NET September 2025

36 www.net-im-web.de 09/25 den deutschen Telekommunikationsmarkt. „Vor allem die Wettbewerber tätigen weiterhin substanzielle Investitionen in den Ausbau der Netzinfrastruktur und sehen auch für die Zukunft entsprechende Potenziale. Besonders positiv ist zu vermerken, dass ein stetig wachsender Anteil der Endkundinnen und Endkunden Glasfasertarife wählt – die Vorteile von Glasfaser werden demnach zunehmend erkannt“, sagt Studienautor Prof. Dr. Jens Böcker. Laut Prognose der Marktanalyse wird die Glasfaserausbauquote bis 2030 auf einen Wert zwischen 82 Prozent und 92 Prozent steigen. Bei den tatsächlich ans Glasfasernetz angeschlossenen Gebäuden wird ein Anstieg auf 54 Prozent bis 64 Prozent prognostiziert. Glasfaser für Verbraucher Wie schon in den Vorjahren geht der Wachstumsschub beim Glasfaserausbau in großen Teilen auf das Konto der Wettbewerber der Deutschen Telekom. Sie zeichnen aktuell für 59 Prozent des Glasfaserausbaus in der Fläche (Homes Passed), 71 Prozent der tatsächlich angeschlossenen Gebäude und Wohnungen (Homes Connected) und sogar 74 Prozent der aktiven Glasfaseranschlüsse verantwortlich. BREKO-Präsident Norbert Westfal: „Die Wettbewerber sind überzeugt von den Vorteilen der Glasfaser und das Rückgrat des Glasfaserausbaus in Deutschland. Sie bauen nicht nur in der Fläche, sondern sorgen dafür, dass immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher leistungsstarke Glasfasertarife buchen können.“ Trotzdem warnt BREKO-Präsident Westfal mit Blick auf die Zahlen vor zu großer Euphorie: „Die Politik darf sich nicht auf dem Erreichten ausruhen. Die starke Performance der Wettbewerber ist das Ergebnis von Investitionsentscheidungen der letzten zwei bis drei Jahre. Um die Dynamik auch in den nächsten Jahren hochzuhalten, brauchen die Glasfaser ausbauenden Unternehmen Rahmenbedingungen, die Investitions- und Planungssicherheit schaffen und fairen Wettbewerb gewährleisten. Nur so können sie weiter ihren Fokus auch auf die schlecht versorgten und wirtschaftlich schwerer zu erschließenden Gebiete legen – und damit gleichzeitig für eine Entlastung der klammen Staatskassen sorgen, da weniger Mittel für die Gigabitförderung notwendig werden. Die neue Bundesregierung hat bereits gezeigt, dass sie den Ausbau der digitalen Infrastruktur mit Priorität behandelt. Wir sind optimistisch, dass sie weitere Maßnahmen auf den Weg bringt, die Anreize für weiterhin notwendige Milliardeninvestitionen in den Netzausbau setzen.“ Investitionsanreize sicherstellen Von Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger fordert der BREKO vor allem ein Konzept für den Übergang von Kupfer- auf Glasfasernetze. BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers: „Das anstehende Infrastruktur-Upgrade ist ein Gradmesser für die erfolgreiche Digitalisierung Deutschlands. Wir erwarten ein konkretes Konzept, das regelt, wie der Technologiewechsel von DSL auf Glasfaser wettbewerbsfreundlich und mit größtmöglicher Anbieterauswahl für die Verbraucherinnen und Verbraucher erfolgen wird. Dazu braucht es eine Reform des Telekommunikationsgesetzes, die schnellstmöglich angestoßen werden Glasfaserbranche hält Ausbautempo hoch Der Anteil der mit Glasfaser angeschlossenen Haushalte, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen – die Glasfaseranschlussquote (Homes Connected) – legt um 4,5 Prozentpunkte auf 27,3 Prozent zu (Grafiken: BREKO)

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