NET 12/2025

21 www.net-im-web.de 12/25 KRITISCHE KOMMUNIKATION Energieautarke Kommunikationsnetze für Krisengebiete Zuverlässige Kommunikationslösung für den Zivil- und Katastrophenschutz Bernhard Reimann Wie kann Kommunikation im Katastrophenfall funktionieren, wenn der Mobilfunk überlastet ist? Eine Antwort auf diese immer aktuellere Frage geben Forschende des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT. Ein mobiles, selbstorganisierendes, auf Fraunhofer-Technologie basierendes Kommunikationsnetz verbindet die Einsatzkräfte untereinander, mit der Einsatzleitung und dem Internet. Private 5G-Netze ermöglichen eine schnelle Wiederherstellung der Kommunikation – und das ganz unabhängig von klassischen Infrastrukturen. Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Im Katastrophenfall kommt es häufig zu massiven Netzausfällen. So war etwa bei der Ahrtalflut im Juli 2021 schnell das komplette Telefon- und Mobilfunknetz zusammengebrochen, da die Wasser- und Schlammmassen viele Vermittlungsstellen weggerissen hatten. Für solche Ernstfälle bieten Forschende des Fraunhofer FIT smarte Kommunikationslösungen für den Zivil- und Katastrophenschutz, um der Überlastung der öffentlichen Netze zu begegnen. Im Projekt 5G Opportunity entwickelten und erprobten sie mit den Projektpartnern der Friedrich-AlexanderUniversität Erlangen-Nürnberg und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ein softwarebasiertes, drahtloses und ad-hoc-fähiges Kommunikationssystem für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) gefördert. Das mobile, selbstorganisierende Kommunikationsnetz, das auf der Fraunhofer Wi-BACK-Technologie (Wireless Backhaul) basiert, ermöglicht es den Einsatzkräften, sich untereinander, mit der Einsatzleitung und dem Internet zu verbinden. Als Basis für das WiBACK-Kommunikationsnetz dienen 5G/Open RAN (Radio Access Network) und WiFi als Zugang für Smartphones sowie Multihop-Richtfunk als Zuführung (engl. Backhaul). „Ein WiBACK-Netz kann in kürzester Zeit errichtet und sofort konform der Regulatorien betrieben werden“, sagt Projektleiter Dr. Mathias Kretschmer, Wissenschaftler am Fraunhofer FIT in Sankt Augustin. „Die Hardware besteht aus autarken, portablen Komponenten. Es genügt, die Batterien anzuschließen, die Antennen auszurichten und schon ist das Netz startklar.“ Der Grundstein für die WiBACKTechnologie wurde bereits vor zehn Jahren gelegt, um ländliche Gebiete mit eingeschränkter oder fehlender InternetverAls Basis für das WiBACK-Kommunikationsnetz des Fraunhofer Instituts dienen 5G/Open RAN (Radio Access Network) und WiFi als Zugang für Smartphones sowie Multihop-Richtfunk als Zuführung

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