NET 3/2026

47 www.net-im-web.de 03/2026 den Boden vor, aus dem der von Jan Winkler vorgestellte Kastanienbaum wachsen sollte. In den Monaten danach bildete dieser Baum schon die ersten neuen Zweige: Kollegen aus dem IT-Service spezialisierten sich auf ihre favorisierten Bereiche, etwa das Management von Zertifikaten. Und auch andere Teile der Behörde nahmen interessiert Anteil an dem, was in seinem Dezernat aufgebaut wurde. Wichtig war für Jan Winkler vor allem, sich nicht hinter der IT-Lösung zu verstecken, sondern als Mensch sichtbar zu bleiben – trotz eines zentralen Eingangskanals sind er und seine Kollegen auch heute noch direkt erreichbar. So hat sich KIX zum maßgeblichen Arbeitsinstrument des IT-Services entwickelt. Das Dezernat nutzt es heute unter anderem für die technische Dokumentation, das Vertragsmanagement, für Nutzeranleitungen sowie das Störungs- und Assetmanagement. Während das Team um Jan Winkler im ersten Jahr mit KIX bereits 1.750 Tickets und 1.500 Assets bearbeitet bzw. in die Datenbank aufgenommen hatte, ist die Zahl inzwischen auf 2.600 Tickets und 2.800 Assets gestiegen. Die Zeit drängt Beim LAF lief KIX seit der Einführung onprem auf hauseigenen Servern. Zwei seiner Kollegen waren für die Administration verantwortlich. Ende 2024 wollte sich einer von ihnen beruflich neu orientieren, der andere stand kurz vor der Rente. Für Jan Winkler ein gewaltiges Problem, sein Baum hatte quasi Feuer gefangen. KIX war in den Monaten zuvor zu einem sogenannten kritischen Fachverfahren des IT-Services erwachsen, und der Betrieb brauchte ein hohes Maß an Sicherheit, inklusive BSI-Grundschutz und Security-Konzept. Im ersten Schritt wandte sich Jan Winkler deshalb an den IT-Landesdienstleister Mecklenburg-Vorpommerns, das DVZ. Und der Austausch verlief positiv. Erfahrungen mit Container-Lösungen gab es hier schon in einem großen Maße, und auch die Sicherheitsvorgaben stellten kein Hindernis dar. Der einzige Haken: Das DVZ arbeitet zur Verwaltung von Container-Anwendungen mit Kubernetes, während KIX beim LAF mit dem System Docker betrieben wurde. Im November 2024 meldete sich Jan Winkler deshalb bei KIX Service Software. Bis Ende Januar 2025 musste das Projekt abgeschlossen sein, weil ja die beiden Kollegen später nicht mehr dran arbeiten könnten. Von Docker zu Kubernetes „Bei den meisten Kunden und Partnern läuft unsere ITSM-Software auf Docker, Kubernetes war bisher eher die Ausnahme. Wir sehen aber, dass unsere Kunden immer öfter Lösungen suchen, die sozusagen Enterprise-ready sind“, berichtet René Böhm, Mitgründer und Head of Research & Development von KIX Service Software. Und ergänzt: „Das ist aber nicht nur bei uns so. Docker gehört weltweit zu den verbreitetsten Tools in diesem Bereich, da die Anwendung recht simpel ist.“ Durch die Vorarbeit des IT-Landesdienstleisters gab es bereits Helm-Charts, also eine Datei-Sammlung für den Betrieb mit Kubernetes. Problematisch war jedoch, dass die Start- und Update-Routinen in den KIX-Images noch nicht mit Kubernetes kompatibel waren. Zudem mussten René Böhm und seine Kollegen die nötige Entwicklungs-, Test- und Deployment-Infrastruktur schaffen. „Und das kurz vor Weihnachten, mit allen Feier- und Urlaubstagen. Natürlich stellten wir uns der Aufgabe, aber trödeln konnten wir wirklich nicht“, so Böhm. Mission erfüllt, die Reise geht weiter „Ich bin wirklich dankbar dafür, wie flexibel und zielstrebig die Teams von KIX und vom DVZ auf unser herausforderndes Anliegen reagiert haben. Ich weiß, dass es auch für sie keine alltägliche Aufgabe war, und ich bin beeindruckt, wie sie sich trotz des engen Zeitplans reingefuchst haben“, resümiert Jan Winkler. René Böhm ergänzt: „Wir haben während des Projekts selbst viel gelernt. ITSM und Kubernetes schließen sich nicht aus, sondern harmonieren wunderbar. Wenn die Vorarbeit und die Anpassungen stimmen, kann die Kombination für Bereiche mit sehr hohen Sicherheitsanforderungen optimal sein.“ Abschließend sagt Jan Winkler: „Wenn ich das Große und Ganze beurteile, stelle ich fest, dass seit dem Start mit KIX vieles besser geworden ist. Wir bearbeiten dank der Tickets strukturierter, personenunabhängiger und besser dokumentiert. Unsere Prozesse werden zunehmend effektiver. Zu sehen, wie der ITSM-Baum wächst, ist einfach klasse. Und wenn er bei außergewöhnlichen Ereignissen mal brennt, haben wir mit den Teams von KIX und vom DVZ jederzeit die Feuerwehr an unserer Seite.“ ITSM und Kubernetes – das passt? Während das Team um Jan Winkler im ersten Jahr mit KIX bereits 1.750 Tickets und 1.500 Assets bearbeitete, ist die Zahl inzwischen auf 2.600 Tickets und 2.800 Assets gestiegen (Fotos: LAF)

RkJQdWJsaXNoZXIy MjE2Mzk=