09/2026 Netzwerke Security Kommunikation Smart Technology 25 Jahre PMRExpo Auf dem Weg zu ganzheitlichen Ökosystemen IT Zeitschriften GbR, Friederike-Fliedner-Weg 34a, 40489 Düsseldorf Behörden-Kommunikation MCX steht bereit, TETRA abzulösen Schlüsselrolle für Glasfasernetze Cloud und KI verändern deutsche Netzinfrastruktur KI verändert die Netze Von festen Regeln zu autonomen Entscheidungen
4 www.net-im-web.de Inhalt Kommunikationsmanagement Angesichts des jüngsten Erfolgs der Artemis-II-Mission wird der Weltraum zum Schauplatz von Cyberangriffen, die gezielt auch Systeme auf der Erde treffen. Für die Cybersicherheit ist er damit keine abstrakte, sondern eine höchst reale Angriffsfläche. Satelliten und die zugehörigen Kontrollsysteme gehören zum selben digi- talen Ökosystem wie Cloud-Plattformen und Unternehmensnetzwerke. Seite 10 Netzbetreiber und -dienste Die Netzbetreiber in Deutschland bringen den Glasfaserausbau auf eine Ausbauquote von 62,0 Prozent 28,7 Mio. Haushalte und Unternehmen; im Vergleich zum Vorjahr: +9,2 Prozentpunkte) und 7,9 Millionen aktive Anschlüsse (+1,3 Mio.) voran, doch die Marktlage verschlechtert sich zusehends. Das sind die Ergebnisse der aktuellen BREKO-Marktanalyse zum Stand 30. Juni 2026. Die Studie belegt, dass sich der Glasfaserausbau in einer entscheidenden Investitionsphase befindet. Unternehmen bewerten die aktuelle Geschäftslage zwar noch als positiv, blicken aber auf schwächere Aussichten. Die heutigen Investitionsbedingungen sehen sie durchweg negativ. Seite 40 Netze Künstliche Intelligenz hat sich in kürzester Zeit von einer Zukunftstechnologie zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor entwickelt. Viele Unternehmen setzen bereits auf Cloud-basierte KI-Lösungen, stoßen dabei jedoch zunehmend auf Herausforderungen in den Bereichen Datenschutz und Datensouveränität. Sie möchten KI produktiv nutzen, können oder wollen geschäftskritische Informationen jedoch nicht an externe Anbieter übertragen. Seite 35 Security und Glasfaser Je stärker Unternehmen fremde Infrastrukturen nutzen, desto anspruchsvoller wird es, Vertraulichkeit und Datenhoheit technisch durchzusetzen. Confidential Computing schließt hier eine entscheidende Sicherheitslücke: Sensible Daten lassen sich bei externen Providern verarbeiten, ohne diesen vertrauen zu müssen. Ein neuer Security-Ansatz, um aktuelle Verfahren effektiv miteinander zu verbinden. Seite 26 09/2026 Netzwerke Security Kommunikation Smart Technology 25 Jahre PMRExpo Auf dem Weg zu ganzheitlichen Ökosystemen IT Zeitschriften GbR, Friederike-Fliedner-Weg 34a, 40489 Düsseldorf Behörden-Kommunikation MCX steht bereit, TETRA abzulösen Schlüsselrolle für Glasfasernetze Cloud und KI verändern deutsche Netzinfrastruktur KI verändert die Netze Von festen Regeln zu autonomen Entscheidungen (Titelbild: Cookiecutter, Pexels) (Foto: This is Engineering, Pixabay)) Kritische Kommunikation Die Ankündigung von Mythos durch Anthropic markiert einen echten Wendepunkt in der Bedrohungslandschaft. Früher benötigte ein erfahrener Angreifer fast ein ganzes Jahr, um einen zuverlässig funktionierenden Exploit zu entwickeln. Mit KI-gestützten Angriffstools sind es nun möglicherweise nur noch Tage. Diese Verkürzung verändert die gesamte Kalkulation des Cybersicherheits-Risikomanagements über Nacht. KRITIS-Unternehmen sind gefordert. Seite 20 (Foto: Enclaive/Pixabay) 09/2026 (Foto: Spacex Imagery, Pixabay) (Foto: Rafael Minguet, Pexelsy) (Foto: Bitkom)
6 www.net-im-web.de PERSONEN kgs holt Eric Duffaut als Chairman of the Board Qualtrics beruft Simon Quinton zum neuen Managing Director EMEA Peter Weisbach ist neuer Chief Executive Officer bei Plusnet RIEDEL Networks ernennt Axel Wehrle zum CCTO Tele Columbus holt Danja Frech für Human Resources und Kommunikation Sebastian Rudow ist neuer CRO bei Tele Columbus Im Zuge der Mehrheitsbeteiligung von Volpi Capital an der KGS Software GmbH wurde jetzt Eric Duffaut zum Chairman of the Board berufen. Eric Duffaut bringt mehr als 30 Jahre internationale Führungserfahrung in der Enterprise-Software- und SaaS-Branche mit. Zuletzt war er als President und Global Head of Field Operations and Marketing bei Finastra, dem weltweit größten Fintech-Softwareunternehmen, tätig. Hier verantwortete er eine umfassende Go-to-Market-Transformation und erzielte ein signifikantes profitables Wachstum. Davor war Eric Duffaut als President und Mitglied des Management Boards bei Software AG tätig. Qualtrics hat Simon Quinton zum Managing Director EMEA ernannt. In seiner Funktion wird Quinton das Geschäft von Qualtrics in der Region leiten und gemeinsam mit Kunden und Teams daran arbeiten, den Nutzen, den Unternehmen aus ihren Investitionen in das Experience Management ziehen, zu steigern. Quinton verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in Führungspositionen und war zuletzt als General Manager of EMEA bei Fivetran tätig. Darüber hinaus hatte er Führungspositionen bei Salesforce inne, darunter im EMEA-Führungsteam von Tableau sowie im Senior Leadership Team von Salesforce UK. Der B2B-Telekommunikationsanbieter Plusnet, eine 100-prozentige Tochter der EnBW, richtet seine Geschäftsführung neu aus. Zum 1. Oktober 2026 übernimmt Peter Weisbach die Position des Chief Executive Officer (CEO), Tonya Uyanik ist seit dem 1. September 2026 Chief Financial Officer (CFO). Sie folgen auf Ulrich Hoffmann und Robert Jelinek-Nacke, die Plusnet verlassen und sich neuen Aufgaben außerhalb des Unternehmens zuwenden. Peter Weisbach verfügt über rund 30 Jahre Erfahrung in der ITKBranche. Er verantwortete als Senior Vice President Unified Commerce bei Cancom den E-Commerce-Shop für IT-Lösungen. RIEDEL Networks erweitert seine Geschäftsführung: Mit Axel Wehrle übernimmt ein erfahrener Technologie- und Transformationsmanager die Position des Chief Customer & Technology Officer (CCTO). In seiner neuen Rolle wird er die technologische Strategie des Unternehmens weiterentwickeln und den Fokus auf kundenorientierte Innovationen, den gezielten Einsatz von Künstlicher Intelligenz sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung des Produkt- und Serviceportfolios legen. Im Laufe seiner Karriere übernahm er Führungsverantwortung bei Unternehmen wie Amazon, General Motors Europe, 1&1 Versatel und zuletzt Virgin Media O2. Danja Frech hat die Gesamtverantwortung für die Bereiche Human Resources und Kommunikation bei Tele Columbus als Chief Human Resources & Communication Officer übernommen. Zu ihren zentralen Aufgaben gehören die Weiterentwicklung der Organisationsstruktur, die Begleitung des kulturellen und organisatorischen Wandels, der Ausbau effizienter, datenbasierter HRProzesse und die strategische Ausrichtung der internen und externen Kommunikation. Danja Frech berichtet in ihrer Funktion direkt an CEO Christoph Lüthe. Sie bringt langjährige Führungserfahrung im Personal- und Organisationsbereich mit. Der Aufsichtsrat der Tele Columbus AG hat Sebastian Rudow zum Mitglied des Vorstands bestellt. In seiner Funktion als Chief Restructuring Officer (CRO) wird er die laufende Refinanzierung begleiten und die Steuerung der relevanten Finanzierungs- und Stakeholder-Prozesse übernehmen. Sebastian Rudow verfügt über langjährige Erfahrung in der Führung von Unternehmen in komplexen Transformationssituationen. Der Vorstand der Tele Columbus AG besteht somit aus Christoph Lüthe (CEO), Christian Biechteler (CSO HI&I), Jochen Busch (CCO), Tim Rhönisch (CFO) und Sebastian Rudow (CRO). www.kgs-software.com www.telecolumbus.com www.plusnet.de www.telecolumbus.com https://riedel-networks.net/ www.qualtrics.com 09/2026
10 www.net-im-web.de 09/2026 KOMMUNIKATIONSMANAGEMENT Cybersicherheit im Orbit Die unterschätzte Angriffsfläche Michael Freeman ist Head of Threat Intelligence bei Armis von ServiceNow Michael Freeman „Der Weltraum. Unendliche Weiten.“ Der ikonische Satz reicht längst über die Populärkultur hinaus und erhält angesichts des jüngsten Erfolgs der Artemis-II-Mission eine neue Dimension, denn der Weltraum wird zum Schauplatz von Cyberangriffen, die gezielt auch Systeme auf der Erde treffen. Für die Cybersicherheit ist er damit keine abstrakte, sondern eine höchst reale Angriffsfläche. Satelliten und die zugehörigen Kontrollsysteme gehören zum selben digitalen Ökosystem wie die Cloud-Plattformen und Unternehmensnetzwerke, auf die wir täglich angewiesen sind. Natürlich bauen oder starten die meisten Unternehmen keine Satelliten, und nur wenige würden sich selbst diesem Bereich zuordnen. Doch viele Dienste, die den täglichen Betrieb tragen, von Finanztransaktionen und Kommunikation bis hin zu Logistik und Navigation, hängen in hohem Maße von weltraumgestützter Infrastruktur ab. Diese Verbindungen sind tief verwurzelt, werden aber selten mitgedacht. Wir sehen uns damit mit einer grundlegend anderen Angriffsfläche konfrontiert. Organisationen sind nicht mehr auf definierte Perimeter oder physische Umgebungen beschränkt. Sie sind verteilt, miteinander vernetzt und zunehmend dreidimensional, bis hinauf in die erdnahe Umlaufbahn. Und dennoch ist vielen Organisationen noch immer nicht vollständig bewusst, was das für ihre Gefährdung bedeutet. Risiken vernetzter Umlaufbahnen Die Artemis-II-Mission markiert ein spannendes Kapitel der Weltraumforschung, signalisiert aber auch etwas anderes. Der Weltraum gewinnt wieder an strategischer Bedeutung und wird damit zum Ziel für Nationalstaaten und böswillige Akteure, die die Fähigkeiten ihrer Gegner stören, destabilisieren und ihnen den Zugang verwehren wollen. Das gilt umso mehr, als kritische Dienste wie Verbindungen mit geringer Latenz, mobiles Backhaul und die direkte Kommunikation mit Endgeräten zunehmend auf Satelliten-Infrastruktur aufbauen. Ein aktueller Bericht mehrerer nationaler Geheimdienste, darunter aus den USA, Australien und Kanada, warnt bereits vor zunehmenden Cyberangriffen auf Satellitensysteme in der erdnahen Umlaufbahn. In Verbindung mit Vorfällen wie dem Sicherheitsverstoß bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) zeigt sich, dass diese Infrastruktur fest im Fokus moderner Cyberkonflikte steht. Gleichzeitig beschleunigt künstliche Intelligenz (KI) sowohl die Unternehmen müssen über die bloße Identifizierung von Ressourcen hinausgehen und verstehen, wie diese Ressour- cen über IT-, OT-, Cloud- und weltraumgestützte Systeme hinweg zusammenhängen (Foto: Spacex Imagery, Pixabay)
11 www.net-im-web.de 09/2026 Geschwindigkeit als auch die Zugänglichkeit dieser Angriffe. Angreifer nutzen große Sprachmodelle, um Satellitenkommunikation zu analysieren, Telemetriedaten zu interpretieren und Schwachstellen in Satellitensystemen zu identifizieren. Dadurch sinkt das erforderliche Fachwissen drastisch, und die Zeit bis zur Ausnutzung der Schwachstellen verkürzt sich. Die Störung satellitengestützter Zeitsignale kann Finanztransaktionen und Telekommunikationsnetze innerhalb von Sekunden lahmlegen. Störungen der Satellitenkommunikation können die Transparenz in der Logistik beeinträchtigen oder die Koordination zwischen Systemen am Boden unterbrechen. Was als lokaler Vorfall beginnt, kann schnell mehrere Branchen und Hunderte von Organisationen treffen. Das eigentliche Risiko liegt im Ausmaß der Abhängigkeit von diesen Diensten. Die meisten Organisationen betrachten satellitengestützte Dienste eher als externe Leistung denn als Teil ihrer Umgebung. Das schafft einen erheblichen blinden Fleck, zumal 75 Prozent der Cyber-Bedrohungen mittlerweile auf nicht verwaltete oder in der Lieferkette befindliche Ressourcen abzielen, die außerhalb der Reichweite herkömmlicher Sicherheitstools liegen. Werden diese Dienste gestört, sind die Auswirkungen unmittelbar und Systeme fallen aus. Dennoch haben viele Organisationen keinen klaren Überblick darüber, wie diese Systeme miteinander verbunden sind oder wie sich eine Störung in einer Ebene auf eine andere auswirken könnte. Ohne dieses Verständnis lässt sich kaum erkennen, wo Risiken bestehen, ebenso wenig, wie sie sich entwickeln könnten oder wie man reagieren sollte, wenn sie eintreten. Bedrohungen verstehen Diese Herausforderung verlangt ein Umdenken, wie Organisationen Risiken über ihre gesamten Umgebungen hinweg verstehen und verwalten. Resilienz muss abbilden, wie die Infrastruktur funktioniert, nämlich als Kette voneinander abhängiger Technologien, die Satellitennetzwerke, Bodensysteme, Tiefseekabel, Kommunikationsverbindungen und Unternehmensplattformen umfasst. Unternehmen müssen über die bloße Identifizierung von Ressourcen hinausgehen und verstehen, wie diese Ressourcen über IT-, OT-, Cloud- und weltraumgestützte Systeme hinweg zusammenhängen. Dazu gehört, jede Verbindung abzubilden, Vertrauensgrenzen zu identifizieren und zu erkennen, wo externe Dienste potenzielle Einfallstore für Störungen bilden. Man stelle sich einen staatlichen Akteur vor, der bei wachsenden Spannungen zwischen zwei Nationen Lieferketten oder ein bestimmtes Logistikunternehmen treffen will. Statt das Unternehmen direkt anzugreifen, setzt er eine Stufe früher an und nutzt Schwachstellen in der Satellitenkommunikation oder bei den Bodenstationen aus, auf denen die Echtzeit-Ortung beruht. Er muss gar nicht ins Unternehmenssystem eindringen. Es reicht, die Dienste zu stören, auf die das Unternehmen angewiesen ist, und schon weitet sich der Schaden auf viele weitere Organisationen aus. Wer seine Sicherheitslücken erfassen will, braucht deshalb mehr als ein vages Bewusstsein dafür. Organisationen müssen nachvollziehen, wie Systeme, Ressourcen und Geräte über verschiedene Umgebungen hinweg zusammenhängen, gerade dort, wo weltraumgestützte Dienste und externe Infrastruktur in das Tagesgeschäft einfließen, und wo eine Schwachstelle auf einer Ebene Risiken auf eine andere überträgt. Anschließend rückt die Priorisierung in den Mittelpunkt, denn nicht jede Schwachstelle wiegt gleich schwer. Am kritischsten sind hier jene Lücken, die Verbindungswege zwischen Systemen schaffen, besonders dort, wo externe Infrastruktur ins Tagesgeschäft eingebunden ist. Wer diese Wege kennt, kann sich auf das Wesentliche konzentrieren, statt jedes Problem einzeln anzugehen. Das wird umso wichtiger, da Angreifer ihre Fähigkeiten mithilfe von KI laufend ausbauen. Resilienz bemisst sich dann nicht mehr daran, wie schnell eine Organisation auf einen Vorfall reagiert, sondern daran, wie genau sie ihre Sicherheitslücken kennt, bevor dieser überhaupt eintritt. Eine Grenze, die keine mehr ist Die Systeme, die alles von der Navigation bis zur Kommunikation tragen, enden nicht im Weltraum, und ebenso wenig die damit verbundenen Risiken. Da der Weltraum zunehmend in kritische Infrastrukturen und Unternehmensabläufe einfließt, müssen Organisationen ihn als Teil des eigenen Ökosystems begreifen. Die Aufgabe besteht darin zu erkennen, worauf sie sich längst stützen und wie verwundbar sie dadurch sind. Denn in dieser dreidimensionalen Angriffsfläche entscheidet sich Sicherheit daran, wie gut die Verbindungen zwischen den Systemen verstanden werden, nicht allein daran, was isoliert geschützt wird. Es geht hier weder um die letzte Grenze, wie Star Trek sie entworfen hat, noch um die Reisen des Raumschiffs Enterprise. Es ist schlicht die Realität moderner Cyberkonflikte. Wie widerstandsfähig eine Organisation ist, hängt davon ab, wie genau sie ihre Verwundbarkeit kennt, bevor sie auf die Probe gestellt wird. www.armis.com Cybersicherheit im Orbit Michael Freeman Da der Weltraum zunehmend in kritische Infrastrukturen und Unternehmensabläufe einfließt, müssen Organisationen ihn als Teil des eigenen Ökosystems begreifen
16 www.net-im-web.de 09/2026 KRITISCHE KOMMUNIKATION Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Bernhard Reimann Im Jahr 2026 feiert die PMRExpo ihr 25-jähriges Bestehen. Als Initiator, ideeller Träger und Lizenzgeber stellt der Bundesverband Professioneller Mobilfunk (PMeV) - Netzwerk sichere Kommunikation – seit einem Vierteljahrhundert die Weichen für diese internationale Branchenveranstaltung. Doch was ist das Erfolgsgeheimnis der Europäischen Leitmesse für Sichere Kommunikation, wie verändern sich die Kommunikationsanforderungen Kritischer Infrastrukturen, der Unternehmen und Behörden, welche Themen beschäftigen die Branche? Bernhard Klinger und Michael Rosenzweig blicken im Gespräch mit der NET auf diese Fragen und beleuchten die Perspektiven für die Zukunft. 25 Jahre PMRExpo Verbindungen, die Sicherheit schaffen NET: Welche Umbrüche haben die sichere Kommunikation in den letzten 25 Jahren am stärksten verändert? Bernhard Klinger: „Blickt man auf ein Vierteljahrhundert zurück, zeigt sich, dass die Kernanforderungen an einsatz- und geschäftskritische Kommunikationssysteme unverändert sind. Ob Großschadenslage, Naturkatastrophe, Sabotage oder hybride Bedrohungslagen – es geht nach wie vor um garantierte Verfügbarkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit. Verändert haben sich jedoch die technologischen Möglichkeiten und damit das Kommunikationsprofil der Anwender. Wo früher reine Sprachübermittlung ausreichte, fordern moderne Einsatzszenarien heute Echtzeitinformation wie hochauflösende Videos, Lagebilder und Sensordaten. Echte Treiber der Transformation waren daher weniger einzelne Features, sondern der Wandel der Technologiestandards: Zunächst die Einführung digitaler Systeme wie TETRA und DMR und nunmehr Mission Critical Services (MCX) über LTE/5G. Eines bleibt jedoch unumstößlich: Ganz gleich, ob Schmalband oder Breitband – die Maßstäbe an Verlässlichkeit und Sicherheit müssen dieselben sein und das in jeder Lage.“ NET: Von 5G und MCX über Satelliten bis hin zu Cloud und KI: Welche Hürden müssen Behörden und Unternehmen aktuell vorrangig meistern? Klinger: „Die Komplexität liegt heutzutage nicht mehr in der einzelnen Technologie, sondern in der nahtlosen Zusammenführung heterogener Systeme. Für Behörden, Unternehmen und KRITIS-Betreiber zeichnen sich dabei wesentliche Kernaufgaben ab. Die sichere und kritische Kommunikation sind das verlässliche Fundament der PMRExpo, doch Michael Rosenzweig (l.) und Bernhard Klinger (r.) sehen wichtige Zukunftsthemen in 5G, Critical-IoT und Cyber-Resilienz.
17 www.net-im-web.de 09/2026 25 Jahre PMRExpo Zum einen gilt es, sichere Hybridlösungen zu schaffen: Während Schmalband das verlässliche Fundament für die kritische Sprachkommunikation bildet, steigt der Bedarf an Breitbandanwendungen kontinuierlich. Die Kunst liegt darin, beide Welten so miteinander zu verknüpfen, dass jederzeit eine hochverfügbare und sichere Kommunikationsumgebung garantiert ist. Um das Vertrauen der Anwender nachhaltig zu sichern, erfordert die Migration zu Mission Critical Services (MCX) über 5G-Netze zudem ein schrittweises Vorgehen über langjährige hybride Modelle. Die Anbindung von CloudStrukturen, IoT und vernetzten Leitstellen vergrößert die Angriffsfläche für Cyberattacken, weshalb Cybersecurity als integrierte Kernkomponente auf allen Technologieebenen verankert sein muss. Satellitengestützte Kommunikation gewinnt als zusätzliche Resilienzebene weiter an Bedeutung, da sie zum Beispiel bei großflächigen Blackouts oder Naturkatastrophen eine unverzichtbare Ergänzung zu terrestrischen Netzen darstellt. Nicht zuletzt erfordert der Einsatz Künstlicher Intelligenz ein hohes Maß an Transparenz, damit der Mensch bei allen kritischen Entscheidungen stets die volle Kontrolle behält.“ NET: Welche Trends werden die kritische Kommunikation in den nächsten zehn Jahren dominieren? Klinger: „Das Schlüsselwort der Zukunft lautet Multitechnologiekonvergenz. Wir bewegen uns weg von der Nutzung dedizierter Technologien hin zu ganzheitlichen Ökosystemen. TETRA, DMR, 5G, Satellit, Cloud und KI werden flexibel miteinander verschmelzen. Es geht künftig nicht mehr primär um die Frage, welche Technologie wir nutzen, sondern wie wir eine jederzeit ausfallsichere, interoperable und geschützte Gesamtlösung für den Anwender bereitstellen.“ NET: Welche Faktoren haben die PMRExpo zu dem gemacht, was sie heute ist?“ Michael Rosenzweig: „Den Erfolg der PMRExpo verdanken wir im Kern drei strategischen Weichenstellungen, die in der Arbeit des Verbandes liegen und mit der Weiterentwicklung der PMRExpo Hand in Hand gehen. Zunächst haben wir das Profil der Messe konsequent geschärft und erweitert: Die sichere und kritische Kommunikation bildet stets das verlässliche Fundament, jedoch haben wir das Themenfeld kontinuierlich um Zukunftsaspekte wie 5G, Critical-IoT und Cyber-Resilienz ergänzt. Ebenso entscheidend ist unser kontinuierlicher Anwender- und Branchendialog, denn der direkte und fortlaufende Austausch mit Anwendern, Industrie, Behörden und KRITIS-Betreibern sichert die hohe Praxisnähe der Veranstaltung sowie unserer Verbandsarbeit. Schließlich war die konsequente europäische und internationale Ausrichtung der logische Schritt, da sichere Kommunikation nicht an Landesgrenzen endet und wir der europäischen Bedeutung des Marktes so vollumfänglich gerecht werden. Dies spiegelt sich auch in der Vision und Mission unseres Verbandes wider.“ NET: Warum greift die Bezeichnung als klassische Fachmesse bei der PMRExpo zu kurz? Rosenzweig: „Die PMRExpo ist primär eine aktive Gestaltungs- und Dialogplattform weit über die Produktpräsentationen hinaus. Hier treffen Anwender und Anbieter, Entscheider von Feuerwehr und Polizei, Vertreter von Forschungszentren, Hersteller sowie Persönlichkeiten aus Politik und Regulierungsbehörden direkt aufeinander. Diese einzigartige Synergie aus Praxis, Technologie, Wissenschaft und Politik erzeugt einen echten Mehrwert, der weit über ein klassisches Messeszenario hinausgeht. Die PMRExpo bietet vielfältige Plattformen für die verschiedenen Wünsche ihrer nationalen und internationalen Besucherinnen und Besucher.“ NET: Wie stellt sich die PMRExpo auf, um auch künftig Impulsgeber der Branche zu bleiben? Rosenzweig: „Indem sie Trends nicht nur abbildet, sondern frühzeitig einordnet. Wir haben dafür schlagkräftige Strukturen geschaffen: Durch den PMRExpo-Beirat – besetzt mit Experten aus den PMeVMitgliedsunternehmen – können wir agil Die PMRExpo wird auch 2026 als Denkfabrik und Innovationstreiber der Branche neue Impulse für technologische Innovationen und neue Anwendungsfelder setzen
24 09/2026 www.net-im-web.de SECURITY UND GLASFASER Schlüsselrolle für Metro-Glasfasernetze Cloud und KI treiben den Wandel der deutschen Netzinfrastruktur Michael Ritter ist Sales Director Strategic Alliances DACH & CEE, Colt Technology Services Michael Ritter Mehr Daten, höhere Geschwindigkeit, mehr Druck: Cloud und KI treiben den Bedarf an leistungsfähiger Konnektivität in Deutschland auf ein neues Level. Metro-Glasfasernetze werden dabei zum entscheidenden Faktor. Was passiert eigentlich, wenn Cloud, KI und Streaming gleichzeitig durch die Decke gehen? Wer sorgt dafür, dass Daten in Echtzeit ankommen, und warum rückt dabei ausgerechnet die Metro-Infrastruktur in den Fokus? Frankfurt als digitaler Knotenpunkt Ein Blick nach Frankfurt zeigt, wie dynamisch sich die Lage entwickelt: Als zentraler Interconnection-Hub Europas bündelt die Stadt enorme Datenströme. Die Mainmetropole gilt seit Langem als digitaler Knotenpunkt Europas. Das aktuelle Verkehrsaufkommen erreicht jedoch eine neue Dimension: DECIX Frankfurt, der weltweit größte Internetknoten, überschritt im Juli 2026 einen Spitzenwert von 29,8 Tbit/s – fast dreimal so viel wie noch fünf Jahre zuvor. Deutschlands Rolle in der digitalen Wirtschaft Europas beschränkt sich dabei längst nicht mehr auf Frankfurt. Angetrieben durch Cloud-Anwendungen und KI-Workloads, entstehen deutschlandweit neue Rechenzentrumscluster. Insbesondere Hyperscaler treiben diesen Ausbau voran, da sie große Cloud- und KI-Infrastrukturen in unmittelbarer Nähe zu Nutzern und Datenquellen benötigen. Damit verändert sich auch die Rolle der Netze: Weg von isolierten Verbindungen, hin zu hochintegrierten, skalierbaren Metro-Architekturen. Gerade globale Content Networks (GCN) verstärken diese Entwicklung zusätzlich, indem sie Inhalte und Services immer stärker in Metro-Regionen verteilen. Wenn Millisekunden entscheiden Die Anforderungen an Netzwerke haben sich grundlegend verändert. Anwendungen wie KI-Inferenz, autonomes Fahren oder Echtzeit-Analysen tolerieren keine Verzögerung. Latenz wird zum Wettbewerbsfaktor. Moderne Metro-Netze setzen deshalb auf möglichst direkte Glasfasertrassen zwischen Rechenzentren und Austauschpunkten. Das Ziel: Roundtrip-Zeiten von unter einer Millisekunde innerhalb von Städten. Ein Blick nach Frankfurt zeigt, wie dynamisch sich die Lage entwickelt. DE-CIX Frankfurt überschritt im Juli 2026 einen Spitzenwert von 29,8 Tbit/s – fast dreimal so viel wie noch fünf Jahre zuvor (Foto: Colt/GettyImages)
25 09/2026 www.net-im-web.de Eine geografisch diversifizierte Infrastruktur stellt sicher, dass Daten jederzeit alternative Wege nehmen können und stärkt so die Ausfallsicherheit. Für Carrier, Hyperscaler und GCNs bedeutet das konkret: weniger Netzwerk-Hops, stabilere Performance und die Möglichkeit, Services mit garantierter Qualität bereitzustellen. Colt Technology Services treibt diese Entwicklung aktiv voran und schafft die Grundlage für eine Infrastruktur, die Unternehmen nicht nur verbindet, sondern ihnen neue Spielräume für Innovationen eröffnet. Mit umfangreichen Glasfaser-Ausbauprojekten entstehen Netze, die nicht nur heutige Anforderungen erfüllen, sondern auch künftige Kapazitäten ermöglichen, etwa durch 400-Gbit/s-Wellenlängen mit klaren Upgrade-Pfaden. Deutschlands neue Rolle Deutschland entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Standort für datenintensive Anwendungen. Zwischen 2024 und 2027 sollen mehr als 500 Megawatt zusätzliche Rechenzentrumskapazität entstehen, ein Großteil davon speziell für KI. Das hat direkte Auswirkungen auf Unternehmen: Wer KI sinnvoll einsetzen will, braucht Zugang zu enormen Datenmengen und die passende Infrastruktur, um diese in Echtzeit zu verarbeiten. Genau hier setzen moderne Glasfasernetze an: Sie verbinden Rechenzentren, Cloud-Plattformen und Unternehmensstandorte so, dass neue Anwendungen überhaupt erst skalierbar werden. Das reicht von Digitalen Zwillingen über Betrugserkennung bis hin zum Training großer Sprachmodelle. Integration statt Insellösungen Ein klarer Trend zeichnet sich ab: Metro- Netze entwickeln sich von einzelnen Systemen zu einer integrierten nationalen Infrastruktur. Für Unternehmen bedeutet das weniger Komplexität, schnellere Bereitstellung von Services und eine konsistente Performance über verschiedene Regionen hinweg. Einmal angebunden, lassen sich Anwendungen und Workloads flexibel erweitern, ohne zusätzliche Latenz oder komplexe Umwege. Gerade für datenintensive Szenarien wie Edge-KI oder immersive Medien entstehen dadurch völlig neue Möglichkeiten. Gleichzeitig erlaubt die integrierte Architektur eine intelligente Verteilung von Datenströmen über mehrere Routen hinweg, was Engpässe reduziert und die Gesamtleistung stabilisiert. Zukunft beginnt im Metro-Netz Frankfurt steht exemplarisch für eine Entwicklung, die ganz Europa prägt: Die wachsende Bedeutung als Interconnection-Hub trifft auf ein dynamisch expandierendes Cloud- und KI-Ökosystem und verändert damit grundlegend die Architektur moderner Netze. Mit steigender Rechenzentrumsdichte und exponentiell wachsendem Datenverkehr werden leistungsfähige, integrierte Metro-Glasfasernetze zum Rückgrat der digitalen Wirtschaft. Sie entscheiden darüber, ob Anwendungen skaliert, Daten in Echtzeit verarbeitet werden können und Innovation überhaupt möglich wird. Wer heute in diese Infrastruktur investiert, reagiert nicht nur auf aktuellen Bedarf, sondern schafft die Grundlage für die nächste Generation datenintensiver Anwendungen und damit für die digitale Wettbewerbsfähigkeit Europas. www.colt.net Schlüsselrolle für Metro-Glasfasernetze Angetrieben durch Cloud-Anwendungen und KI-Workloads, entstehen deutschlandweit neue Rechenzentrumscluster. Insbesondere Hyperscaler treiben diesen Ausbau voran, da sie große Cloud- und KI-Infrastrukturen benötigen (Foto: Colt) Moderne Metro-Netze setzen auf möglichst direkte Glasfasertrassen zwischen Rechenzentren und Austauschpunkten. Das Ziel: Roundtrip-Zeiten von unter einer Millisekunde innerhalb von Städten zu erreichen (Foto: Colt)
www.net-im-web.de 31 09/2026 NETZE 5G-Mobilfunkausbau im industriellen Umfeld Funkmast M30 Flex Tower für schnelle Einsätze in Industrie 4.0 Andrea Ludwig ist Journalisitn in Dornstadt Andrea Ludwig Der Axians M30 Flex Tower ist ein modularer Funkmast in Leichtbauweise von Axians in Deutschland. Die Lösung eignet sich sowohl für temporäre Einsätze als auch für den dauerhaften stationären Betrieb in 5G-Campusnetzen. Insbesondere in komplexen Industrieumgebungen, die auf eine sichere, skalierbare, stabile und hochperformante Kommunikation innerhalb eines Produktionsstandortes angewiesen sind, zeigen sich die Stärken des Systems. Private 5G-Mobilfunknetze funktionieren unabhängig von öffentlichen Anbietern und verfügen auf dem weitläufigen Gelände von Fabriken, Chemieparks, Containerhäfen und Logistikzentren über große Vorteile: Sie gewährleisten eine zuverlässige und leistungsstarke Netzabdeckung und ermöglichen damit die Echtzeit-Kommunikation zwischen Menschen, Maschinen, Robotern und Systemen mit einer Übertragungsrate im Gigabitbereich und niedrigen Latenzzeiten im einstelligen Millisekundenbereich. Damit können Unternehmen das Potenzial von Industrie 4.0 gezielt ausschöpfen und Smart FactoryAnwendungen effektiv einsetzen. Genau für diese Anforderungen wurde der M30 Flex Tower entwickelt – als praxiserprobte Infrastrukturlösung, mit der 5G-Campusnetze auch in anspruchsvollen Industrieumgebungen zuverlässig betrieben werden können. Bislang war der M30 Flex Tower nur für eine temporäre Nutzung mit einer Standzeit von bis zu zwei Jahren vorgesehen und unter dem Namen Axians M30 bekannt. Der Mast steht auf einem Fundament aus Standardballastplatten und kommt ohne zusätzliches Betonfundament aus. Er ist recycelbar und kann ohne bleibende Eingriffe in die Umwelt vollständig rückgebaut und an anderen Orten wieder aufgestellt werden. Die Lösung zeichnet sich durch maximale Flexibilität aus und kann innerhalb eines Tages montiert und in Betrieb genommen werden. Funkmast im Industriepark Zeitz Ein aktuelles Beispiel für den Einsatz des Axians M30 Flex Tower ist der Aufbau und die Inbetriebnahme eines privaten 5G-Campusnetzes im Chemie- und Industriepark Zeitz im Rahmen eines Förderprojektes des Landes Sachsen-Anhalt. Im Auftrag der Telekom Deutschland Im Chemie- und Industriepark Zeitz wurde mit der Aufstellung von insgesamt nur drei Funkmasten ein 5G-Netz aufgebaut, das die Grundlage für innovative Industrieanwendungen schafft
32 www.net-im-web.de 09/2026 5G-Mobilfunkausbau im industriellen Umfeld GmbH realisierte Axians gemeinsam mit der Infra-Zeitz Servicegesellschaft mbH in Elsteraue (Sachsen-Anhalt) die Errichtung von drei Funkmasten inklusive Antennentechnologie sowie deren Anbindung an das Glasfasernetz. Die neue Infrastruktur schafft die Grundlage für ein leistungsfähiges 5GCampusnetz, das künftig die Vernetzung von Maschinen, Produktionsanlagen und Logistikprozessen ermöglicht. Darüber hinaus eröffnet es Perspektiven für innovative Anwendungen wie autonomes Fahren auf dem weitläufigen Industrieareal. Gleichzeitig erfüllt die Lösung die hohen Sicherheitsanforderungen des Industrie- und Chemieparks Zeitz, in dem rund 50 Unternehmen ansässig sind und zahlreiche chemische Produktionsanlagen betrieben werden. „Der Mehrwert des 5G-Netzes ist für die zukünftige Ausrichtung des Industrie- und Chemieparks Zeitz unabdingbar. Mit dem neu geschaffenen Campusnetz können die angesiedelten Unternehmen auch zukünftig mit neuester Technik produzieren. Axians hat uns bei der Konzepterstellung, der Planung und der Realisierung der Funkmasten sehr professionell unterstützt. Mit dieser Lösung können wir die Herausforderungen des Strukturwandels in der Industrie besser meistern“, erläutert Roland Strobel, Mitarbeiter in der Abteilung Standortentwicklung von der Infra-Zeitz Servicegesellschaft mbH. „Der M30 Flex Tower ist eine Lösung, die schnell einsatzbereit ist und vielseitige Anforderungen abdeckt. Gerade im Kontext von Industrie 4.0, in der Maschinen und Systeme in Echtzeit miteinander kommunizieren müssen, sind leistungsfähige, sichere und dedizierte Netze entscheidend. Eine zuverlässige Infrastruktur ist dafür die Grundlage. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Absicherung kritischer Infrastrukturen sowie zur sicheren Integration von IT- und OT-Systemen“, sagt Sascha Bendler, Leiter Telecom Infrastructure, Axians Deutschland. „Mit dem privaten 5G Campusnetz bieten wir unseren Kunden eine zuverlässige und ausfallsichere Kommunikation auf dem Betriebsgelände. Aufgrund der exklusiven Nutzung der Industrie-Frequenzen und unseres 5G-Know-hows profitiert der Chemiepark Zeitz von einem hoch performanten Netz mit extrem kurzen Reaktionszeiten und einem hohen Maß an Datensicherheit. Damit schaffen wir die technologische Grundlage für innovative Anwendungen und die digitale Transformation industrieller Prozesse“, ergänzt Torsten Chudobba, 5G Campus Solutions Expert, Telekom Deutschland GmbH. Ein weiterer Vorteil für InfraZeitz: Für das Fundament des Funkmasts war kein tiefer Erdaushub notwendig. Dieser wäre aufgrund der Bodenkontaminierung als Sondermüll zu entsorgen gewesen. Da der Axians M30 Flex Tower auf einem Fundament aus Ballastbetonplatten steht, minimiert er den Eingriff in den Untergrund und war deshalb die optimale Lösung für den Standort. Von der 5G-Campuslösung profitiert auch die Region: Die Funkmasten verbessern zugleich die öffentliche Netzabdeckung der Umgebung. Erweiterte Einsatzmöglichkeiten Funkmasten spielen auch abseits von industriellen Anwendungen eine unverzichtbare Rolle für den schnellen, effizienten und nachhaltigen Mobilfunkausbau in Deutschland und bleiben auch im Übergang zum künftigen 6G-Standard ein zentraler Bestandteil der Infrastruktur. Mit dem Axians M30 Flex Tower kann die Netzabdeckung sogenannter blinder Flecken in versorgungsschwachen Regionen oder bei Großveranstaltungen wie Konzerten oder Sportevents sichergestellt werden. Diese flexiblen Lösungen werden zudem eingesetzt, um Telekommunikationsnetze in Stoßzeiten zu entlasten und ihre Betriebsbereitschaft bei Wartungsarbeiten und Instandhaltungsmaßnahmen zu gewährleisten. Neben dem Axians M30 Flex Tower bietet Axians weitere Funkmastlösungen an, die individuell auf die jeweiligen Anforderungen und Einsatzszenarien der Kunden abgestimmt werden können. www.axians.de Der Funkmast Axians M30 Flex Tower besteht aus modularen Elementen in Leichtbauweise und kann als temporäres oder stationäres Bauwerk genutzt werden (Fotos: Axians)
48 www.net-im-web.de PRODUKTE Aaronia Rugged Tablet für Custom made Systemlösungen Mit seiner Rugged-Tablet-Serie bietet Aaronia eine flexible Plattform. Das Konzept richtet sich insbesondere an Anbieter kundenspezifischer Lösungen, die zusätzliche Hardware direkt in ein kompaktes, feldtaugliches Gesamtsystem integrieren möchten. Angetrieben wird das System durch den High-End-Notebook-Prozessor der Hawk Point Serie AMD Ryzen 7 8845HS. Ausgestattet mit 64 GB LPDDR5x RAM steht ausreichend viel Arbeitsspeicher für datenintensive Prozesse zur Verfügung. Die Rugged-Tablets verfügen über 10 USB-Schnittstellen, 2 Ethernet- und einen SFP+-Port. Intern nehmen zwei M.2 2280 M-Key Steckplätze NVME-SSDs mit jeweils bis zu 8 Terrabyte Kapazität auf. Die beiden M.2 2242 M-Key-Steckplätze eignen sich für NVME-SSDs mit jeweils bis zu 2 Terrabyte Kapazität. Herzstück ist ein integrierter, 100 × 189 × 25 mm großer Erweiterungsschacht für die geschützte Aufnahme zusätzlicher Sensorik. Die Tablets sind mit Windows 11 oder Linux als Betriebssystem verfügbar. https://b2b.aaronia.com/ Mobilfunkbasiertes Intercom-System von Clear-Com FreeSpeak Cell von Clear-Com im Vertrieb der Audio-Technica ist ein mobilfunkbasiertes drahtloses Intercom-System, das LTE- und 5G-Infrastruktur nutzt und speziell für groß angelegte Produktions- umgebungen entwickelt wurde. Das System nutzt die Leistungsfähigkeit moderner Mobilfunknetze, um Kommunikation über deutlich größere Distanzen mit weniger Komponenten vor Ort zu ermöglichen. Es unterstützt den Einsatz von 100 oder mehr Beltpacks und lässt sich auf mehrere hundert Anwender skalieren. Durch den Betrieb über LTE- und 5G-Netzwerke reicht die Abdeckung weit über einzelne Gebäude oder Areale hinaus. Das Dual-SIM-Design ermöglicht es Anwendenden, flexibel zwischen privaten Mobilfunknetzen, öffentlichen Carrier-Netzen oder einer Kombination aus beiden zu wählen. Das System ist darauf ausgelegt, mehrkanalige Vollduplex-Sprachkommunikation neben anderen Anwendungen, die im selben Netzwerk laufen – einschließlich Datenanwendungen und Videoübertragung –, zu unterstützen, abhängig von Netzwerkkonfiguration und Bandbreitenverfügbarkeit. www.audio-technica.com (Foto: Aaronia) D-Link erweitert sein Wi-Fi 7 Portfolio D-Link stellt mit der Nuclias DAP-E3620-Serie eine neue Reihe von Wi-Fi-7 Business Access Points vor. In Kombination mit den 2,5-Gbit/s-Multi-Gigabit-Ethernet-PoE-Switches der DMS-1250Serie und den Access Points der DAP-E3620-Serie entsteht eine durchgängige End-to-End-Netzwerklösung, die die Leistung von Wi-Fi 7 optimal ausschöpft. Die Access Point Serie umfasst den für die Deckenmontage vorgesehenen DAP-E3620, den DAPE3620W für die Wandmontage sowie einen Outdoor-Access-Point DAPE3620OU. Dank Dual-Band-Wi-Fi 7 mit Multi-Link-Operation (MLO), 4K-QAM für eine höhere Datenübertragung und Multi-RU für eine effizientere Nutzung der Funkressourcen bietet die DAPE3620-Serie hohe WLAN-Leistung bei geringer Latenz. Damit eignet sie sich ideal für Cloud-Anwendungen, Videokonferenzen, IoT und moderne Unternehmensumgebungen. IT-Teams können die gesamte Infrastruktur effizient von einer einzigen Plattform aus überwachen, konfigurieren und warten. Die Lösungen bieten somit eine flexible Grundlage für sichere, skalierbare und zukunftsfähige Netzwerke. www.dlink.com (Foto: D-Link) (Foto: Audio-Technica) Glasfaseranschlüsse einfacher patchen Mit easyPATCH erweitert Connect Com das bewährte ARCA S Spleißpatchgehäuse um eine optionale Patchmöglichkeit. Glasfaseranschlüsse können damit direkt von außen gepatcht werden, ohne das Gehäuse zu öffnen. Das reduziert den Aufwand bei Service- und Anschlussarbeiten, schützt gleichzeitig die empfindlichen Spleißverbindungen und ermöglicht – je nach Anwen- dung – auch eine einfache Aktivierung des Anschlusses durch den Endkunden. Die außenliegenden Kupplungen ermöglichen das Patchen direkt von außen, während das Spleißpatchgehäuse geschlossen bleibt. Dadurch können Glasfaseranschlüsse schneller akti- viert sowie Anschlussänderungen und Servicearbeiten einfacher durchgeführt werden. Dient auch als Glasfaserabschluss an der Schnittstelle von Netzebene 3 zu Netzebene 4. Je nach Anwendung kann der Anschluss ohne Vor-Ort-Einsatz eines Technikers aktiviert werden. Die optionale Patchmöglichkeit easyPATCH erweitert diese Lösung um zusätzlichen Mehrwert für Installation, Betrieb und Service. www.connectcom.de (Foto: ConnectCom) 09/2026
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