NET September 2025

8 www.net-im-web.de TRENDS & FAKTEN 09/25 5G als Ausfallschutz für Glasfaser Der flächendeckende Ausbau von Glasfaser schreitet voran, Glasfaser bietet verlässliche und schnelle Internetverbindungen. Doch auch die schnellste Leitung ist nicht vollständig immun gegen Ausfälle – sei es durch Überlastung, Umgebungsbedingungen oder technische Defekte. Internetausfälle stören, können den Geschäftsbetrieb empfindlich treffen und Prozesse ins Stocken bringen. Mit 5G als Backup-Verbindung eröffnen sich flexible Möglichkeiten, die eigene Internetinfrastruktur abzusichern und ausfallsicher zu machen. Durch hohe Bandbreiten und geringe Latenz kann 5G bei Ausfällen des Glasfasernetzes die Verbindung nahtlos übernehmen und dafür sorgen, dass Anwendungen ohne Unterbrechung weiterlaufen. So entsteht eine Redundanz, die mit überschaubarem Aufwand für verlässliche Ausfallsicherheit sorgt. Für Unternehmen mit Glasfaserverbindungen ist 5G als Alternative entscheidend, wenn die primäre Verbindung ausfällt. Temporäre Einrichtungen wie Baustellen oder Events nutzen 5G aufgrund der hohen Flexibilität und schnellen Bereitstellung häufig als primäre Verbindung und Backup. Deshalb ist es auch in vielen Fällen so, dass 5G sogar Glasfaser als primäre Verbindungsart ersetzt. https://vitel.de DLR koordiniert Drohnenprojekt ADELE Ob Waldbrand, Verkehrsunfall oder Naturkatastrophe: Für Behörden und Rettungskräfte zählt in Notlagen jede Sekunde. Doch häufig fehlen zu Beginn eines Einsatzes genaue Informationen zur Lage vor Ort – vor allem in unübersichtlichem Gelände oder schwer zugänglichen Gebieten. Deshalb sind Vodafone, Frequentis und die Berufsfeuerwehr Rostock unter der Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Förderprojekt ADELE gemeinsam angetreten, um die Bedingungen für Einsatzkräfte zu verbessern. Sie testen nun erstmals den Einsatz von automatisierten Drohnen direkt nach Eingang eines Notrufs. Diese übermitteln bereits vor dem Eintreffen der Rettungskräfte hochauflösende Live-Bilder vom Unglücksort in die Leitstelle. So können sich die Einsatzkräfte früher einen Eindruck der Lage verschaffen und gezielter helfen – und dabei wertvolle Zeit gewinnen, wenn es darauf ankommt. Das komplexe Übungsszenario fand am 23. September 2025 im Raum Rostock statt. Unter Leitung des DLR stellt Vodafone im Projekt ADELE die 5G-Technologie für die Echtzeit-Datenübertragung sowie die Plattform DroNet. Frequentis bringt die Leitstellenanbindung ein. Die Berufsfeuerwehr Rostock ist in ADELE die Anwendungs- und Testpartnerin im Realbetrieb. www.dlr.de ANGA bestätigt Thomas Braun als Präsidenten Der mit über 50 Jahren älteste Branchenverband der Telekommunikationsindustrie ANGA Der Breitbandverband hat bei seiner gestrigen Mitgliederversammlung ein starkes Zeichen für Kontinuität und Stabilität gesetzt: Präsident Thomas Braun wurde erneut einstimmig für zwei Jahre im Amt bestätigt. Die Branche steht angesichts politischer und regulatorischer Vorgaben, hoher wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ansprüche vor großen Herausforderungen. Die ANGA setzt mit der Wahl bewusst auf Erfahrung und Verlässlichkeit. Gleichzeitig bleibt durch die Besetzung des Vorstands die Vielfalt des Verbandes für die kommenden Jahre gesichert. Unter den knapp 160 Mitgliedern der ANGA finden sich sowohl die großen nationalen Anbieter als auch Stadtwerke und mittelständische Unternehmen bis hin zu technischen Ausrüstern. Die ANGA-Vizepräsidenten Michael Jungwirth, Mitglied der Geschäftsführung Vodafone Deutschland und Group Public Policy Director Vodafone, Timo von Lepel, Geschäftsführer NetCologne, sowie Bernd Thielk, Geschäftsführer willy.tel, wurden ebenfalls wiedergewählt. www.anga.de Politik und Netzagentur müssen sich positionieren In München haben Deutsche Telekom, M-net und die Münchner Stadtwerke gestern ihre Zusammenarbeit zur Nutzung des Glasfasernetzes vorgestellt – ein Modell, das nach Ansicht des VATM den Erfolg des von Wettbewerberseite getriebenen Glasfaserausbaus massiv gefährdet. „Die Telekom sendet in München ein fatales Signal: Gewährt uns Zugang zur passiven Infrastruktur oder ihr werdet überbaut“, erklärt VATM-Geschäftsführer Dr. Frederic Ufer. Erst durch den angekündigten und teilweise begonnenen Überbau des gesamten Münchner M-net-Netzes und durch ihre konsequente Verweigerung, das gut ausgebaute Glasfasernetz der Münchner Stadtwerke-Tochter M-Net auf Bitstrom-Basis anzumieten, kommt eine Vereinbarung zustande. „Dass die Stadtwerke München als Mutter von M-net diesem Druck nachgegeben haben, zeigt, wie hilflos selbst das größte Stadtwerk Europas der Marktmacht der Telekom gegenübersteht“, so Ufer. „In München sehen wir gerade, wie die Strategie eines marktmächtigen Unternehmens verfängt, das die Wettbewerber aus dem Markt drängen will.“ Die Studie zu Netznutzungsmodellen im Glasfasermarkt von SBR-net Consulting von Anfang September zeigt, dass die Telekom statt auf offene Netzzugangs-Kooperationen auf exklusive Pachtmodelle setzt. www.vatm.de

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