46 www.net-im-web.de 09/25 NETZBETREIBER UND -DIENSTE Glasfaserausbau in Österreichs Städten Österreichs Glasfaserausbau im Spannungsfeld von Aufbruch und Realität Mag. Irmgard Kollmann ist Geschäftsführerin und DI Martin Wachutka ist Vice President des OFAA Irmgard Kollmann, Martin Wachutka In Österreich gibt es rund vier Millionen Haushalte, die sich auf drei unterschiedliche Urbanisierungsklassen (DEGURBA – Degree of Urbanisation) verteilen: etwa 1,5 Millionen im städtischen, 1,2 Millionen im kleinstädtischen und 1,3 Millionen im ländlichen Bereich. Diese regionale Differenzierung ist entscheidend, wenn es um den Ausbau von VHCN (Very High Capacity Networks) geht, also Netzen mit sehr hoher Leistungsfähigkeit – insbesondere Glasfaser. VHCN umfasst sowohl FTTH (Fiber to the Home) -Infrastrukturen als auch mit DOCSIS 3.1 betriebene Kabel-TV Netze. Insgesamt hat sich die Versorgungslage mit Glasfaser in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Neben staatlich geförderten Projekten haben auch eigenwirtschaftliche Investitionen an Fahrt aufgenommen. Diese eigenwirtschaftlichen Investitionen finden vorwiegend in dicht besiedelten, urbanen Regionen der Bundesländer statt. Der städtische Bereich ist durch diesen eigenwirtschaftlichen Ausbau bereits relativ gut versorgt. Status quo Ein genauer Blick auf die aktuelle Situation macht Unterschiede deutlich: • Kupferanschlüsse stagnieren: Während im ländlichen Raum die Zahl der Anschlüsse rapide sinkt, bleibt sie in den Städten weitgehend konstant. • Kabel-TV-Netze dominieren: In urbanen Gebieten erfolgt die Versorgung mehrheitlich über leistungsfähige Koaxialnetze (DOCSIS 3.x). Diese bieten derzeit noch ausreichend Bandbreite und decken die Nachfrage ab. • Glasfaserausbau verlangsamt: Da Kabelnetze vielerorts leistungsfähig genug erscheinen, bleibt die Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen gering. Der Ausbau schreitet entsprechend langsam voran. Das bedeutet: Während auf dem Land Glasfaser hoch nachgefragt ist, da es dort oft die einzige echte Breitbandoption darstellt, sind Städte in einer „Komfortzone“. Kurzfristig funktioniert das – langfristig birgt es Risiken. Warum Glasfaser unverzichtbar ist Von Jahr zu Jahr steigt der Bedarf der notwendigen Breitbandanschlussleistung, und dabei ist Glasfaser nicht nur „eine weitere Technologie“, sondern die einzige zukunftssichere Übertragungsinfrastruktur. Ihre Vorteile sind eindeutig: nahezu unbegrenzte Glasfaserausbau verlangsamt: Da Kabelnetze vielerorts leistungsfähig genug erscheinen, bleibt die Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen gering. Der Ausbau schreitet entsprechend langsam voran (Grafik: OFAA)
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