3 www.net-im-web.de EDITORIAL Bedrohungen für kritische Infrastrukturen, einschließlich hybrider Gefahren wie Sabotage und böswillige Cyberaktivitäten, stellen Politik und Unternehmen schon seit längerem vor große Herausforderungen. Spätestens mit den Sichtungen unbekannter Drohnen über Flughäfen und Militäreinrichtungen in Europa dürfte wohl jedem klar sein, dass dem Schutz kritischer Infrastrukturen höchste Aufmerksamkeit gelten muss. Eine neue Leitlinie der EU soll den Mitgliedsstaaten helfen, die eigenen kritischen Infrastrukturen Widerstandsfähig gegen externe Angriffe zu machen. So sollen nationale Strategien entwickelt und regelmäßige Risikobewertungen durchführen werden. Kritische Einrichtungen müssen technische, sicherheitsbezogene und organisatorische Maßnahmen ergreifen, um ihre Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten. Wer glaubt, hier Zeit zu haben, irrt sich gewaltig. Denn auch die Kritische Infrastruktur in Deutschland ist mehr als nur gefährdet. Das zeigen etwa die jüngsten Anschläge auf Bahnstrecken in Deutschland. Primäres Ziel (derzeit) sind Kabelverbindungen zu den Stellwerken. Allein in den letzten Wochen sind in Nordrhein-Westfalen auf diese Weise wichtigste Verkehrsadern des Bahnverkehrs mit einfachsten Mitteln für viele Tage lahmgelegt worden. Die PMRExpo 2025 kommt genau zur richtigen Zeit. Die europäische Leitmesse für Kritische Kommunikation und -Infrastruktur wird im November wieder in Köln ihre Pforten öffnen und die neusten Entwicklungen, Trends und Produkte dem Fachpublikum präsentieren. Dabei nimmt der Schutz vor Angriffen aus dem Internet einen großen Raum ein, ebenso wie das Themenfeld Drohnen. Denn schon seit längerem sind die Chancen und Gefahren, die mit dem Einsatz von Drohen einher gehen, bei Behörden, Organisationen sowie Unternehmen angekommen; leider aber auch bei Kriminellen. Darüber hinaus ist auch die Wehrtechnik in Köln präsent. Das Symposium PMRExpo meets Wehrtechnik findet dieses Jahr erstmals statt und soll den Austausch zwischen Bundeswehr, BOS und Industrie fördern. Angesichts des jüngsten Vorstoßes von Verteidigungsminister Boris Pistorius zum Aufbau von Weltraumprojekten und einer Sicherheitsarchitektur im Weltall ein wichtiger Schritt. Die Bundesregierung will laut Pistorius bis 2030 dafür insgesamt 35 Milliarden Euro bereitstellen. Vielleicht sind Geschäftsführer und CEOs gut beraten zu überlegen, was sie in die Sicherheit ihrer Unternehmen investieren möchten. Ihr Bernhard Reimann Mehr Schutz für kritische Infrastukturen 09/25
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