44 www.net-im-web.de 6-7/2026 NETZBETREIBER UND -DIENSTE Mehr als nur eine Bestandsaufnahme 3D-Vermessung wird zur Echtzeit-Qualitätskontrolle im deutschen Bauwesen Christoffer Winquist ist CEO bei Groundhawk Christoffer Winquist 5,7 Millionen Kilometer Kabel und Rohre durchziehen den Untergrund deutscher Städte und Gemeinden. Wenn es um den Ausbau von Glasfaser, Stromnetzen und Versorgungsleitungen geht, sind 3D-Scanning und digitale Dokumentation feste Bestandteile jedes Projekts. Zu wissen wo die Leitungen liegen, ist nur die halbe Miete. Die Branche tut sich nach wie vor schwer damit, die Qualität der Ausführung zu kontrollieren. Bauschäden an diesen Leitungen. Fast 20% davon sind auf Ausführungs- und Montagefehler zurückzuführen. Das zeigt eine umfassende Untersuchung des Bauversicherers VHV, durchgeführt vom Institut für Bauforschung e.V. (IFB). Solche Fehler lassen sich durch eine systematische Qualitätskontrolle vermeiden. Groundhawk vermeidet Fehler Die Lösung liegt nicht in neuen Technologien, sondern in deren verbessertem Einsatz. Durch neue KI-Funktionen und optimierte Datenübertragung haben sich Vermessungstechnologien rasant weiterentwickelt. Hochdetaillierte Daten können heute mit Hilfe von 3D-Scanning mit Groundhawk in Echtzeit an die Projektleitung übermittelt werden und eröffnen neue Möglichkeiten für die Qualitätskontrolle. Werden in einem Wohngebiet neue Glasfaserkabel in unmittelbarer Nähe zu bestehenden Strom- und Abwasserleitungen verlegt, lässt sich mit Groundhawk im 3D-Verfahren zunächst die genaue Lage der bestehenden Infrastruktur erfassen und der gesamte Verlauf in Echtzeit an die Projektleitung zu übermitteln. Fehler werden so Mit Groundhawk können Erdkabel direkt im offenen Graben kartiert und dokumentiert werden. Die Informationen lassen sich sofort an die Leitstelle zur Überprüfung und Koordination weiterleiten (Foto: Groundhawk) bereits im Entstehungsprozess erkannt und korrigiert, solange der Graben noch offen ist. So wird die fehlerfreie Ausführung im ersten Anlauf zum kalkulierbaren Standard. Aktives Qualitätsmanagement Der Übergang von der passiven Dokumentation zum aktiven Qualitätsmanagement ist der nächste Schritt in der digitalen Transformation des Bauwesens. Deutschland könnte kaum besser aufgestellt sein, um diesen Schritt zu gehen: Die Prozesse sind erprobt, die Werkzeuge vorhanden. Netzausbauer und Betreiber, die ihr über Jahre aufgebautes Know-how mit modernen digitalen Werkzeugen verknüpfen, können zeigen, dass Tiefbau heute sowohl effizient als auch qualitätssicher funktioniert. Die Herausforderung liegt nicht in neuen Technologien, sondern darin, die bestehenden voll auszuschöpfen und Qualität vom ersten Spatenstich an zur Priorität zu machen. www.groundhawk.io/de-de/ Die Möglichkeiten moderner Vermessungstechnik sind noch lange nicht ausgeschöpft. Der nächste Schritt ist die Echtzeit-Qualitätskontrolle mit enormem Einsparpotenzial. Die Kosten der Intransparenz Was nützt eine präzise Planung, wenn die Leitung an den falschen Ort verlegt wurde? Eine detaillierte Dokumentation ist zwar nützlich, jedoch kein Garant für fehlerfreie Ausführungen. Eine Abweichung von wenigen Metern bei der Kabelverlegung kann ein Projekt zum Verlustgeschäft machen. Verzögerungen und Ausfälle kosten die Gesellschaft jährlich Millionen Euro. Obwohl die Lage der meisten Kabel und Rohre digital erfasst ist, entstehen rund 85% aller
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