NET 11/2025

45 www.net-im-web.de 11/25 NETZBETREIBER UND -DIENSTE Vom Nearshoring zum Smart Sourcing Best Practices für die IT-Expertise aus dem nahen Ausland Pavel Midon Aufgrund des enormen IT-Fachkräftemangels und der wachsenden Anforderungen von KI und digitaler Transformationen benötigen Unternehmen heute flexible und kosteneffiziente Lösungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Für die Umsetzung anspruchsvoller Innovationsprojekte mit hohen Qualitätsstandards entscheiden sich deshalb viele Unternehmen für Nearshoring, da dieses Modell ihnen Zugang zu hochausgebildeten IT-Fachkräften in räumlicher und kultureller Nähe ermöglicht. Pavel Midon, CEO Convista Polen und Mitglied des Vorstands der Convista Consulting AG Mit der zunehmenden Bedeutung von KI-gestützter Entwicklung und Cloud-Migrationen steigen auch die Anforderungen an IT-Projekte. Es braucht Teams und Partner, die nicht nur technologisch versiert sind, sondern auch eng mit den Fachbereichen zusammenarbeiten. Klassisches Nearshoring stößt hier oft an Grenzen. Wer den nächsten Schritt gehen will, setzt auf Smart Sourcing: ein Modell, das Flexibilität, Nähe und fachliches Verständnis vereint. Damit dieses Potenzial auch in der Praxis Wirkung entfaltet, kommt es auf eine passgenaue Sourcing-Strategie an. Smart Sourcing kann eine starke Lösung sein, vorausgesetzt, typische Fehler werden vermieden und die Zusammenarbeit wird gezielt auf die individuellen Branchen- und Projektanforderungen ausgerichtet. Was passt zu welchem Bedarf? IT-Outsourcing beschreibt allgemein die Auslagerung von IT-Dienstleistungen an ein Drittunternehmen, unabhängig vom Standort. Dieses Unternehmen kümmert sich um die vollständige Durchführung und Steuerung der übertragenen Aufgaben und erfüllt festgelegte Qualitätsstandards. Diese Vorgehensweise entlastet das Unternehmen, erfordert jedoch klare Absprachen und stellt hohe Anforderungen an Datenschutz und Qualitätssicherung. Offshoring geht einen Schritt weiter und meint speziell die Verlagerung in geographisch weiter entfernte Länder, da diese oft attraktive Kostenstrukturen für Unternehmen bieten. Das Modell ist also eine Form des Outsourcings mit Fokus auf geografische Distanz zur Personalkostensenkung und Skalierung von Ressourcen. Zwar ermöglicht Offshoring größere Kosteneinsparungen, erfordert aber auch eine genau abgestimmte Kommunikation, da Sprachbarrieren, Kulturunterschiede und Der Zugriff auf Fachkräfte mit spezialisiertem Techno- logie- und Branchenwissen ermöglicht es Unternehmen, innovativere Lösungen zu entwickeln und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern (Foto: Shkrabaanthony Pexels)

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