NET Oktober 2025

40 www.net-im-web.de 10/25 Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung So meistern Bundesbehörden den digitalen Wandel NETZE Andreas Thieme ist Experte für Dokumentation und IT-Infrastrukturmanagement bei der FNT GmbH Andreas Thieme Geopolitische Risiken, Cyber-Bedrohungen, oftmals fehlende Strategien und der viel beschworene Fachkräftemangel – die öffentliche Verwaltung hierzulande sieht sich aktuell mit immensen Herausforderungen konfrontiert. Sie alle stehen einer konsequenten Digitalisierung von Diensten und behördlichen Workflows im Wege. Die Bundesregierung hat das erkannt und als Antwort darauf das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung ins Leben gerufen. Es soll in Zusammenarbeit mit den Ländern Schwung in den Prozess bringen und entsprechende Initiativen zeitnah umsetzen. Der Schlüssel hierzu liegt in einem hohen Maß in der Zentralisierung und Automatisierung – dies wiederum setzt Transparenz, Standardisierung und natürlich den Willen voraus. Verglichen mit anderen europäischen Ländern hinkt die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Deutschland weit hinterher. Dies hat verschiedenste Ursachen, primär fehlt es seit Jahren schlichtweg an Vorgaben, Druck und klaren Strategien hierfür. Ein weiterer Grund: die unzureichende Bereitstellung entsprechender Mittel für neue Systeme. Auch dadurch wird immer mehr Geld in veraltete Strukturen gesteckt, anstatt neue aufzubauen. Eine schlagkräftige, behördliche IT-Infrastruktur lässt sich so nur schwer aufbauen. Hinzu kommt eine sich rasant verschärfende Bedrohungslage im Hinblick auf die Cyber-Sicherheit, die fatale Folgen insbesondere für Kritische Infrastrukturen (KRITIS) haben kann, wenn beispielsweise öffentliche Versorgungsnetze für Strom, Gas oder Wasser von Hackern angegriffen und lahmgelegt werden. Aber auch reguläre Einrichtungen und nichtkritische Infrastrukturen der öffentlichen Verwaltung sehen sich mit einer rasanten Zunahme gefährlicher Cyber-Attacken konfrontiert. Europa und insbesondere Deutschland müssen nachlegen, was die Selbstständigkeit und Widerstandsfähigkeit der IT-Infrastruktur betrifft. Bremse Fachkräftemangel Neben der prekären IT-Sicherheitslage bremst vor allem auch der anhaltende Fachkräftemangel längst überfällige Digitalisierungsinitiativen in der öffentlichen Verwaltung. So führt beispielsweise die anstehende Pensionierung der Baby-BooNeben der Zentralisierung ist ein höherer Automatisierungsgrad in den Verwaltungen unabdingbar. Aufgrund des Fachkräftemangels und reduzierter Budgets müssen manuelle Tätigkeiten minimiert werden (Foto: ceskyfreund36, Pixabay)

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