle: Statistisches Bundesamt)
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