14 www.net-im-web.de 08/2026 Wenn Netze klüger werden steuern, ohne Innovationen zu bremsen. Dazu gehören die Nachverfolgung der Datenherkunft, klare Zugriffsrichtlinien sowie eine einheitlichere Dateninfrastruktur (Data Fabric), die eine sichere Bereitstellung von Daten erlaubt. Genau hier setzen Plattformen wie Cloudera an: Sie helfen Betreibern, den Datenzugriff über Funktionen wie Data Lineage und eine vereinheitlichte Data Fabric konsistenter zu steuern. Intelligente Orchestrierung gefragt Resilienz setzt auch voraus, dass Betreiber zunehmend komplexe, verteilte Netzwerkumgebungen koordinieren, ohne dabei die Nutzererfahrung zu beeinträchtigen. Technische Integration allein reicht dafür jedoch nicht aus – entscheidend ist, ob sich diese Komplexität abfedern lässt, ohne dass Nutzer davon etwas merken. Denn den Kunden ist es egal, über welches Netzwerk sie verbunden sind; sie erwarten lediglich, dass der Dienst funktioniert. Satelliten spielen dabei heute eine wesentliche Rolle: Sie bilden eine wichtige Ausweichebene, wenn Umweltbedingungen oder Backhaul-Störungen die Konnektivität gefährden. Ein zentraler Baustein künftiger Resilienz wird deshalb die engere Integration zwischen terrestrischen und nicht-terrestrischen Netzwerken sein. Dass hier akuter Handlungsbedarf besteht, zeigen aktuelle Daten: Laut Clouderas Data Readiness Index gaben drei von fünf Telekommunikationsunternehmen an, dass die Infrastrukturleistung operative Initiativen kontinuierlich behindert. Mit 60 Prozent ist das der höchste Wert aller befragten Branchen. Da neue Konstellationen von Satelliten Teil der Konnektivitätslandschaft werden, wird es künftig darauf ankommen, wie intelligent Betreiber diese zunehmend verteilte Umgebung orchestrieren. Genau hier trägt KI zur Resilienz bei: Sie hilft Betreibern, Mobilität, Signalstärke und Echtzeit-Switching zwischen verschiedenen Netzwerkumgebungen zu managen und so nahtlose Konnektivität sicherzustellen. Eine verteilte Dateninfra- struktur kann hier latenzarme, private KIAnwendungen näher am Netzwerkrand unterstützen. KI ist dabei keine weitere Komplexitätsebene, sondern wirkt als Koordinator, der Netzwerke befähigt, sich in Echtzeit anzupassen. KI im Betrieb Netzwerke werden nicht resilienter, wenn die KI-Systeme, die innerhalb dieser Entscheidungen treffen, schwer zu steuern, zu überwachen oder nicht vertrauenswürdig sind. Viele Betreiber befürchten, dass KIEinsatz im Netzwerk Dienste beeinträchtigt, deren Ausfall sie sich nicht leisten können. Die meisten Telekommunikationsanbieter befinden sich aktuell noch in einer frühen Phase ihrer KI-Reife – und genau diese Vorsicht prägt das Einführungstempo. McKinsey zeigt, wie groß die Lücke noch ist: Rund 50 Prozent der Führungskräfte in Telco-Unternehmen berichten heute von messbaren Auswirkungen durch KI und generative KI – letztes Jahr waren es nur 25 Prozent. Dennoch sehen 45 Prozent Daten weiterhin als größtes Hindernis beim Skalieren von KI-Agenten. Das Problem ist also nicht mangelnder Ehrgeiz, sondern die Frage, ob die Grundlagen tragfähig genug sind, um KI im produktiven Betrieb zu unterstützen. Besonders deutlich wird das bei agentenbasierter KI: Auf dem Mobile World Congress (MWC) 2026 zeigten beeindruckende Demos der AI-RAN Alliance, dass dieser Bereich Fahrt aufnimmt. Dennoch dreht sich die Diskussion weiterhin um Experimente, menschliche Aufsicht und ungelöste Fragen zu Richtlinien (Guardrails) und Datensouveränität. Die eigentliche Herausforderung liegt deshalb nicht darin, KI grundsätzlich einzuführen, sondern die operativen Grundlagen für einen verantwortungsvollen und skalierbaren Betrieb zu schaffen. Das bedeutet, geeignete Datenworkflows, Governance-Modelle, Überwachungsmethoden und klare Verantwortlichkeitsmechanismen zu etablieren, bevor KI im laufenden Netzbetrieb genutzt werden kann. Ob Netzbetreiber von KI-gestützten Abläufen und agentenbasierter Automatisierung wirklich profitieren, hängt letztlich davon ab, ob sie diese Systeme mit der richtigen Aufsicht, Erklärbarkeit, Beobachtbarkeit (Observability) und Verantwortlichkeit skalieren können. Mehr Intelligenz, mehr Governance Mehr Automatisierung, mehr verteilte Infrastruktur, mehr Datenverkehr über mehr Umgebungen hinweg machen Telekommunikationsnetze agiler und anpassungsfähiger – aber auch fragiler, wenn die Grundlage schwach ist. Betreiber, die die Herausforderung ernst nehmen, integrieren Resilienz von Anfang an: in die Art, wie sie Daten verwalten, wie sie Netzwerke steuern und wie sie KI einsetzen. Das Ziel sind Netze, die vertrauenswürdig, kontrollierbar und resilient bleiben, gerade dann, wenn künstliche Intelligenz immer tiefer ins System einzieht. https://de.cloudera.com/ Athul Prasad Unternehmen müssen Netzwerkdaten für neue Dienste, Ökosystem-Partnerschaften und Modelle zur Monetarisierung öffnen – ein Spannungsfeld, das sich zunehmend zuspitzt
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