NET August 2026

41 www.net-im-web.de 08/2026 Mehr als nur ein Kabel munikationsunternehmen, Rechenzentrumsbetreiber sowie Unternehmen aus Industrie, Luftfahrt und Verteidigung bestellen selten einfach ein Kabel. Vielmehr kommen diese mit Zeichnungen, Einbausituationen und Funktionsanforderungen auf die tde zu. Wenn beispielsweise ein Glasfaserkabel in einem Fahrzeug auf minimalem Raum um eine Ecke geführt werden muss. Die Glasfaser darf dabei weder knicken noch ihren zulässigen Biegeradius unterschreiten, muss über eine robuste Zugentlastung verfügen und gegen äußere Einflüsse geschützt sein. Für tde beginnt an dieser Stelle die eigentliche Entwicklungsarbeit. „Wir realisieren nahezu jeden Wunsch“, führt Meier aus. Nicht jede Idee lässt sich technisch umsetzen, doch in den meisten Fällen wird gemeinsam mit dem Kunden eine passende Lösung erarbeitet. Ziel ist nicht die Herstellung eines Einzelstücks, sondern eine Lösung, die sich zuverlässig einsetzen und bei Bedarf erneut produzieren lässt. „Wir wollen immer die Basis für eine Serienproduktion schaffen“, ergänzt Gregor Meier. Fortlaufende Qualitätskontrollen Die Qualität eines Kabels lässt sich von außen nur eingeschränkt beurteilen. Daher durchläuft ausnahmslos jedes Kabel eine umfangreiche Fehlerkontrolle. Eine Vorprüfung erkennt fehlerhafte oder nicht ausreichend leistungsfähige Produkte, bevor sie die Endkontrolle erreichen. Gregor Meier vergleicht diesen Check mit einem Fahrzeug auf dem Leistungsprüfstand. Ein Hersteller kann 500 PS versprechen. Zeigt die Messung nur 350 PS, stimmt das Produkt nicht mit der Spezifikation überein. Bei einem Glasfaserkabel prüfen die Mitarbeiter dessen optische Eigenschaften und die Übertragungsleistung. Soll ein Kabel in einer 400- oder 800-Gigabit-Umgebung arbeiten, muss es die dafür festgelegten Messwerte einhalten. Mit höheren Übertragungsraten steigen die Anforderungen in Bezug auf die Qualität, da die zur Verfügung stehenden Dämpfungsbudgets sehr niedrig sind. Jedes freigegebene Kabel erhält eine eindeutige Kennzeichnung. Über die aufgedruckte Seriennummer lässt sich jederzeit nachvollziehen, wann und in welcher Charge das betreffende Kabel gefertigt wurde. Diese Rückverfolgbarkeit erleichtert die Dokumentation, auch im Falle eines Fehlers. Aufgrund der hohen Qualitätsstandards geht die Reklamationsquote bei tde gegen Null. Sorgfalt ist unumgänglich Ebenso wie bei der Herstellung ist auch beim Umgang mit Glasfaserleitungen Sorgfalt angebracht. Schon ein Staubkorn auf der Stirnfläche führt zu Fehlern bei der Datenübertragung. Daher genügt es bei der Installation nicht, die Staubschutzkappe abzuziehen und den Stecker sofort einzustecken. Vielmehr muss der Techniker zunächst die Stirnfläche kontrollieren sowie bei Bedarf reinigen. Erst wenn diese sauber ist, wird die Verbindung hergestellt. „Bei Kupferleitungen nimmt man das Kabel, steckt es ein und fertig ist der Lack“, sagt Meier. „Bei Glasfaser ist das anders.“ In der Praxis unterschätzen Installateure diesen Unterschied noch immer. Wer überwiegend mit Kupfer arbeitet, behandelt optische Leitungen gelegentlich wie gewöhnliche Ethernet-Kabel. Manche berühren die Kontaktflächen, verlegen die Kabel in zu engen Radien oder prüfen die vorgesehene Strecke nicht auf Linkdämpfung. Ein Fehler muss dabei nicht sofort auftreten. Verschmutzungen oder mechanische Belastungen können die Verbindung auch erst später beeinträchtigen. tde weist Kunden und Installationspartner deshalb in den richtigen Umgang mit den Systemen ein. Hierzu gehören unter anderem Reinigung, Prüfung, Biegeradien und die richtige Zuordnung der Leitungen. Schnelle Eingreiftruppe Die tde-Kabel sind für Hochverfügbarkeitsanwendungen gemacht und funktionieren immer. Und tritt tatsächlich einmal eine Störung auf, dann ist Eile geboten. Egal, was passiert, tde unterstützt ihre Kunden vor Ort und hat hierfür eine spezielle Abteilung ins Leben gerufen, die intern auch als „schnelle Eingreiftruppe“ bezeichnet wird. Dieser Service ist entstanden, da viele Unternehmen in solchen Fällen nicht immer eigene Fachkräfte oder kurzfristig verfügbare Installateure einsetzen können. Auf Kundenseite entbrennt bei Störungen schnell eine Diskussion über Zuständigkeiten. Der Netzwerkausrüster vermutet die Verkabelung, der Installateur den Transceiver und der Gerätehersteller die Konfiguration. Die tde-Techniker kennen das passive System und bringen darüber hinaus die erforderlichen Messgeräte mit. Dadurch können sie die Fehlerquelle in der Regel schnell und gezielt eingrenzen. Die Fertigung in Deutschland ist nur ein Teil des tde-Konzepts. Entwicklung, Produktion, Prüfung, modulare Erweiterung und technischer Service greifen ineinander. tde liefert kein anonymes Produkt, das nach dem Versand aus seinem Verantwortungsbereich verschwindet. „Unsere Kunden bekommen das, was draufsteht“, führt Gregor Meier aus. „Ein Kabel bleibt zwar ein passives Bauteil. Seine Qualität aber ist entscheidend, ob das gesamte System in Rechenzentren oder kritischen Infrastrukturen zuverlässig arbeitet.“ www.tde.de Gregor Meier Kunden aus sicherheitskritischen Bereichen legen Wert auf europäische Herkunftsländer. Für sie zählen technische Daten, Preise sowie kontrollierbare Lieferketten und verlässliche Ansprechpartner

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