NET September 2025

44 www.net-im-web.de 09/25 NETZBETREIBER UND -DIENSTE Smart City beginnt im Untergrund Infrastrukturplanung neu gedacht Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Bernhard Reimann Deutschlands Städte und Gemeinden stehen vor einem doppelten Transformationsdruck. Während in Ballungsräumen Überlastung, Wohnungsknappheit und Verkehrskollaps herrschen, kämpfen ländliche Regionen mit Abwanderung, schwacher Mobilität und unzureichender digitaler Anbindung. Diese Defizite sind längst nicht nur ein Komfortproblem für Bürgerinnen und Bürger, sondern ein harter Standortfaktor: Ohne leistungsfähiges Breitband, Mobilfunk und moderne Energienetze sinkt die Attraktivität für Unternehmen, Investitionen bleiben aus und Arbeitsplätze wandern ab. Beiden Raumtypen gemeinsam ist der wachsende Anspruch, Lebensqualität, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Entwicklung gleichzeitig sicherzustellen. Die Digitalisierung gilt dabei als Schlüssel, um Strukturen effizienter zu gestalten, Ressourcen gezielter einzusetzen und neue Perspektiven zu schaffen. Doch vielerorts werden Projekte isoliert geplant – Glasfaserausbau, Energie- und Mobilfunknetze oder Verwaltungsdigitalisierung laufen nebeneinander. Dies verursacht doppelte Kosten, mehrfache Baustellen und verpasste Synergien. Integrierte Planung Gerade kleinere Kommunen stehen vor der Aufgabe, Fördermittel zu beantragen, Genehmigungen einzuholen und unterschiedliche Akteure zu koordinieren bei gleichzeitig steigenden Erwartungen der Bevölkerung. Wer diese Aufgaben getrennt angeht, verliert Zeit und Effizienz. Zukunftsfähige Infrastrukturplanung muss daher alle Gewerke – Glasfaser, Mobilfunk, Energie und digitale Lösungen – von Beginn an zusammenführen. „Die einzelnen Projekte sind oft voneinander abhängig. Wenn man sie nicht zusammen denkt, riskiert man doppelte Arbeit und höhere Kosten und verpasst die Chance, Synergien zu nutzen“, sagt Sebastian Fischer, Account Manager für kommunale Unternehmen bei der STF Gruppe, die Kommunen bundesweit bei integrierter Infrastrukturplanung und Digitalisierungsprojekten unterstützt. Digitale Werkzeuge als Hebel Moderne Technologien ermöglichen nicht nur die Modernisierung bestehender Strukturen, sondern eine völlig neue und langfristig zukunftsgerichtete Herangehensweise: • Breitband & Mobilfunk sind Basis für wirtschaftliche Entwicklung, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Ohne leistungsfähige Netze bleiben smarte Anwendungen Theorie und progressive wirtschaftliche Entwicklung auf der Strecke. Alle Netze immer im Blick. Eine integrierte digitale Planung macht komplexe Infrastrukturprojekte transparent und ermöglicht jederzeit die passgenaue Abstimmung zwischen allen Beteiligten

RkJQdWJsaXNoZXIy MjE2Mzk=