46 www.net-im-web.de 11/25 Vom Nearshoring zum Smart Sourcing verschiedene Zeitzonen die Koordination erschweren können und organisatorische Abläufe anspruchsvoller gestalten. Einfache Aufgaben wie zum Beispiel Support und Wartung lassen sich deshalb gut über Offshoring umsetzen, da hier der gewünschte Service für Projekte relativ handhandbar und genau definiert werden kann. Anspruchsvolle Aufgaben, wie etwa die Neueinführung von Prozessen, benötigen jedoch tiefes Verständnis sowohl hinsichtlich der Technologien als auch der branchenspezifischen Business-Aspekte sowie eine enge Kommunikation und Zusammenarbeit mit dem Anwenderunternehmen. Hier kommt Smart Sourcing ins Spiel, bei dem IT-Dienstleistungen in geografisch nahegelegene Länder, häufig innerhalb Europas, verlagert werden. Dieses Modell bietet Unternehmen nicht nur eine attraktive Möglichkeit, spezialisiertes IT-Personal für KI-gestützte Softwareentwicklungsprojekte zu nutzen und anspruchsvolle Projekte wie Cloud Migrationen effizient zu realisieren. Dabei kann man von Innovationen wie der IT- und KI-Erfahrung in Cloudmigrationen in diesen Ländern profitieren. Ähnliche Zeitzonen, Know-how auf Europa- oder Weltniveau sowie kulturelle Nähe ermöglichen eine enge Abstimmung, erleichtern die Zusammenarbeit und bringen Effizienz und qualitativ hochwertige Ergebnisse. Bei dem Modell bestehen grundsätzlich zwei Ausprägungen. Das Unternehmen kann entweder selbst Standorte im nahen Ausland aufbauen und diese direkt steuern oder einen erfahrenen Dienstleister aus dem deutschen Sprachraum auswählen. Dieser Dienstleister sollte vor allem über Niederlassungen in weiteren europäischen Ländern verfügen, deren Fachkräfte eng in die Unternehmensstruktur eingebunden sind. Zu den beliebten Nearshoring-Standorten innerhalb der EU zählen beispielsweise Portugal und die osteuropäischen Staaten. Die Vorteile im Überblick • Kosteneffizienz: Durch den Standortvorteil in nahegelegenen Ländern mit moderaten Lohnstrukturen, Standortkosten und geringen Reisekosten lassen sich IT-Projekte kosteneffizienter realisieren. Insbesondere mittelständische Unternehmen können hiermit im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig bleiben und zugleich die Qualitätssicherung und die Einhaltung von Datenschutzstandards gewährleisten. • Erweiterter Talentpool: Smart Sourcing ermöglicht Unternehmen nicht nur den Zugang zu hochqualifizierten IT-Fachkräften in ähnlichen Zeitzonen und kultureller Nähe, sondern oft auch spezielles Know-how. Dies vereinfacht die Kommunikation, Zusammenarbeit und Integration in die Unternehmenskultur. • Flexibilität und Skalierbarkeit: Durch die permanente Verfügbarkeit hochqualifizierter Fachkräfte im nahen Ausland können Unternehmen ohne zeitaufwändige interne Rekrutierung flexibel auf sich ändernde Projektanforderungen oder eine erhöhte Arbeitsbelastung reagieren. • Wettbewerbsvorteile durch spezifisches Know-how: Der Zugriff auf Fachkräfte mit spezialisiertem Technologie- und Branchenwissen ermöglicht es Unternehmen häufig, noch innovativere und effizientere Lösungen zu entwickeln und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Oft entstehen an den Standorten neue Produkte, Innovationen oder Verbesserungen in Prozessabläufen für die Muttergesellschaft. Diese können daraufhin direkt als Pilot getestet und verbessert werden, bevor ein internationaler Rollout erfolgt. • Verkürzung des Time-to-Market: Smart Sourcing Geschäftsmodelle beschleunigen die Zeitspanne von der ersten Idee bis zur fertigen Umsetzung und ermöglichen Unternehmen, neue Softwarelösungen agiler auf den Markt zu bringen, interne Ressourcen zu entlasten und direkt Innovationen Auch wenn Nearshoring viele Vorteile bringt, sollten Unternehmen ihren Smart-Sourcing-Partner genau prüfen, um Fallstricke, Reibungsverluste sowie unnötige Kosten zu vermeiden (Grafik: Convista)
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