47 www.net-im-web.de 11/25 Vom Nearshoring zum Smart Sourcing ins Business zu integrieren. Tipps für Smart Sourcing Auch wenn Nearshoring viele Vorteile bringt, sollten Unternehmen ihren SmartSourcing-Partner genau prüfen, um Fallstricke, Reibungsverluste sowie unnötige Kosten zu vermeiden. Im Folgenden sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst: 1. Kostenfalle: Ein vermeintlich günstiger Anbieter kann teuer werden, wenn technisches Know-how zwar vorhanden ist, aber das Verständnis für Branchenprozesse fehlt. Verfügt der Dienstleister über das technische Know-how für eine geplante Software-Implementierung wie beispielsweise S/4HANA, aber es fehlt das Verständnis für die branchenspezifischen Standards und Geschäftsprozesse, zum Beispiel in der Energiewirtschaft, wird der Aufwand für das Briefing enorme unternehmensinterne Ressourcen verschlingen. Es drohen immense Reibungsverluste im Projekt, die im schlimmsten Fall zum Scheitern des Projekts führen. 2. Sprachbarrieren: Insbesondere bei anspruchsvollen Projekten wie der individuellen Softwareentwicklung sollten Unternehmen darauf achten, dass Sprachbarrieren so gering wie möglich ausfallen und die Projektverantwortlichen auf der Dienstleisterseite über gute Deutschkenntnisse verfügen. Denn vor allem in regulierten Branchen wie der Versicherungswirtschaft oder dem Gesundheitswesen lassen sich rechtliche Aspekte nur schwer ins Englische übersetzen, was nicht selten zu Ungenauigkeiten und Verzögerungen führt und den Qualitätsstandard des Projekts und seiner Ergebnisse erheblich beeinträchtigen kann. Es sollte zwischen Unternehmen und Dienstleister genau vereinbart werden, welche Projektaspekte in welcher Sprache kommuniziert werden, um einen reibungslosen Ablauf zu sichern. 3. IT-, Business- und Methodik-Knowhow: Unternehmen sollten die Chance nutzen, dem potenziellen Dienstleister einen Besuch vor Ort abzustatten. In diesem Rahmen können sie sich von dessen Innovationskraft, den Prozessen und der Methodik überzeugen sowie Fachfragen stellen, um zu prüfen, ob wirklich das notwendige Verständnis für das gemeinsame Projekt besteht. Denn sowohl fehlende technologische KI-Kompetenz als auch fehlendes Branchen- und Businessverständnis erhöhen das Risiko enorm, dass ein Projekt kostenmäßig aus dem Ruder läuft oder gar gänzlich scheitert. Zudem sollten Unternehmen auch anfragen, ob ein Referenzbesuch bei bestehenden Kunden des Dienstleisters möglich ist. 4. Standort-Sourcing: Es ist empfehlenswert, bestimmte Rollen, Kompetenzen oder Technologien an definierten Standorten zu zentralisieren. Dabei sollte man sich nicht nur auf einfache Rollen wie „JAVA Entwickler“ oder „SAP Entwickler“ konzentrieren, sondern Kompetenzen aufbauen wie zum Beispiel Migrationsservices, Innovationen in Software Development mit KI-Unterstützung, Services in UI/ Mobile-Entwicklung oder Integration-Services zwischen IT-Systemen. Zudem ist es oft ratsam, ganze Bereiche wie Support oder DevOps zu konsolidieren. 5. Unternehmenskultur und einheitlich geführte Teams: Darüber hinaus sollten Unternehmen den Dienstleister auch als Arbeitgeber prüfen, denn in dessen Fachkräften liegt sein Kapital, da sie die tragenden Säulen für eine qualitativ hochwertige und zuverlässige Projektausführung sind. Besteht eine hohe Mitarbeiterfluktuation oder wird Wert auf das Halten und Fördern der eigenen Fachkräfte gelegt? Nichts ist unzuträglicher für ein Projekt als ein hoher Mitarbeiterwechsel und fragmentierte Teams. Denn auch wenn die Mitarbeiter an verschiedenen Standorten sitzen, sollten sie als Einheit geführt werden, um die notwendige Agilität sowie enge Zusammenarbeit und Kommunikation zu gewährleisten. Fazit Smart Sourcing steht für ein ganzheitliches Verständnis von Technologie, Branche, Prozessen, Innovation und Talentmanagement. Es adressiert den Fachkräftemangel auf dem deutschen Markt und ermöglicht sowohl ein finanziell attraktives Modell für Unternehmen, die ihre digitale Transformation vorantreiben wollen, als auch Flexibilität und Skalierungsmöglichkeiten. Unternehmen erhalten nicht nur flexibel und agil das dringend benötigte Know-how hochausgebildeter IT- und Businessexperten, sondern sichern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die kosteneffiziente und qualitativ hochwertige Umsetzung ihrer Digitalisierungsvorhaben. Da Unternehmen heute europaweit und global agieren, weshalb sollten sie nicht auch ihr IT- und Business-Know-how ebenso flexibel smart sourcen? www.convista.com/de/
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