09/2025 Netzwerke Security Kommunikation Smart Technology Cyber-Resilienz für Unternehmen Sicherheit auf allen Ebenen Risiken für kritische Infrastrukturen Automatische Bewertung auf Basis von CSA IT Zeitschriften GbR, Friederike-Fliedner-Weg 34a, 40489 Düsseldorf BOS-Messaging Offene Standards für BOS-Kommunikation Booster für digitale Infrastrukturen KI ist ein Beschleuniger für den Glasfaserbedarf
Mehr Sichtbarkeit, schnellere Kundenkommunikation, einfache Kontaktaufnahme? Dann sind Sie der richtige Partner für das Branchenportal NETwerk! Geht es Ihnen auch so? Komplexe Webseiten, fehlende Ansprechpartner und schwer auffindbare Kontaktdaten. Und immer dann, wenn es schnell gehen soll. Unser B ra n c h e n p o r t a l N ETwe r k liefert praxis- und kundenorientierte Informationen "mit einem Klick". Dazu gehören wichtige Kontaktdaten, Schwerpunktthemen, vertiefende Informationen wie White Papers oder auch ein Firmen-Video. Interessiert? Sichern Sie sich mit dem aktuellen "Frühbucherrabatt" eine verlängerte Laufzeit. Weitere Informationen: www.net-im web.de/portal
3 www.net-im-web.de EDITORIAL Bedrohungen für kritische Infrastrukturen, einschließlich hybrider Gefahren wie Sabotage und böswillige Cyberaktivitäten, stellen Politik und Unternehmen schon seit längerem vor große Herausforderungen. Spätestens mit den Sichtungen unbekannter Drohnen über Flughäfen und Militäreinrichtungen in Europa dürfte wohl jedem klar sein, dass dem Schutz kritischer Infrastrukturen höchste Aufmerksamkeit gelten muss. Eine neue Leitlinie der EU soll den Mitgliedsstaaten helfen, die eigenen kritischen Infrastrukturen Widerstandsfähig gegen externe Angriffe zu machen. So sollen nationale Strategien entwickelt und regelmäßige Risikobewertungen durchführen werden. Kritische Einrichtungen müssen technische, sicherheitsbezogene und organisatorische Maßnahmen ergreifen, um ihre Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten. Wer glaubt, hier Zeit zu haben, irrt sich gewaltig. Denn auch die Kritische Infrastruktur in Deutschland ist mehr als nur gefährdet. Das zeigen etwa die jüngsten Anschläge auf Bahnstrecken in Deutschland. Primäres Ziel (derzeit) sind Kabelverbindungen zu den Stellwerken. Allein in den letzten Wochen sind in Nordrhein-Westfalen auf diese Weise wichtigste Verkehrsadern des Bahnverkehrs mit einfachsten Mitteln für viele Tage lahmgelegt worden. Die PMRExpo 2025 kommt genau zur richtigen Zeit. Die europäische Leitmesse für Kritische Kommunikation und -Infrastruktur wird im November wieder in Köln ihre Pforten öffnen und die neusten Entwicklungen, Trends und Produkte dem Fachpublikum präsentieren. Dabei nimmt der Schutz vor Angriffen aus dem Internet einen großen Raum ein, ebenso wie das Themenfeld Drohnen. Denn schon seit längerem sind die Chancen und Gefahren, die mit dem Einsatz von Drohen einher gehen, bei Behörden, Organisationen sowie Unternehmen angekommen; leider aber auch bei Kriminellen. Darüber hinaus ist auch die Wehrtechnik in Köln präsent. Das Symposium PMRExpo meets Wehrtechnik findet dieses Jahr erstmals statt und soll den Austausch zwischen Bundeswehr, BOS und Industrie fördern. Angesichts des jüngsten Vorstoßes von Verteidigungsminister Boris Pistorius zum Aufbau von Weltraumprojekten und einer Sicherheitsarchitektur im Weltall ein wichtiger Schritt. Die Bundesregierung will laut Pistorius bis 2030 dafür insgesamt 35 Milliarden Euro bereitstellen. Vielleicht sind Geschäftsführer und CEOs gut beraten zu überlegen, was sie in die Sicherheit ihrer Unternehmen investieren möchten. Ihr Bernhard Reimann Mehr Schutz für kritische Infrastukturen 09/25
4 www.net-im-web.de Inhalt Kommunikationsmanagement Obwohl die Idee der Unified Communication & Collaboration (UCC), also der Konsolidierung sämtlicher Kommunikationskanäle in einer einzigen Plattform, seit Jahren als Leitbild der Unternehmenskommunikation gilt, ist die praktische Umsetzung nach wie vor weit entfernt von der Vision. Während das Konzept immer wieder auftaucht, auftaucht, sieht die Realität in den Unternehmen anders aus. Seite 14 Business-Telefonie Vor 20 Jahren als Start-up gegründet, zählt STARFACE heute zu den führenden Anbietern für UCC-Lösungen in der DACH-Region – und steht mit der Übernahme durch die britische Gamma Group an einem Wendepunkt seiner Unternehmensgeschichte. Im exklusiven Interview mit NET spricht Gründer und CEO Florian Buzin über die strategische Bedeutung des Zusammenschlusses, die kulturellen Parallelen beider Unternehmen und die technologischen Chancen, die sich durch das übergrei- fende Netzwerk- und UCC-Know-how von STARFACE und Gamma ergeben. Buzin blickt dabei nicht nur zurück auf die Anfänge von STARFACE – von der Vision einer komfortableren Telefonie bis hin zu den prägenden Meilensteinen der Unternehmensentwicklung –, sondern zeichnet auch eine klare Roadmap für die Zukunft. Ein Gespräch über Synergien, Unternehmergeist und wichtige Weichenstellungen, um selbst nach zwei Dekaden für weiteres Wachstum zu sorgen. Das vollständige Interview lesen Sie ab Seite 11. Netze Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Be- schleuniger für den Glasfaserbedarf. Der Anspruch an den zügigen Netzausbau bis in die Fläche ist hoch. Das Gleiche gilt für den Bedarf an neuen Edge- Rechenzentren und Hyperscalern sowie deren gesicherte Energieversorgung, idealerweise mit grünem Strom. Die „KIÄra“ fordert die Rechenzentrums- und Telekommunikationsbranche sowie die Internetknoten-Betreiber enorm heraus.. Seite 38 Netzbetreiber und -dienste Die Deutsche Glasfaser baut im Landkreis Neuwied ein modernes und hochleistungsfähiges Glasfasernetz. Mit dem neuen Netzkonzept 4.0 setzt das Unternehmen in diesem Landkreis auf einen besonders energieeffizienten und ressour- censchonenden Ausbau und Netzbetrieb und setzt erstmals einen hochmodernen E-Trencher ein. Die Asphaltdecke wird dabei gefräst, so dass ein schmaler Graben entsteht. Seite 43 Anzeige 09/2025 Netzwerke Security Kommunikation Smart Technology Cyber-Resilienz für Unternehmen Sicherheit auf allen Ebenen Risiken für kritische Infrastrukturen Automatische Bewertung auf Basis von CSA IT Zeitschriften GbR, Friederike-Fliedner-Weg 34a, 40489 Düsseldorf BOS-Messaging Offene Standards für BOS-Kommunikation Booster für digitale Infrastrukturen KI ist ein Beschleuniger für den Glasfaserbedarf (Titelbild: Starface) (Foto: Jakub Zerdzicki, Pixabay) Kritische Kommunikation Im November öffnet die Koelnmesse ihr Areal wieder für die größte Plattform Europas im Bereich kritische Infrastruktur. Ein Segment, welches sich in den letzten Jahren weit über Behördenkommunikation und Funkanwendungen hinaus entwickelt hat. Der Schutz kritischer Infrastruktur gewinnt eine nahezu übermächtige Präsenz. Entsprechend wartet die PMRExpo 2025 mit einem deutlich erweiterten Themenspektrum auf. Seite 16 (Foto: Deutsche Glasfaser) 09/25 (Foto: SAB / Google KI) (Foto: Kolenmesse)
5 www.net-im-web.de 09/2025 3 EDITORIAL 6 PERSONEN 7 TRENDS & FAKTEN 10 Austrian FiberSummit 2025 Glasfaser als Fundament für Österreichs digitale Zukunft Bernhard Reimann KOMMUNIKATIONSMANAGEMENT 11 Gamma und STARFACE ergänzen sich perfekt Synergien und erweitertes Produktportfolio durch Zusammenschluss Bernhard Reimann 14 Der Traum ganzheitlicher Kommunikation Unified Communication und Collaboration bleibt Zukunftsmusik Bernhard Reimann KRITISCHE KOMMUNIKATION 16 PMRExpo 2025 Mehr als Treffpunkt für sichere Kommunikation in Köln Bernnhard Reimann 18 Standardisierung des BOS-Messaging Offene Standards sollen BOS-Kommunikation ermöglichen Jan Bonde Hennies 20 Risiken für kritische Infrastrukturen Automatische Bewertung auf Basis von CSA Kai-Oliver Detken 26 4 FRAGEN – 4 KÖPFE SECURITY UND CYBERATTACKEN 23 Cyber-Resilienz für Unternehmen Sicherheit auf allen Ebenen Frank Rosenberger 28 Nur sicher ist noch nicht resilient Auf Cyberattacken richtig vorbereiten Julian Sachs 30 Selber machen oder auslagern? Cybersicherheit ist auch eine Frage der Ressourcen Jörg von der Heydt 32 Cybersicherheit und digitale Transformation Wie Kommunen die Herausforderung der Resilienz meistern können Uwe Gries NETZE 34 Nokia 5G für mehr Sicherheit Rettungsdienste auf dem Weg ins digitale Zeitalter Bernhard Reimann 35 Glasfaserbranche hält Ausbautempo hoch Telekom-Wettbewerber stemmen Großteil des Ausbaus Bernhard Reimann 38 Booster für digitale Infrastrukturen KI ist ein Beschleuniger für den Glasfaserbedarf Ivo Ivanov, Wolfram Rinner NETZBETREIBER UND -DIENSTE 42 Premiere im Glasfaserausbau Deutsche Glasfaser setzt E-Trencher ein Bernhard Reimann 44 Smart City beginnt im Untergrund Infrastrukturplanung neu gedacht Bernhard Reimann 46 Glasfaserausbau in Österreichs Städten Österreichs Glasfaserausbau im Spannungsfeld von Aufbruch und Realität Irmgard Kollmann, Martin Wachutka 48 PRODUKTE 50 Impressum 09/25
6 www.net-im-web.de PERSONEN Pierre Kröning wird neuer CIO von Beiersdorf Anastasia Bournelli ist Vice President Global Mobile Network bei NIQ GFT eG beruft Christoph Ende zum Kaufmännischen Vorstand Stefan Hofschen wird neuer CEO der Swissbit AG Dr. Jutta Dönges wird Finanzchefin von AUMOVIO Louie Pastor wird neuer Präsident und COO bei Xerox Beiersdorf hat Pierre Kröning mit Wirkung zum 1. September 2025 zum neuen Chief Information Officer (CIO) und Geschäftsführer der Beiersdorf IT bei Beiersdorf Shared Services (BSS) ernannt. In seiner neuen Rolle berichtet er direkt an Astrid Hermann, Finanzvorständin der Beiersdorf AG. Kröning folgt auf Annette Hamann, die das Unternehmen nach langjähriger erfolgreicher Tätigkeit verlassen hat. Pierre Kröning ist seit mehr als 20 Jahren bei Beiersdorf. Im Jahr 2020 wechselte Kröning innerhalb der Beiersdorf Gruppe zu BSS und leitete hier als Direktor zuletzt den Bereich Data & Analytics, Finance & HR Applications. NIQ hat Anastasia Bournelli mit Wirkung zum 1. August zur Vice President, Global Mobile Network Operators, ernannt. Bournelli übernimmt in dieser Funktion die globale Leitung des Bereichs Mobile Networks und berichtet direkt an Julian Baldwin, President Global Tech & Durables bei NIQ. Mit dieser Ernennung unterstreicht NIQ sein strategisches Engagement, die globale Tech & Durables-Strategie weiter voranzutreiben und besonders die Präsenz in zentralen Telekommunikationsmärkten auszuweiten. Anastasia Bournelli wird für die Entwicklung und Umsetzung von Wachstumsinitiativen im Bereich Mobile Networks verantwortlich sein. Der Aufsichtsrat der GFT Gemeinschaft Fernmelde-Technik eG hat Christoph Ende (48) mit Wirkung zum 1. Oktober 2025 in den Vorstand berufen. Ende übernimmt die Funktion des Kaufmännischen Vorstands und trägt künftig die Verantwortung für die Bereiche Finanzen, Controlling, Rechnungswesen und kaufmännische Steuerung. Gemeinsam mit Vorstandssprecher Birger T. Aasland bildet er die Führungsspitze der GFT eG. Mit Christoph Ende gewinnt die Genossenschaft einen Experten, der über umfassende Kenntnisse in der Finanz- und Unternehmenssteuerung verfügt. Der Verwaltungsrat der Swissbit AG hat Dr. Stefan Hofschen mit Wirkung zum 1. Januar 2026 zum neuen Chief Executive Officer (CEO) berufen. Hofschen wechselt von der Bundesdruckerei Gruppe GmbH, wo er seit Februar 2018 als CEO tätig ist, zu Swissbit. Mit seiner langjährigen Führungserfahrung, seiner ausgewiesenen Expertise in den Bereichen Halbleitertechnologie und Security sowie einer klaren Wachstumsorientierung wird er die nächste Phase der Unternehmensentwicklung maßgeblich mitgestalten. Der bisherige CEO Silvio Muschter, der das Unternehmen über viele Jahre hinweg erfolgreich geführt hat, wird Swissbit auch künftig begleiten. Dr. Jutta A. Dönges wird zum 1. November 2025 Mitglied des Vorstands und Chief Financial Officer (CFO) der AUMOVIO SE (AUMOVIO). Dr. Dönges übernimmt die Rolle damit bedeutend früher als ursprünglich avisiert (spätestens zum 1. März 2026) von Philipp von Hirschheydt, der diese als CEO der AUMOVIO zusätzlich interimistisch übernommen hat. Dönges wurde vom Aufsichtsrat der AUMOVIO für eine Dauer von drei Jahren bestellt. Die 52-Jährige gehört derzeit dem Vorstand der Uniper SE als CFO an. Dönges gehört dem Aufsichtsrat der TUI AG an und ist Mitglied des Vorstands des Deutschen Aktieninstituts. Louie Pastor wird neuer Präsident und Chief Operating Officer. Damit übernimmt er die Führung bei Xerox und löst den bisherigen Chef John Bruno ab. Bruno wird eine CEO-Position außerhalb von Xerox annehmen. Bruno ist seit 2022 als Präsident und COO sowie seit 2024 als Mitglied des XeroxVorstands tätig. Er wird seine operative Funktion bis zum 31. August ausüben und anschließend als Mitglied des Xerox-Vorstands weiterarbeiten. In dieser Funktion wird er den Vorsitz des neu gegründeten Integrationsausschusses übernehmen und die Fusion von Xerox und Lexmark beaufsichtigen. www.beiersdorf.de www.aumovio.com www.gft-eg.de www.xerox.com www.swissbit.com www.niq.com 09/25
www.net-im-web.de 7 Herausforderungen beim Glasfaserausbau Auf dem 28. Breitbandkongress des Fachverbands Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK) wurde kein Blatt vor dem Mund genommen, denn hier kommen die Praktiker der TK-Branche zusammen. Und die sind sich einig: Im Glasfaserausbau ist die Zahl der angeschlossenen Haushalte (Homes Connected) zu gering. Die sind jedoch Voraussetzung, um die getätigten Investitionen in den Bau von Glasfasernetzen wieder herauszubekommen. Dabei werden die kleinen und mittelständischen Netzbetreiber, die im FRK organisiert sind, ein wesentlicher Faktor für den Erfolg des Glasfaserausbaus sein, denn sie betreiben vornehmlich TK-Infrastrukturen auf der Netzebene 4, also in den Gebäuden. „Unsere Mitglieder bauen seit Jahrzehnten Inhouse-Kabelnetze“, sagt Ralf Berger, Vorsitzender des FRK. „Sie wissen ganz genau, wie man Homes Connected errichtet und daraus Homes Activated und Homes Paid macht.“ Auf dieses Know-how kann die Politik in ihrem Bestreben nach einer flächendeckenden Glasfaserverfügbarkeit vertrauen. „Wir benötigen keine staatlichen Eingriffe“, ergänzt Berger. Die Aufrüstung gebäudeinterner Netze ist die große Herausforderung im Glasfaserausbau. So stellte auch Wolfgang Heer, Geschäftsführer des Bundesverbands Glasfaseranschluss (BUGLAS), in seiner Keynote den Glasfaserausbau auf der NE4 als wichtiges Schlüsselthema dar. Heer plädierte für den eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau auf Basis von Kooperationen. Das Open-Access-Vereinbarungen derzeit nur eine geringe Rolle im Glasfaserausbau spielen, und wie Netzbetreiber auch über Kooperationen aus Homes Passed Homes Connected – und letztendlich Homes Activated – machen, waren einige der Themen des Breitbandkongresses. Neben aktuellen Insights in die Marktentwicklung und die Herausforderungen für Kabel- und Glasfasernetzbetreiber profitierten die Kongressteilnehmer auch von vielen praxisnahen Vorträgen, in denen z. B. KI-gestützte Lösungen in den Bereichen Kundenmanagement, Baudokumentation oder Netzbetrieb vorgestellt wurden. Es wurden zudem Produkte für zukunftsfähige TK-Infrastrukturen vorgestellt oder zur Realisierung von Gigabit-Geschwindigkeiten auf vorhandenen Kupferdoppelader- oder Koaxialkabelnetzen. Die Besucher des Breitbandkongresses nutzten zudem abseits der Vorträge die Gelegenheit für vertiefte Gespräche mit den ausstellenden Unternehmen. „Das Feedback der Besucher war durchweg positiv“, resümiert Ralf Berger, Vorsitzender des FRK. Gleichzeitig muss der Verband feststellen, dass die schwierige wirtschaftliche Situation vieler kleiner und mittelständischer TK-Unternehmen auch am Breitbandkongress nicht spurlos vorübergeht. www.kabelverband-frk.de Kooperationsvertrag für Glasfaser in Berlin Die Eurofiber Netz GmbH (Eurofiber) und O2 Telefónica haben einen Kooperationsvertrag geschlossen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, den Zugang zum leistungsfähigen und wachsenden Glasfasernetz von Eurofiber für die Neu- und Bestandskunden von O2, der Kernmarke der O2 Telefónica, zu ermöglichen. Mit der Kooperation steigt die Auswahl an Internetprovidern für Endkunden auf dem Netz des Berliner Netzbetreibers. Haushalte, die an das Glasfasernetz von Eurofiber angeschlossen sind oder zukünftig angeschlossen werden, profitieren von zusätzlichen Tarifangeboten eines etablierten Telekommunikationsanbieters: Sie bekommen die Chance, das beste Preis-Leistungsangebot zu wählen oder sich schlicht für ihren Lieblingsprovider zu entscheiden. Bestandskunden von O2 in Berlin können über das moderne Glasfasernetz von Eurofiber noch schneller und zuverlässiger surfen – und das mit Gigabitgeschwindigkeit. Beide Unternehmen arbeiten bereits mit Hochdruck an der technischen Umsetzung der Kooperation, sodass erste O2 Home Internetprodukte auf dem Netz der Eurofiber voraussichtlich Anfang 2026 buchbar sein werden. Endkunden werden dann über sämtliche Vertriebskanäle von O2 ihren Wunschtarif mit bis zu 1.000 Mbit/s buchen können. www.eurofiber.de TRENDS & FAKTEN Neues Warnsystem über DAB+ Am letzten bundesweiten Warntag wurde das neue Warnsystem Automatic Safety Alert (ASA) erstmals im bundesweiten Sen- dernetz über DAB+ getestet. Neben Sirenen, Cell Broadcast und der Warn-App NINA gehört DAB+ zum Warnmittelmix – als zuverlässiger Kanal für die Verbreitung von Katastrophenschutzmeldungen. Die Verbreitung erfolgt erstmals über den ersten bundesweiten DAB+-Multiplex, betrieben von Media Broadcast. Programme innerhalb dieses Multiplexes schalten automatisch auf die Warnmeldung, sofern die Geräte sich in der Region befinden, für die die Warnung gilt. Nach Ende der Meldung wird auf das zuvor eingestellte Programm zurückgeschaltet. ASA ist direkt in den DAB+-Datenstrom integriert und nutzt ein neuartiges Georeferenzsystem, das Warnungen punktgenau bis auf einen Quadratkilometer adressiert. Das System arbeitet vollautomatisch im Hintergrund, lässt sich regional konfigurieren und nutzt sowohl lokale als auch bundesweite DAB+-Netze zur zielgerichteten Ausstrahlung. Es funktioniert auch bei Ausfall von Mobilfunk und Internet und sorgt so für zusätzliche Sicherheit in Krisensituationen. ASA-fähige Geräte aktivieren sich bei einer Warnung automatisch aus dem Standby und empfangen Meldungen in Echtzeit. www.media-broadcast.com 09/25
8 www.net-im-web.de TRENDS & FAKTEN 09/25 5G als Ausfallschutz für Glasfaser Der flächendeckende Ausbau von Glasfaser schreitet voran, Glasfaser bietet verlässliche und schnelle Internetverbindungen. Doch auch die schnellste Leitung ist nicht vollständig immun gegen Ausfälle – sei es durch Überlastung, Umgebungsbedingungen oder technische Defekte. Internetausfälle stören, können den Geschäftsbetrieb empfindlich treffen und Prozesse ins Stocken bringen. Mit 5G als Backup-Verbindung eröffnen sich flexible Möglichkeiten, die eigene Internetinfrastruktur abzusichern und ausfallsicher zu machen. Durch hohe Bandbreiten und geringe Latenz kann 5G bei Ausfällen des Glasfasernetzes die Verbindung nahtlos übernehmen und dafür sorgen, dass Anwendungen ohne Unterbrechung weiterlaufen. So entsteht eine Redundanz, die mit überschaubarem Aufwand für verlässliche Ausfallsicherheit sorgt. Für Unternehmen mit Glasfaserverbindungen ist 5G als Alternative entscheidend, wenn die primäre Verbindung ausfällt. Temporäre Einrichtungen wie Baustellen oder Events nutzen 5G aufgrund der hohen Flexibilität und schnellen Bereitstellung häufig als primäre Verbindung und Backup. Deshalb ist es auch in vielen Fällen so, dass 5G sogar Glasfaser als primäre Verbindungsart ersetzt. https://vitel.de DLR koordiniert Drohnenprojekt ADELE Ob Waldbrand, Verkehrsunfall oder Naturkatastrophe: Für Behörden und Rettungskräfte zählt in Notlagen jede Sekunde. Doch häufig fehlen zu Beginn eines Einsatzes genaue Informationen zur Lage vor Ort – vor allem in unübersichtlichem Gelände oder schwer zugänglichen Gebieten. Deshalb sind Vodafone, Frequentis und die Berufsfeuerwehr Rostock unter der Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Förderprojekt ADELE gemeinsam angetreten, um die Bedingungen für Einsatzkräfte zu verbessern. Sie testen nun erstmals den Einsatz von automatisierten Drohnen direkt nach Eingang eines Notrufs. Diese übermitteln bereits vor dem Eintreffen der Rettungskräfte hochauflösende Live-Bilder vom Unglücksort in die Leitstelle. So können sich die Einsatzkräfte früher einen Eindruck der Lage verschaffen und gezielter helfen – und dabei wertvolle Zeit gewinnen, wenn es darauf ankommt. Das komplexe Übungsszenario fand am 23. September 2025 im Raum Rostock statt. Unter Leitung des DLR stellt Vodafone im Projekt ADELE die 5G-Technologie für die Echtzeit-Datenübertragung sowie die Plattform DroNet. Frequentis bringt die Leitstellenanbindung ein. Die Berufsfeuerwehr Rostock ist in ADELE die Anwendungs- und Testpartnerin im Realbetrieb. www.dlr.de ANGA bestätigt Thomas Braun als Präsidenten Der mit über 50 Jahren älteste Branchenverband der Telekommunikationsindustrie ANGA Der Breitbandverband hat bei seiner gestrigen Mitgliederversammlung ein starkes Zeichen für Kontinuität und Stabilität gesetzt: Präsident Thomas Braun wurde erneut einstimmig für zwei Jahre im Amt bestätigt. Die Branche steht angesichts politischer und regulatorischer Vorgaben, hoher wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ansprüche vor großen Herausforderungen. Die ANGA setzt mit der Wahl bewusst auf Erfahrung und Verlässlichkeit. Gleichzeitig bleibt durch die Besetzung des Vorstands die Vielfalt des Verbandes für die kommenden Jahre gesichert. Unter den knapp 160 Mitgliedern der ANGA finden sich sowohl die großen nationalen Anbieter als auch Stadtwerke und mittelständische Unternehmen bis hin zu technischen Ausrüstern. Die ANGA-Vizepräsidenten Michael Jungwirth, Mitglied der Geschäftsführung Vodafone Deutschland und Group Public Policy Director Vodafone, Timo von Lepel, Geschäftsführer NetCologne, sowie Bernd Thielk, Geschäftsführer willy.tel, wurden ebenfalls wiedergewählt. www.anga.de Politik und Netzagentur müssen sich positionieren In München haben Deutsche Telekom, M-net und die Münchner Stadtwerke gestern ihre Zusammenarbeit zur Nutzung des Glasfasernetzes vorgestellt – ein Modell, das nach Ansicht des VATM den Erfolg des von Wettbewerberseite getriebenen Glasfaserausbaus massiv gefährdet. „Die Telekom sendet in München ein fatales Signal: Gewährt uns Zugang zur passiven Infrastruktur oder ihr werdet überbaut“, erklärt VATM-Geschäftsführer Dr. Frederic Ufer. Erst durch den angekündigten und teilweise begonnenen Überbau des gesamten Münchner M-net-Netzes und durch ihre konsequente Verweigerung, das gut ausgebaute Glasfasernetz der Münchner Stadtwerke-Tochter M-Net auf Bitstrom-Basis anzumieten, kommt eine Vereinbarung zustande. „Dass die Stadtwerke München als Mutter von M-net diesem Druck nachgegeben haben, zeigt, wie hilflos selbst das größte Stadtwerk Europas der Marktmacht der Telekom gegenübersteht“, so Ufer. „In München sehen wir gerade, wie die Strategie eines marktmächtigen Unternehmens verfängt, das die Wettbewerber aus dem Markt drängen will.“ Die Studie zu Netznutzungsmodellen im Glasfasermarkt von SBR-net Consulting von Anfang September zeigt, dass die Telekom statt auf offene Netzzugangs-Kooperationen auf exklusive Pachtmodelle setzt. www.vatm.de
09/25 Telemark wird vierter Partner der Ruhr-Allianz Der Ruhr-Backbone erhält Verstärkung: Mit Telemark tritt ein weiterer starker Partner dem Kooperationsnetzwerk der regionalen Netz- und Rechenzentrumsbetreiber DOKOM21, GELSEN-NET und GLASFASER RUHR bei. Grundlage des Beitritts ist der Neubau des Telemark- Rechenzentrums in Menden. Die vier Unternehmen bündeln ihre Expertise, um die digitale Wertschöpfung in der Metropolregion Ruhr voranzubringen, die Netzinfrastruktur weiter auszubauen und neue Internetunternehmen anzusiedeln. Der Ruhr-Backbone, 2020 neu gegründet, verbindet die Netze und Rechenzentren der Partner und bietet somit die direkte Anbindung an den Internetknoten Ruhr-CIX. www.gelsen-net.de Data Act ist in Kraft gertreten Ab sofort müssen die Unternehmen in Deutschland den europäischen Data Act vollständig umgesetzt haben. Doch die Bundesregierung hat es in der 20 Monate langen Übergangsfrist seit dem Beschluss nicht geschafft, Verfahrensfragen zu klären und Aufsichtsbehörden zu benennen. „Wer in Europa Gesetze beschließt, muss auch für ihre Umsetzung sorgen. Dazu gehört, die Betroffenen ausreichend zu informieren“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. Auch wegen vieler neuer Rechtsbegriffe und fehlenden Ansprechpartnern in der Verwaltung hatte in einer Bitkom-Studie im Frühjahr erst jedes hundertste Unternehmen (1 Prozent) den Data Act vollständig umgesetzt, gerade einmal weitere 4 Prozent immerhin teilweise. „Deutschland manövriert sich nicht nur in einen Europarechtsbruch, sondern wird auch zu einem Bremsklotz für eine einheitliche europäische Auslegung des Data Act“, so Wintergerst. „Die Bundesregierung muss jetzt zügig ein Durchführungsgesetz zum Data Act verabschieden und perspektivisch eine Digitalagentur unter dem Digitalministerium gründen, die auch die Aufsicht zum Data Act übernimmt.“ Bis dahin sollten die Bundesnetzagentur und die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) für den Data Act zuständig sein, auch um eine Zersplitterung der Aufsicht in die einzelnen Landesdatenschutzbehörden zu vermeiden. Der EU Data Act ist im Januar 2024 in Kraft getreten und wird nach einer Übergangsfrist ab heute grundsätzlich anwendbar. Er beinhaltet eine Vielzahl von unterschiedlichen Regelungen, die etwa den Wechsel zwischen Cloud-Anbietern erleichtern oder den Zugriff von Verwaltungen auf Unternehmensdaten in einem Notfall ermöglichen sollen. Er macht aber auch Vorgaben für Vertragsklauseln rund um Daten und gibt Unternehmen und Nutzenden Rechte an Daten von vernetzten Geräten, was die Entwicklung neuer Dienstleistungen unterstützen kann. www.bitkom.org www.snom.com Ihr Snom IP-Telefon kann mehr. Revolutionieren Sie Ihre Unternehmenskommunikation. Hochintegriert, sicher, flexibel.
10 www.net-im-web.de 09/25 TRENDS & FAKTEN Austrian FiberSummit 2025 Glasfaser als Fundament für Österreichs digitale Zukunft Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Bernhard Reimann Am 23. Oktober 2025 verwandelt sich die Messe Oberwart zum Treffpunkt für Politik, Wirtschaft und Experten aus der Glasfaserbranche. Der Austrian FiberSummit 2025 steht unter dem Leitmotiv „Glasfaser – Grundlage für ein digitales Österreich“ und bietet ein dichtes Programm, das die Rolle moderner Netze für Digitalisierung, Energiewende und Wettbewerbsfähigkeit beleuchtet. Bereits am Vorabend stimmt die FiberNight im Kulturzentrum Oberschützen auf das Branchentreffen ein. Am Konferenztag selbst begrüßen DI Martin Wachutka, Vice President der Open Fiber Austria (OFAA), sowie Landesrat Dr. Leonhard Schneemann die Gäste. Die Veranstaltung wird von OFAA-Präsident DI Dr. Igor Brusic moderiert. Ein erster Höhepunkt ist die Keynote von Prof. Timo Leukefeld, der unter dem Titel „Intelligent verschwenden!“ zeigt, wie Sonnenenergie, Glasfaser und Innovationsgeist die Energiewende nachhaltig unterstützen können. Im Anschluss folgen Beiträge aus dem Bundesministerium und eine Marktanalyse von Prof. Dr. Jens Böcker, die aktuelle Trends und Daten zum Glasfaserausbau in Österreich liefert. Nach einer Networking-Pause stehen rechtliche und förderpolitische Fragen im Mittelpunkt. Im Business Talk I diskutieren Vertreter aus Ministerium, Österreichischem Gemeindebund, Telekommunikation und OFAA über die Folgen gekürzter Förderungen für den Glasfaserausbau – ein brisantes Thema angesichts der aktuellen Förderpause. Am Nachmittag richtet sich der Blick nach Europa: Thord Swedenhammer von Stokab berichtet über 30 Jahre OpenAccess-Erfahrungen in Stockholm, während Francesco Rotunno Einblicke in die Entwicklungen des italienischen FTTH-Markts gibt. Ergänzt wird das Programm durch einen Überblick zu rechtlichen Neuerungen, die unsere Branche noch im Herbst dieses Jahres oder im Frühjahr 2026 erwarten. Besonderes Augenmerk gilt dem Burgenland: Mit Vorträgen und einem Business Talk wird gezeigt, wie Glasfaser hier als „digitale Lebensader“ nicht nur die regionale Wirtschaft stärkt, sondern auch einen Beitrag zur Klimaneutralität leisten kann. Der Austrian FiberSummit 2025 bringt Entscheidungsträger, Netzbetreiber und Technologieexperten zusammen – mit dem klaren Ziel, die Grundlage für ein leistungsfähiges, offenes und zukunftssicheres Glasfasernetz in Österreich zu schaffen. "Österreichs Weg zum flächendeckenden Glasfasernetz ist ein komplexer Balanceakt zwischen technologischen Herausforderungen, wirtschaftlichen Realitäten und politischen Rahmenbedingungen. Trotz respektabler Fortschritte bleibt viel zu tun, insbesondere um im europäischen Wettbewerb den Anschluss zu halten und die digitale Basis für Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig zu sichern", so DI Dr. Igor Brusic, Präsident der Open Fiber Austria. "Der ambitionierte Ausbau darf durch kurzfristige Sanktionen und Förderpausen nicht ausgebremst werden. Vielmehr braucht es jetzt einen konstruktiven und kooperativen Kraftakt aller Beteiligten, um die Grundlagen für das digitale Österreich der Zukunft zu legen. Glasfaser bleibt das Fundament für nachhaltige Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt." https://events.ofaa.at/veranstaltungen/fibersummit25
11 www.net-im-web.de 09/25 KOMMUNIKATIONSMANAGEMENT „Gamma und STARFACE ergänzen sich perfekt“ Synergien und erweitertes Produktportfolio durch Zusammenschluss Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Bernhard Reimann Die kurz vor dem 20-jährigen Firmenjubiläum erfolgte Übernahme durch die britische Gamma Group markiert eine ganz besondere Weichenstellung für den Karlsruher UCC-Anbieter STARFACE. Der Gründer und Geschäftsführer Florian Buzin gewährt im Interview mit NET tiefe Einblicke in die Geschichte und spannende Ausblicke auf die künftige Roadmap des Unternehmens. NET: Eine Frage, die sowohl Channel als auch Anwender derzeit am meisten umtreibt: Wie wird sich die Übernahme durch die britische GammaGroup operativ auf die Lösungen und das Portfolio von STARFACE auswirken? Florian Buzin: „Die Portfolios von Gamma und STARFACE ergänzen sich perfekt: Gamma bringt tiefes Know-how in den Bereichen Access und Netzwerkinfrastruktur ein, und wir steuern unsere Stärke bei Telefonie- und UCC-Lösungen bei. So ergeben sich viele Ansatzpunkte für Synergien – zum Vorteil unserer Partner und Kunden. Als Unternehmensgruppe werden wir singuläre Silos aufbrechen, unsere Kräfte bündeln und gemeinschaftlich agieren. Ein passendes Beispiel dafür wird die Integration unserer vier bestehenden Partnerprogramme sein, um alle Partner über eine Organisation betreuen zu können. Unsere langfristige Zielvorstellung lautet, dass Reseller künftig mit nur einer Zertifizierung Zugang zum gesamten Produktportfolio der GammaGruppe erhalten. Das bedeutet aus der Partnerperspektive ein umfassenderes Angebot, kürzere Kommunikationswege, mehr Flexibilität und einen einfachen Zugang zu attraktiven Komplettlösungen, die auf die Anforderungen von morgen zugeschnitten sind. Darüber hinaus werden wir unsere Produktportfolios – die durchaus einige Überschneidungen aufweisen – konsolidieren, um daraus Synergien zu heben und zusätzliche Potenziale freizusetzen. So etwa beim Thema SIP-Trunking: Sowohl estos als auch STARFACE, STARFACE White Label, die ehemalige HFO und Placetel benötigen eine Basis, Mit Gamma stößt Starface jetzt die Türen zu einer Reihe weiterer europäischer Länder auf, darunter Großbritannien, Spanien und die Niederlande (Foto: Mikhail Nilov, Pexels)
12 www.net-im-web.de 09/25 „Gamma und STARFACE ergänzen sich perfekt“ um eine hervorragende VoIP-Qualität herzustellen. Auch hier werden wir also unsere Ressourcen in naher Zukunft bündeln und integrieren.“ NET: Waren diese Synergiepotenziale ein ausschlaggebender Punkt für den Verkauf von STARFACE? F. Buzin: „Sie waren ein Aspekt – aber natürlich gibt es bei so einem Schritt nicht den einen entscheidenden Faktor. Es geht um das Gesamtpaket – und hier entsprach Gamma exakt unserem Wunschprofil.“ NET: Können Sie das einmal näher erläutern? F. Buzin: „Gerne, lassen Sie uns dafür zunächst einmal in der Zeit zurückspringen: Barbara Mauve und ich haben das Unternehmen 2005 mit dem Ehrgeiz gegründet, die Besten zu sein, in dem, was wir tun. Dieser Anspruch ist fest in der DNA von STARFACE verankert und hat uns auch sehr weit getragen. Immerhin haben wir es geschafft, unser ehemaliges Start-up zu einem etablierten Player und Innovator in der deutschsprachigen UCCLandschaft weiterzuentwickeln. Uns war aber genauso klar, dass es ab einem gewissen Punkt nur zwei realistische Möglichkeiten für weitere Wachstumsschritte – darunter etwa die weitere Internationalisierung – gibt: Entweder gehen wir an die Börse, oder wir lassen uns von einem börsennotierten Unternehmen kaufen. Diesen Punkt hatten wir erreicht. In Gamma haben wir einen Partner gefunden, der uns sowohl bei unserer operativen Entwicklung auf den nächsten Level heben kann als auch eine ähnlich ehrgeizige DNA in sich trägt. Und auch in Bezug auf die Unternehmenskultur passen wir perfekt zusammen – partnerschaftlich, respektvoll, auf Augenhöhe.“ NET: Und dass Sie Ihr „Baby“ auf seiner weiteren Reise begleiten dürfen, war sicherlich auch nicht ganz unerheblich?? F. Buzin: „Natürlich freut es mich ungemein, als Geschäftsführer von STARFACE und Gamma Deutschland die Zukunft weiterhin maßgeblich mitzugestalten – aber ich möchte den Fokus hier gar nicht so sehr auf meine Person lenken. Die Neuformierung der gesamten Geschäftsführung war eine schöne erste Aufgabe. Wir haben uns gefragt: Welche Verantwortlichkeiten müssen sich in der Geschäftsführung wiederfinden – und wer sind die richtigen Leute dafür? Am Ende waren wir in der glücklichen Lage, alle Schlüsselpositionen mit qualifizierten langjährigen Kollegen besetzen zu können: Alexander Seyferth steuert die Sales- und Commercial-Themen, Christoph Scheuermann übernimmt das Produktmanagement und Marketing, Andreas Hampel ist für das Thema SIPTrunking verantwortlich, und Thomas Weiß koordiniert die Themen Technik und Technikverantwortung.“ NET: Neben dem Meilenstein der Gamma-Übernahme feiert STARFACE in diesem Jahr auch zwanzigjähriges Bestehen, lassen Sie uns also gerne nochmal zurückblicken: Telefonanlagen waren im Jahr 2005 nichts sonderlich Neues, warum haben Sie sich dennoch just für dieses Segment entschieden? F. Buzin: „Damals änderten sich die Rahmenbedingungen für Telefonie drastisch: Die ersten deutschen Provider kündigten DSL 16000 an, was einen Quantensprung im Vergleich zu den noch vorherrschenden 56K-Modems bedeutete. Als Softwaredienstleister kamen Barbara Mauve und ich also ins Grübeln, was diese Bandbreite alles ermöglichen könnte – und erkannten, dass eine IP-basierte Telefonanlage den Markt komplett umkrempeln könnte.“ NET: Wir kamen Sie zu dieser Annahme? F. Buzin: „Einerseits waren Long Distance Calls zu dieser Zeit noch extrem teuer, wurden aufgrund immer engerer internationaler Verflechtungen aber auch immer häufiger benötigt. Außerdem – sind wir doch mal ehrlich – waren die damaligen ISDN-Anlagen vom Handling her eine absolute Katastrophe. Um eine Nebenstelle umzuleiten, musste man 2005 noch kryptische Kombinationen wie Raute, Sternchen, 3, 1, 8, 5, Dollar-Zeichen eingeben. Und zweimal im Jahr musste jemand vom Systemhaus die Uhr der Anlage zwischen Sommer- und Winterzeit umschalten – natürlich gegen eine Service-Pauschale. Auch Enterprise- Features wie Voice-Mail waren für KMU noch unbezahlbar. Das wollten wir ändern, indem wir ein System entwickelten, das leicht zu betreiben war und sonst zahlungspflichtige ISDN-Features ohne Aufpreis unterstützte. Zu dieser Zeit entstand der Begriff Comfortphoning, der uns seither begleitet.“ NET: War das auch die Geburtsstunde der knallig orangefarbenen STARFACE Anlagen? F. Buzin: „Nein, im Gegenteil: Wir waren unserer Zeit weit voraus und hatFlorian Buzin In Gamma haben wir einen Partner gefunden, der uns sowohl bei unserer operativen Entwicklung auf den nächsten Level heben kann als auch eine ähnlich ehrgeizige DNA in sich trägt
13 www.net-im-web.de 09/25 „Gamma und STARFACE ergänzen sich perfekt“ ten STARFACE ursprünglich als reine Cloud-Lösung konzipiert. 2005 gab es in vielen Betrieben erste Bestrebungen, die eigenen Rechenzentren abzulösen, weil der Betrieb teuer war und viel Arbeit machte. Wir haben darauf gewettet, dass das auch in der Telefonie passieren wird – und haben STARFACE als gehostete Lösung aufgesetzt. Das ging aber nach hinten los: Denn die meisten Unternehmen hatten intern noch ISDN-basierte TK-Netze, und die gehen nicht mit VoIP-Software in einem externen Rechenzentrum zusammen. Also haben wir kurz nach dem Launch den Flip-Back gemacht und auf unsere inzwischen berühmten knalligen Appliances gewechselt. Die waren von Anfang an ein Hit. Für die fünf Cloud-Kunden, die wir damals noch hatten, gab es die Appliances übrigens geschenkt – so konnten wir die erste STARFACE Cloud hinter den Kulissen unauffällig vom Netz nehmen. Obwohl wir das nicht so geplant hatten, war die Entwicklung offener Hardware-Appliances – und da konkret die STARFACE Compact – schließlich ein echter technischer Meilenstein für uns. Die hat uns als passgenau auf den KMU zugeschnittene Hardware-Box zur richtigen Zeit ein neues Marktsegment eröffnet, war viele Jahre lang ein wichtiger Wachstumsmotor und ist immer noch sehr, sehr erfolgreich.“ NET: Welche weiteren technischen Entwicklungen der letzten zwei Dekaden würden Sie noch besonders hervorheben? F. Buzin: „Einerseits würde ich da auf jeden Fall die Ergänzung unseres Portfolios um unseren SIP-Trunk STARFACE Connect nennen, durch den wir unseren Kunden – vom Anschluss bis zum Telefon – alles aus einer Hand anbieten konnten. Der ist ein bisschen aus der Not entstanden: Im Nachgang der ISDN-Abkündigung kam es mit Kunden immer wieder zu Diskussionen über die Quality-of-Service auf der VoIP-Strecke. Wir wussten genau, dass die Probleme nicht auf die Anlagen, sondern auf die Leitungen zurückgingen – es kostete aber viel Energie, dies im Einzelfall zu dokumentieren. Also entwickelten wir unseren eigenen SIP-Trunk, und die Qualitätsdiskussionen waren Geschichte. Ein weiterer Meilenstein war die Abkehr von den reinen Tischtelefonen und die Integration der Softphones. Dies fiel genau in den Zeitrahmen, in dem wir damit anfingen, unsere TK-Anlage zu einer UCC-Plattform umzubauen, die alle Kommunikationskanäle bündelt. Dies umfasste auch mobile Clients für Android und iPhone, mit denen wir als erster deutscher TK-Anbieter Smartphones in Nebenstellen der Telefonanlage verwandelt haben. Insgesamt würde ich also durchaus für uns beanspruchen, dass wir die Branche durch ständige Innovation verändert haben – hin zu einer neuen Einfachheit, Klarheit, Benutzbarkeit.“ NET: Zurück in die Zukunft: Welche langfristigen Ziele folgen nun? F. Buzin: „Das Stichwort Internationalisierung habe ich ja vorhin bereits angesprochen. Mit Gamma haben wir bereits einen großen Schritt auf das europäische Parkett getan – und das ist für das weitere Wachstum von STARFACE sehr wichtig. Es ist höchste Zeit, dass wir mit unserer hervorragenden Lösung aus der deutschen Bubble in eine größere internationale Gesellschaft wechseln. Bislang konzentrierten wir uns als STARFACE ja primär auf die deutschsprachigen Märkte und auf Frankreich. Mit Gamma stoßen wir jetzt die Türen zu einer Reihe weiterer europäischer Länder auf, darunter Großbritannien, Spanien und die Niederlande. Und um die Position im deutschsprachigen Markt weiter auszubauen, werden sicherlich auch anorganische Wachstumsschritte folgen.“ NET: Das klingt für den neutralen Beobachter alles extrem spannend, aber wie reagiert Ihre Community auf diese enormen Veränderungen? F. Buzin: „Das Feedback war bisher durchweg positiv, aber natürlich sind alle sehr gespannt, wie sich die Veränderungen am Ende direkt auf sie auswirken werden. Auf unserer jährlichen Com. vention im Europa-Park Rust, die dieses Jahr am 24. und 25. September stattfand, haben wir unserer Community einen ersten detaillierteren Ausblick auf die Roadmap der nächsten Monate geben können. Unter anderem durch die Gamma-Übernahme und unseren dadurch erweiterten Einflussbereich entwickelt sich unsere Com.vention übrigens immer mehr zu einem gesamten Branchentreff, der weit über STARFACE und estos hinausgeht. Das ist ein Termin, auf den wir uns alle sehr freuen – und bei dem die Community definitiv auf ihre Kosten kommen wird.“ Herr Buzin, wir danken Ihnen für dieses Gespräch. https://starface.com/ Unsere langfristige Zielvorstellung lautet, dass Reseller künftig mit nur einer Zertifizierung Zugang zum gesamten Produktportfolio der Gamma-Gruppe erhalten
14 www.net-im-web.de 09/25 KOMMUNIKATIONSMANAGEMENT Der Traum ganzheitlicher Kommunikation Unified Communication und Collaboration bleibt Zukunftsmusik Bernhard Reimann Obwohl die Idee der Unified Communication & Collaboration (UCC) – also der Konsolidierung sämtlicher Kommunikationskanäle in einer einzigen Plattform – seit Jahren als Leitbild der Unternehmenskommunikation gilt, ist die praktische Umsetzung nach wie vor weit entfernt von der Vision. Während das Konzept von ganzheitlichen Lösungen, die Sprache, E-Mail, Chat, Video und Kollaboration miteinander vereinen, regelmäßig in Strategiedokumenten und Marketingpräsentationen auftaucht, sieht die Realität in den meisten Unternehmen ganz anders aus. Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET In der Praxis koexistieren oft unzählige getrennte Systeme, aber nur ein kleiner Prozentsatz der Organisationen scheint es bislang geschafft zu haben, alle relevanten Kommunikationskanäle tatsächlich systemisch zu integrieren. Vielerorts werden beispielsweise moderne IP-Telefonanlagen – ob in der Cloud oder lokal betrieben – weiterhin getrennt von E-Mail-Infrastrukturen oder Kollaborationstools verwaltet. Instant Messaging läuft in vielen Betrieben auf separaten Plattformen, die nicht oder nur rudimentär mit der Telefonie verknüpft sind. Damit bleibt der zentrale Anspruch, nämlich die Integration der Kommunikation auf einer einheitlichen Plattform, für die meisten Firmen ein Zukunftsentwurf. Dies bestätigen auch aktuelle Marktanalysen. So wird der europäische Markt für Unified Communication & Collaboration derzeit auf rund 49 Milliarden US-Dollar geschätzt und weist eine jährliche Wachstumsrate von rund 18 Prozent bis 2030 auf (Quelle: Grand View Research, Europe Unified Communications & Collaboration Market Report 2024). In Westeuropa haben zwar mehr als 65 Prozent der Unternehmen zumindest teilweise cloudbasierte Kommunikationstools eingeführt, doch nur rund 49 Prozent verfolgen eine konsequente Mobile-first-Strategie (Quelle: Global Growth Insights, Unified Communications and Collaborations Market Growth 2033). Das wiederum bedeutet, dass Kommunikationslösungen zunehmend für die Nutzung auf Smartphones, Tablets oder Laptops optimiert werden, stellt aber andererseits keineswegs eine echte kanalübergreifende Integration dar. In vielen Fällen laufen weiterhin parallele Systeme nebeneinander, die lediglich auf mobilen Endgeräten nutzbar sind, ohne dass Telefonie, Chat, Video, E-Mail und Werkzeuge für die Zusammenarbeit tatsächlich miteinander verzahnt wären. Das Interesse an UCC ist also hoch, die Realität bleibt jedoch fragmentiert. Trotz Digitalisierung bleibt die professionelle Sprachkommunikation essenziell – gerade auch in hybriden Arbeitswelten. Faktoren wie Sicherheit und Zuverlässigkeit spielen eine zentrale Rolle (Foto: SAB / Google KI)
15 www.net-im-web.de 09/25 Der Traum ganzheitlicher Kommunikation Unterschätzte Stolpersteine Ein wesentlicher Grund dafür, dass die Realität hinter den Erwartungen bleibt, liegt in der Komplexität, die mit der Einführung solcher Plattformen einhergeht. Während die Theorie verspricht, durch eine einheitliche Lösung sämtliche Kommunikationskanäle effizient zu bündeln, bedeutet die praktische Umsetzung für Unternehmen häufig einen tiefen Eingriff in bestehende und funktionierende Strukturen. Systeme müssen konsolidiert, Mitarbeitende geschult, Prozesse angepasst und Compliance-Fragen geklärt werden. Gerade in Europa spielt auch die Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung eine zentrale Rolle. Und die Integration von Sprach-, Video- und Chat-Daten in eine einzige Cloud-basierte Plattform wirft rechtliche wie organisatorische Fragen auf. Dieser Aufwand wird daher meistens gescheut, zumal sich die vermeintlichen Effizienzgewinne häufig nicht sofort, sondern erst nach Monaten oder Jahren einstellen. Ein weiterer Punkt ist die Kostenfrage. Moderne UC-Plattformen, die Sprachkommunikation, Chat, Videokonferenzen und Kollaborationsfunktionen in einer Lösung vereinen, sind nicht nur in der Anschaffung, sondern auch im Betrieb kostenintensiv. Lizenzen, laufende Gebühren, aufwendige Schulungsprogramme und die notwendige Anpassung der IT-Landschaft bedeuten eine nicht unerhebliche Investition. Viele Unternehmen kommen deshalb zu dem Schluss, dass eine fragmentierte Lösung, in der unter anderem die IP-Telefonie getrennt von bestehenden E-Mail- und Kollaborationstools betrieben wird, betriebswirtschaftlich effizienter ist. Tatsächlich belegen Studien, dass durch moderne IP-Telefonieplattformen bis zu 30 bis 40 Prozent Einsparungen im Vergleich zu klassischen Telefonsystemen erzielt werden können (Quelle: Verified Market Research, Europe IP Telephony and UCaaS Market 2024). Diese Zahlen verdeutlichen, dass eine robuste Sprachlösung nicht nur kostengünstig, sondern auch zukunftssicher sein kann. Hinzu kommt, dass viele der Funktionen, die die Unified-Communication-Lösungen theoretisch versprechen, längst über spezialisierte Tools verfügbar sind. E-Mail bleibt in den etablierten Systemen wie Microsoft Exchange oder Google Workspace, während Chat und Kollaboration über Anwendungen wie Slack, Microsoft Teams oder Zoom organisiert werden. Ein Wechsel auf eine monolithische UCC-Plattform würde in vielen Fällen nicht nur unnötige Doppelstrukturen schaffen, sondern auch zusätzliche Kosten verursachen, ohne die Kommunikationsqualität tatsächlich zu verbessern. Gerade auf der Ebene der Sprachkommunikation zeigen Unternehmen immer wieder, dass die Verlässlichkeit und die Stabilität spezialisierter IP-Lösungen den komplexen Integrationsversuchen einer umfassenden UCC-Lösung überlegen sind. Sprache bleibt Herzstück In der Tat ist der praktische Nutzen monolithischer UCC-Plattformen für viele Unternehmen nach wie vor begrenzt, da die zentralen Kommunikationsbedürfnisse nach wie vor über die Sprachkommunikation abgedeckt werden. Sprache bleibt das wichtigste Medium im geschäftlichen Alltag, insbesondere in Situationen, in denen es auf Präzision, persönliche Ansprache sowie unmittelbare Reaktion und Verständlichkeit ankommt. Moderne IP-Telefone und IP-Telefonanlagen bieten alle Funktionen, die für effiziente Arbeitsabläufe erforderlich sind: HD-Audio für klare Sprachqualität, die nahtlose Integration in bestehende IT-Systeme, die Unterstützung für Remote-Arbeitsmodelle und die Kompatibilität mit den gängigen Plattformen. Damit wird deutlich, dass eine vollintegrierte UCC-Plattform aus Sicht zahlreicher Firmen keinen spürbaren Mehrwert gegenüber einer leistungsstarken IP-Telefonie-Infrastruktur liefert. In diesem Umfeld positioniert sich Snom, der etablierte deutsche Kommunikationsspezialist, mit einer einzigartigen Wertschöpfungskette, die vom eigenen HardwareDesign über eigens entwickelte Firmware bis hin zur zertifizierten Interoperabilität reicht. Snom versteht seine Produkte nicht als einfache Telefone, vielmehr sind es intelligente Endgeräte, die sich nahtlos in bestehende Infrastrukturen integrieren lassen. Dabei geht es nicht nur um die klassische Sprachkommunikation, sondern auch um die Fähigkeit, moderne Arbeits- und Organisationsmodelle zu unterstützen. Denn Produktivität hängt heute nicht mehr allein von einem festen Büroarbeitsplatz ab, sondern von der Möglichkeit, Ziele unabhängig vom Standort zu erreichen. Trotz der zunehmenden Digitalisierung bleibt die professionelle Sprachkommunikation essenziell – gerade auch in hybriden Arbeitswelten. In Bereichen wie Lagerhallen, Produktionsstätten, Gießereien oder Krankenhäusern spielen zudem Faktoren wie Robustheit, Sicherheit und Zuverlässigkeit eine zentrale Rolle. Hier zeigen die professionellen DECT-Endgeräte von Snom ihre Stärken, indem sie nicht nur klassische Telefonie ermöglichen, sondern auch in Systeme für Alarmierung und Lokalisierung oder die Integration von KI-Transkription eingebunden werden können. Durch die hohe AudioQualität der Geräte wird gewährleistet, dass Sprachdaten klar und störungsfrei übermittelt werden, was gerade für KI-Anwendungen entscheidend ist. Es ist also nicht verwunderlich, dass viele IT-Verantwortliche UCC zwar als langfristige Vision betrachten, für die Gegenwart aber auf bewährte Lösungen setzen. Die Realität zeigt, dass modulare Architekturen, die IP-Telefonie mit bestehenden Kollaborations- und E-Mail-Systemen kombinieren, in den meisten Fällen die bessere Wahl darstellen. So bleibt UCC auch im Jahr 2025 für zahlreiche Unternehmen mehr Zukunftsmusik als gelebte Praxis – während moderne IP-basierte Sprachlösungen den entscheidenden Beitrag leisten, um Kommunikation klar, zuverlässig und effizient zu gestalten. www.snom.com
16 www.net-im-web.de 09/25 KRITISCHE KOMMUNIKATION PMRExpo 2025 Mehr als Treffpunkt für sichere Kommunikation in Köln Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Bernhard Reimann Im November öffnet die Koelnmesse ihr Areal wieder für die größte Plattform Europas im Bereich kritische Infrastruktur. Ein Segment, welches sich in den letzten Jahren weit über Behördenkommunikation und Funkanwendungen hinaus entwickelt hat. Der Schutz kritischer Infrastruktur gewinnt eine nahezu übermächtige Präsenz. Und das nicht nur physikalisch in Form von Leitungen, Schalteinrichtungen und Spannungsversorgungen. Mindestens ebenso wichtig ist der Schutz vor Cyberattacken aus dem Internet. Entsprechend wartet die PMRExpo 2025 mit einem deutlich erweiterten Themenspektrum auf. Vom 25. bis zum 27. November öffnet die PMRExpo 2025, Europäische Leitmesse für Sichere Kommunikation, in Köln ihre Tore. Mit der Fachausstellung, dem PMRExpo Summit, der Connecting Area und dem neuen, begleitenden Symposium „PMRExpo meets Wehrtechnik“ mit dem Thema Drohnen- und Cybertechnologie bietet die Fachmesse ein einzigartiges Forum und Networking rund um die sichere einsatz- und geschäftskritische mobile Kommunikation. Ein Besuch auf der Fachmesse ist insbesondere für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) sowie Unternehmen aus sämtlichen Wirtschaftssektoren zu empfehlen. Zu den Themenfeldern zählen unter anderem Digitalfunk BOS, 5G und 5G-Campusnetze, Leitstellen, Cybersecurity und Critical IoT. Innovation und Branchendialog An drei Messetagen präsentieren Aussteller aus aller Welt Innovationen, Produkte, Lösungen und Anwendungen. Unter anderem aus den Bereichen Applikationslösungen, Leitstellen- und Sicherheitstechnik, Infrastrukturelemente und Gerätezubehör. Von besonderer Aktualität sind dabei unter anderem die Interkonnektivität von Schmalband- und Breitbandnetzen sowie der Aufbau privater Breitbandnetze, die meist von den Anwendern selbst betrieben werden. Diese haben mit den Standards LTE und insbesondere 5G erheblich an Bedeutung gewonnen. Die geänderte Bedrohungslage in Europa erfordert eine stärkere Verflechtung ziviler und militärischer Schutzaufgaben und damit abgestimmAuch in diesem Jahr dürfte die PMRExpo das Branchenhighlight rund um das Thema KRITIS werden. Nach wie vor spielt die Behördenkommunikation und deren sicherer Betrieb eine große Rolle
net-im-web.deRkJQdWJsaXNoZXIy MjE2Mzk=