NET 04/2026

21 www.net-im-web.de 04/2026 CLOUD UND NETZWERKE Der teuerste Fehler entsteht bei der Inbetriebnahme Warum fehlende Abnahmemessungen zu aufwändigen Serviceeinsätzen führen Dennis Zoppke ist Produktmanager bei Intec Dennis Zoppke Der Glasfaserausbau in Deutschland hat mit 25 Millionen „Homes Passed“ längst eine Größenordnung erreicht, in der neben Tiefbau, Trassen und neuen Hausanschlüssen vor allem die Betriebssicherheit in den Fokus rückt. Wie aber lässt sich die steigende Unzufriedenheit auf Kundenseite durch reduzierte Bandbreiten oder sporadische Abbrüche wieder dauerhaft senken? Bis August 2025 konnten laut Gigabit-Grundbuch bereits über 50 % aller Haushalte einen Glasfaseranschluss nutzen oder einrichten lassen. Anfang 2026 entsprach das circa 14 Mio. erreichbaren Haushalten (Homes Connected), davon mehr als die Hälfte aktiv (Homes Activated). Allein in den nächsten 12 Monaten werden weitere circa 1,5 Mio. Haushalte aktiviert, Tendenz steigend. Technisch dominiert heute GPON mit 2,5 Gbit/s im Downstream und 1,25 Gbit/s im Upstream, während XGS-PON mit 10 Gbit/s symmetrisch vielerorts als Upgrade auf derselben Faser hinzukommen wird. Mit steigender Zahl aktivierter Anschlüsse zeigen sich im Feld vermehrt Auffälligkeiten: reduzierte Bandbreite, sporadische Abbrüche, IPTV- oder OTT-Störungen, VoIP-Probleme oder Kundenbeschwerden, weil die versprochene Leistung nicht ankommt. Typische Ursachen liegen oft auf den letzten Metern: verschmutzte Steckverbinder, fehlerhafte Spleiße, zu hohe Dämpfung, falsch zugeordnete PON-Zweige, falsch konfigurierte ONTs. Oder ein Anschluss, der nie vollständig abgenommen wurde. Abnahmemessung ist entscheidend In PON-Netzen reicht es bei der Inbetriebnahme nicht aus, nur „Licht auf der Faser“ festzustellen. Ein aktivierter Anschluss ist Optical Fault Locator in einem ARGUS F240, mit Messung und Erkennung bis zum nächsten 1:16 Splitter. Gemessen wird auf 1.625 nm, einer Wartungswellenlänge, die im laufenden Betrieb genutzt werden kann

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