NET September 2025

45 www.net-im-web.de 09/25 Smart City beginnt im Untergrund • Geoinformationssysteme (GIS) machen kommunale Daten sichtbar und mit Weitblick nutzbar, von Netzplänen über Baumkataster bis zur Planung autonomer Mobilitätskonzepte. • Beteiligungsplattformen wie Mitmachkarten fördern Bürgerpartizipation, Zugehörigkeit und Transparenz. Finanzielle Perspektiven GIS-gestützte Mobilitätskonzepte können beispielsweise in ländlichen Regionen den Ausbau der öffentlichen Verkehrsnetze bedarfsgerechter und somit kosteneffizienter gestalten. Die Lebensqualität der Bürger steigt, ohne dass ein Umzug notwendig ist. Neben den Effizienzgewinnen eröffnen digitale Lösungen auch konkrete neue Einnahmequellen: Kommunale Assets – von Straßenlaternen bis hin zu Gebäuden – können gezielt an Telekommunikationsanbieter oder Energieunternehmen vermarktet werden. Dies bringt zusätzliche Erlöse und beschleunigt den Ausbau dringend benötigter Infrastrukturen. Drei Säulen, ein Konzept Ein Glasfasernetz ist heute so essenziell wie Wasser- oder Stromversorgung. Damit Projekte tragfähig sind, braucht es eine frühzeitige Verbindung von technischer Planung, Wirtschaftlichkeit, Fördermittelmanagement und langfristiger Skalierbarkeit. Die Energieinfrastruktur ist das Rückgrat der kommunalen Energiewende. Bestehende Netze müssen analysiert, neue Übergabepunkte geplant und erneuerbare Energien integriert werden, mit Blick auf Effizienz und Nachhaltigkeit. Die mobile Datenübertragung wächst rasant. Kommunen können durch unabhängige Messungen Versorgungslücken aufdecken und gezielt Standorte für den Mobilfunkausbau identifizieren. So werden Fehlplanungen vermieden und moderne Anwendungen wie Smart-Metering, Verkehrsleitsysteme oder IoT-Services ermöglicht. Digitalisierung verbindet Alle Projekte bei einem solchen Infrastrukturausbau müssen dokumentiert, nachvollziehbar und steuerbar sein. Denn nur wenn alle Gewerke in einer gemeinsamen Datenbasis zusammengeführt werden, lassen sich Abhängigkeiten erkennen, Konflikte vermeiden und Synergien nutzen. Digitale Plattformen und zentrale Projekttools schaffen einen durchgängigen Informationsfluss zwischen Verwaltung, Politik sowie Bürgern. Wenn alle Beteiligten auf denselben aktuellen Datenstand zugreifen, können Genehmigungen schneller erteilt, Baufortschritte transparent visualisiert und historische Entwicklungen zuverlässig nachvollzogen werden. So entstehen keine widersprüchlichen Planungen, doppelte Baustellen oder unnötige Kosten. Medienbrüche und verstreute Datenbestände gehören der Vergangenheit an, und die Kommune gewinnt Zeit, Budget und Akzeptanz für ihre Infrastrukturprojekte. Erfahrungswerte aus Projekten In zahlreichen Regionen hat sich gezeigt, dass Kommunen profitieren, wenn sie auf einen integrierten Partner setzen, der sowohl klassische Ingenieurleistungen als auch digitale Tools beherrscht. So können Breitband-, Mobilfunk- und Energieplanung abgestimmt erfolgen. „Wir bringen technisches Knowhow und Erfahrung aus vielen Projekten mit. Vor allem das Verständnis für Verwaltungsprozesse. Das macht den Unterschied zwischen einem theoretisch guten Konzept und einer Umsetzung, die wirklich funktioniert“, betont Fischer. Ein Beispiel: Bei Gigabit-Konzepten gilt es, bestehende Netze detailliert zu analysieren, Ausbaupotenziale zu identifizieren und diese mit Fördermitteln und Genehmigungsprozessen zu verzahnen. In Projekten wie im Kreis Coesfeld zeigte sich, dass die Kombination aus technischer Planung, wirtschaftlicher Machbarkeit und digitaler Dokumentation entscheidend ist, um Fördergelder zu sichern. Drei Trends prägen die kommunale Planung: 1. Integration statt Isolation. Breitband, Energie und Mobilfunk werden technisch wie planerisch zusammengeführt. 2. Digital first. GIS, Plattformen und smarte Verwaltungstools werden Standard. 3. Partizipation & Transparenz. Bürger erwarten Mitsprache und sichtbare Verbesserungen. Kommunen sind dabei nicht nur Auftraggeber, sondern Innovationstreiber. Wer Infrastrukturprojekte integriert angeht, schafft die Grundlage für lebenswerte Regionen, ob als Smart City oder Smart Village. www.stf-gruppe.de Baustelle 4.0: Mit vernetzten Endgeräten lassen sich Baufortschritte dokumentieren, Abstimmungen beschleunigen und Kosten im Griff behalten. Zukunftsfähige Infrastrukturplanung muss daher alle Gewerke zusammenführen (Fotos: STF)

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