41 www.net-im-web.de 12/25 Glasfaser im Stau Access-Plattformen, klare regulatorische Leitplanken und kommunale Netzmodelle setzen, dominiert in Deutschland ein fragmentierter, technisch geprägter Markt mit exklusiven Einzelvereinbarungen und fehlenden Standards. „Der Glasfaserausbau schreitet voran, aber die Nutzung bleibt hinter den Möglichkeiten zurück. Die Marktlogik folgt noch oft dem Prinzip der Gebietssicherung statt der Öffnung. Ein verbindlicher Rahmen für Open Access kann helfen, bestehende Infrastrukturen besser zu nutzen und den Wettbewerb nachhaltig zu stärken“, so Julius Hafer. Was Deutschland lernen kann Die Studie identifiziert mehrere internationale Erfolgsmodelle, die durchweg als Blaupause für Deutschland dienen können: Schweden: Kommunale Stadtnetzgesellschaften betreiben offene Netze, die allen Diensteanbietern diskriminierungsfrei zur Verfügung stehen. Das Modell basiert auf klarer Trennung von Infrastruktur und Dienstleistung – mit wirtschaftlichem Erfolg. Dänemark: Die Einführung standardisierter Open-Access-Plattformen wie OpenNet A/S hat die Skalierung erleichtert und die Take-Up-Raten signifikant erhöht. Einheitliche Schnittstellen und zentrale Serviceportale gelten als Erfolgsfaktoren. Niederlande: Flexible Open-Access-Modelle und eine starke politische Förderung haben zu einem wettbewerbsfreundlichen Markt mit hoher Anbieterwahl geführt. Fragmentierung bremst Skalierung Trotz wachsender Zahl an Kooperationen zwischen Netzbetreibern und Diensteanbietern bleibt der deutsche Markt stark fragmentiert. Exklusive Individualvereinbarungen dominieren, während echte OpenAccess-Modelle bislang die Ausnahme sind. Die Studie zeigt, dass nur 17 Prozent der angeschlossenen Haushalte über Open Access realisiert wurden. Handlungsempfehlungen Die Studie formuliert konkrete Empfehlungen, wie Deutschland von internationalen Best Practices profitieren kann: • Einführung verbindlicher technischer Standards für Open Access • Förderung zentraler Plattformen zur Netzintegration • Klare regulatorische Leitplanken für diskriminierungsfreien Zugang • Stärkung kommunaler Netzbetreiber durch gezielte Investitionsanreize • Trennung von Infrastruktur und Dienstleistung zur Vermeidung von Interessenkonflikten Drei Szenarien für Deutschland Die Studie skizziert drei mögliche Entwicklungspfade für den deutschen Markt: • Szenario A – Duopol: Ein dominanter Anbieter und eine Open-Access-Community teilen den Markt. • Szenario B – Oligopol: Exklusive Modelle konkurrieren mit offenen Strukturen. • Szenario C – Community: Ein interoperabler Markt mit hoher Anbieter- und Tarifvielfalt entsteht. Julius Hafer resümiert: „Derzeit stehen Netzbetreiber vor einem ConnectivityDilemma: In einem gesättigten Markt sinken die Preise für Internetanschlüsse kontinuierlich, was langfristig trotz steigender Nachfrage kaum Raum für Wachstum lässt. Open Access ermöglicht es Netzbetreibern, diesem Dilemma zu entkommen: Durch Wettbewerb statt Monopol entstehen vollere Netze, effizientere Auslastung und echte Kundenzentrierung. Jetzt ist der Moment, gemeinsam tragfähige Strukturen zu schaffen.“ www.bearingpoint.com Trotz wachsender Zahl an Kooperationen zwischen Netzbetreibern und Diensteanbietern bleibt der deutsche Markt stark fragmentiert. Exklusive Individualvereinbarungen dominieren, während echte Open-Access-Modelle bislang die Ausnahme sind
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