NET 11/2025

38 www.net-im-web.de 11/25 NETZE Schneller ans Haus Kunststoffschächte bringen Tempo in die letzte Meile Bernhard Reimann In Deutschland liegt die Glasfaserausbauquote bei mittlerweile über 50 Prozent, doch nur rund 27 Prozent der sogenannten Homes Passed sind tatsächlich angeschlossen. Engpässe entstehen besonders auf der letzten Meile – und durch begrenzte Tiefbaukapazitäten. Ludwig Fischer, Geschäftsführer Technik und Produktion bei Langmatz, erklärt, wie die Kunststoffkabelschächte des Systemspezialisten helfen, den Breitbandausbau zu beschleunigen. Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET NET: Herr Fischer, warum kommt der Glasfaserausbau in Deutschland nicht schneller voran? Ludwig Fischer: „Wir sehen zwei Hauptgründe: Erstens die sogenannte letzte Meile, die Strecke vom Verteiler bis zum Haus, ist besonders aufwendig, da bestehende Leitungen und Infrastruktur berücksichtigt werden müssen. Zweitens fehlen schlicht die Tiefbaukapazitäten. Jede Maßnahme, die die Arbeit auf der Baustelle beschleunigt, ist daher entscheidend.“ NET: Welche Rolle spielen Ihre Kunststoffkabelschächte in diesem Kontext? L. Fischer: „Mit unseren Schächten können bestehende Leitungen überbaut werden, zudem besitzen sie Sollbruchstellen, sodass Kabel schnell, flexibel und werkzeuglos eingeführt werden können. Im Vergleich zu Betonschächten haben sie ein deutlich geringeres Eigengewicht und lassen sich daher leichter transportieren, schneller montieren und anpassen. Sie benötigen keinen Kran, kein schweres Gerät. Dadurch verkürzt sich die Bauzeit erheblich – gerade auf der letzten Meile, wo jede Stunde zählt.“ NET: Das klingt nach einem klaren wirtschaftlichen Vorteil. L. Fischer: „Absolut. Die Anschaffungskosten sind etwas höher, aber über den gesamten Einbauprozess gesehen rechnen sich die Kunststoffschächte deutlich: Transport, Handling und Einbau sparen Zeit und Kosten. Wir sprechen hier von bis zu 30 Prozent Vorteil im Vergleich zu Betonschächten. Und der beschleunigte Baufortschritt ist ein zusätzlicher Hebel, um Engpässe im Tiefbau auszugleichen. Zudem sind unsere Kunststoffschächte wartungsarm und weisen eine deutlich In bestehenden Wohn- oder Gewerbegebieten ist jede Baumaßnahme aufwendig. Die Kunststoffkabelschächte von Langmatz lassen sich mit diversen Rahmenelementen an alle Gegebenheiten anpassen (Foto: Klaus Prange, Pixabay)

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