NET August 2026

13 www.net-im-web.de 08/2026 KRITISCHE KOMMUNIKATION Athul Prasad Früher bedeutete Ausfallsicherheit in der Telekommunikation, das Netzwerk am Laufen zu halten. Heute reicht das nicht mehr aus. Da künstliche Intelligenz (KI) eine immer wichtigere Rolle im Netzwerkmanagement spielt, müssen Betreiber die Resilienz stärken, um einen reibungslosen Service zu gewährleisten, selbst wenn die Infrastruktur verteilter und die Daten sensibler werden. Athul Prasad ist Global Director, AI Industry Solutions, Telco, Media & Entertainment bei Cloudera Wenn Netze klüger werden Warum Telekommunikations-Resilienz auf vertrauenswürdige KI setzt Ericsson prognostiziert, dass der weltweite mobile Datenverkehr bis 2030 auf 280 Exabyte pro Monat wächst und 5GAbonnements auf 6,3 Milliarden steigen werden. Das entspricht zwei Dritteln aller Mobilfunkverträge. Mehr Datenverkehr, mehr verteilte Infrastruktur, mehr KI-gestützte Entscheidungen: Resilienz ist längst kein reines Backend-Thema mehr, sondern eine Frage von Architektur, Governance und Betrieb. Drei Faktoren werden dabei künftig entscheidend sein: die souveräne Kontrolle über Daten, die intelligente Orchestrierung komplexer Netzwerke und die Fähigkeit, KI sicher und skalierbar einzusetzen. Souveräne Datenkontrolle Wer resiliente Netzwerke aufbauen will, muss wissen, wohin sensible Daten fließen, wer darauf zugreift und wie sie sich steuern lassen. Gleichzeitig stehen Unternehmen in der Telekommunikationsbranche unter wachsendem Druck, Netzwerkdaten für neue Dienste, Ökosystem-Partnerschaften und Modelle zur Monetarisierung zu öffnen – ein Spannungsfeld, das sich zunehmend zuspitzt. Diese Problematik verschärft sich in der aktuellen Situation: Je mehr Betreiber in KI-Dienste, Netzwerk-APIs und verteilte Formen der Dateninferenz expandieren, desto stärker wird Datensouveränität zur Architektur- und nicht mehr nur zur Compliance-Frage. Betreiber müssen nachvollziehen können, wie sich Daten bewegen, wo sie verarbeitet werden und wie sie über immer komplexere Umgebungen hinweg geteilt werden. In einem zunehmend unsicheren geopolitischen Umfeld gewinnt das an Gewicht: Ob Daten potenziell feindliche Umgebungen queren, ist heute ein konkreter Bestandteil der Resilienzplanung. Betreiber brauchen deshalb Mechanismen, die den Datenzugriff konsistent Resilienz ist längst kein reines Backend-Thema mehr, sondern eine Frage von Architektur, Governance und Betrieb. Betreiber brauchen Mechanismen, die den Datenzugriff konsistent steuern (Foto: Gerd Altmann, pixabay)

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