NET Oktober 2025

42 www.net-im-web.de 10/25 Präzise Spektrumanalyse in 5G- und 6G-Netzen Chancen, Risiken und die Gefahr unsichtbarer Störer NETZE Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Bernhard Reimann Die Mobilfunknetze der fünften und sechsten Generation versprechen Datenraten im Gigabit-Bereich, Latenzen im Millisekunden-Segment und eine nie dagewesene Dichte an vernetzten Geräten. Diese technologische Revolution ist jedoch nur möglich, weil der verfügbare Funkraum immer weiter ausgedehnt wird. Neue Frequenzbereiche oberhalb von 24 Gigahertz, sogenannte Millimeterwellen, und künftig sogar Sub-THz-Bänder eröffnen enorme Übertragungskapazitäten. Doch genau hier beginnt ein Wettlauf mit der Physik: Je höher die Frequenz, desto empfindlicher reagieren die Signale auf kleinste Störungen. Die präzise Spektrumanalyse wird damit zur Schlüsseldisziplin, um die Integrität von 5G- und 6G-Netzen sicherzustellen. Das Grundproblem der hochfrequenten Kommunikation liegt in der Wellenausbreitung. Millimeterwellen ab 24 Gigahertz besitzen kurze Wellenlängen und damit eine geringe Reichweite sowie ausgeprägte Ausbreitungseffekte. Sie werden von Gebäuden, Vegetation und sogar von Regentropfen absorbiert oder reflektiert. Im Sub-THz-Bereich, in dem 6G experimentiert, verstärken sich diese Effekte nochmals. Um stabile Verbindungen sicherzustellen, sind hochpräzise Antennensysteme, Beamforming und MIMO-Technologien erforderlich. Doch all diese Maßnahmen machen die Systeme empfindlicher für kleinste Störungen. In klassischen Mobilfunkbändern ließ sich ein Störsignal oft durch einen erhöhten Signal-zu-Rausch-Abstand (SNR) kompensieren. Heute reicht ein zusätzlicher Carrier von nur wenigen Kilohertz Bandbreite, um hochmodulierte 64-QAM- oder 256-QAM-Signale unbrauchbar zu machen. Spektrumanalyse wird damit nicht zur Kür, sondern ist verpflichtende Voraussetzung für die Netzstabilität. Somit ist die Analyse von Kommunikations-Funkkanälen im kompletten Frequenzbereich von 27MHz bis 7,125GHz sowie die Untersuchung der Satellitenkommunikation im X-Band und Ku-Band von entscheidender Bedeutung. Mit der fortschreitenden Nutzung dieser Frequenzbänder für breitbandige Anwendungen, insbesondere in der drahtlosen Kommunikation und bei Satellitendiensten, entstehen neue Herausforderungen im Bereich des Spectrum Monitorings sowie der Richtungsbestimmung von Signalen. Denn nur mit umfassender Übersicht, basierend auf verlässlichen und detaillierten Informationen, ist die optimale Nutzung der verfügbaren Frequenzen sicherzustellen. Spectrum Dominance on the highest level! Vor allem der Frequenzbereich von 6GHz bis 7,125GHz, der zunehmend für den Ausbau von 5G und Wi-Fi 6E Veränderbare Triggermasken und logische Verknüpfungen vereinfachen die Erfassung kurzer Signale mit der RTSA Suite PRO. Trigger und Filter in Abhängigkeit von Impulslängen, Frequenz und Signaldichte sind einstellbar

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