11 www.net-im-web.de 6-7/2026 Mobilfunkanbieter müssen umdenken Die zugrunde liegende Analyse basiert unter anderem auf qualitativen Experteninterviews und liefert eine indikative Einordnung der Entscheidungslogiken im Markt. „Im B2B-Kontext wird Konnektivität zunehmend Teil der Wertschöpfung. Entscheidend ist dabei ihr Beitrag zur Stabilität und Verfügbarkeit geschäftskritischer Prozesse. Für Mobilfunkanbieter ergibt sich daraus eine klare strategische Rolle: Satellitenkommunikation nicht als eigenständiges Produkt, sondern als integralen Bestandteil von IoT-Lösungen zu positionieren und über Plattformen zu orchestrieren“, kommentiert Julius Hafer, Partner und Telco-Experte bei BearingPoint. Sicherheit statt Netz-Upgrade Im Privatkundensegment folgt Satellitenkommunikation einer anderen Logik. Direct-to-Device (D2D)-Technologie ermöglicht erstmals eine direkte Verbindung von Smartphones mit Satelliten, entfaltet ihren Mehrwert jedoch nicht im Alltag, sondern in spezifischen Nutzungssituationen. Die Analyse zeigt eine klare Konzentration der Relevanz: • 93 Prozent der Befragten sehen D2D in Notfallsituationen als relevant • 81 Prozent bei Auslandsreisen in abgelegene Regionen • 78 Prozent bei Outdoor-Aktivitäten Die Ergebnisse basieren auf einer OnlineBefragung mit 156 Teilnehmenden aus Deutschland und dienen der indikativen Einordnung von Kundenbedürfnissen und Erwartungshaltungen. Kommerziell kann D2D insbesondere über monatliche Zusatzangebote wirksam werden: Add-on-Modelle im Bereich von rund 5,70 bis 6,00 Euro pro Monat können eine Steigerung des durchschnittlichen Umsatzes pro Nutzer im Mobilfunksegment von bis zu 40 Prozent ermöglichen. „Im B2C-Markt entsteht der wirtschaftliche Wert von Satellitenkommunikation in kritischen Momenten. Dieser emotionale Anker bildet die Grundlage für Zahlungsbereitschaft. Entscheidend ist daher, D2D konsequent als Sicherheitsversprechen zu positionieren und nicht als weiteres technisches Feature. Der Wert entsteht im Angebot, nicht im Netz“, so Julius Hafer. Erfolgsfaktor Kundenschnittstelle Für Mobilfunknetzbetreiber wird Satellitenkommunikation damit zu einer strategischen Weichenstellung. Differenzierung entsteht weniger durch die Verfügbarkeit der Technologie als durch deren Integration in marktfähige Angebote und durch die Fähigkeit, die Kundenschnittstelle zu besetzen. „Die zentrale Frage lautet nicht mehr, ob satellitengestützte Konnektivität Teil des Portfolios wird, sondern wie konsequent sie entlang der jeweiligen Marktlogiken in B2B und B2C umgesetzt wird. Der wirtschaftliche Mehrwert entsteht dabei durch die gezielte Übersetzung in konkrete Angebote, Services und Geschäftsmodelle“, resümiert Julius Hafer. www.bearingpoint.com Im Privatkundensegment ermöglicht Direct-to-Device (D2D)-Technologie erstmals eine direkte Verbindung von Smartphones mit Satelliten, entfaltet ihren Mehrwert jedoch nicht im Alltag, sondern in spezifischen Nutzungssituationen .(Grafik: BearingPoint) Im B2B-Umfeld wird Konnektivität zunehmend Teil operativer Wertschöpfung und somit auch Teil des Risikomanagements von Unternehmen. Satellitenkommunikation adressiert vor allem die Grenzen terrestrischer Netze (Grafik: BearingPoint)
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