www.net-im-web.de 33 04/2026 Größe hilft beim Glasfaserausbau bringen ihr operatives Geschäft (inkl. Personal, Kunden und Aktivtechnik) gegen Anteile in die Beteiligungsgesellschaft ein. Diese übernimmt den Betrieb der Netze und vertreibt einheitliche Telekommunikations-Dienstleistungen für Endkunden und Serviceprovider. Die Produkte werden unter der einheitlichen Marke GIGA5 vermarktet. Die beteiligten Stadtwerke erhalten Pachtzahlungen und eine prozentuale Beteiligung an den Gewinnen der Gesellschaft. Das Modell der NordConnect ist institutionell ebenfalls daran ausgerichtet, die Skaleneffekte entlang der Wertschöpfungskette zu realisieren. Auch wenn die Beteiligungsgesellschaft aufgrund ihrer Größe sicherlich nicht dieselben Einspareffekte wie die TDG im Modell der „Fiber Plattform“ realisieren kann, dürfte eine deutlich (kosten-)effizientere Wertschöpfung als zuvor durch die einzelnen Partner erreicht werden. Die Effizienz könnte weiter gesteigert werden, wenn zusätzliche Unternehmen für eine Beteiligung gewonnen werden. Weitere Kooperationsbeispiele Neben dem Modell der NordConnect gibt es einige weitere Beispiele für Kooperationen zwischen Wettbewerbern, die explizit darauf abzielen, Größenvorteile in Teilen der Wertschöpfung zu nutzen. Zu diesen zählen zum Beispiel die Kooperation zwischen den Stadtwerken Hürth und der NetCologne beim Glasfaserausbau in Hürth, der Carrier Verbund sowie die BREKO Einkaufsgemeinschaft. Im Februar 2022 haben die Stadtwerke Hürth AöR und NetCologne eine Kooperation über den zukünftigen Glasfaserausbau in Hürth geschlossen. Das in Hürth bereits dicht vorhandene FTTC-Netz der NetCologne soll auf FTTB/H aufgerüstet werden. Dabei übernehmen die Stadtwerke Hürth den Bau des passiven Netzes und die Installation der Hausanschlüsse, NetCologne übernimmt den Aufbau und Betrieb des aktiven Netzes und bietet Tarife und Produkte für Privat- und Geschäftskunden an. Der Carrier Verbund wurde in 2002 gegründet und ist ein Zusammenschluss von fünf ostdeutschen Telekommunikationsunternehmen auf einer rein kooperativen Basis. Zu den Partnern gehören e.discom, envia TEL, SachsenGigaBit, Thüringer Netkom und WEMACOM. Die fünf Carrierpartner sind Tochterunternehmen von großen Stromverteilnetzbetreibern und TK-Vollsortimenter, die Geschäfts- und Privatkunden bedienen. Der Fokus liegt aktuell auf der Vergrößerung des vertrieblichen Footprints insbesondere für gewerbliche Kunden sowie auf der Realisierung von Skaleneffekten und Kosteneinsparungen in Teilen der aktiven Wertschöpfung und auch auf der Diensteebene. Die BREKO Einkaufsgemeinschaft hat das Ziel, dass die Mitglieder von verbesserten Einkaufskonditionen auf verschiedenen Ebenen der Wertschöpfung profitieren. Sie bezeichnet sich selbst als „Aggregator, Multiplikator und Moderator“. Sie möchte für ein „attraktives und umfangreiches Produktportfolio“ sorgen, um dazu beizutragen, die Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsunternehmen zu stärken. Resümee Wie unser Beitrag gezeigt hat, versuchen aktuell zahlreiche Marktteilnehmer über Kooperationen Größenvorteile und Effizienzsteigerungen zu erzielen. In vielen Fällen beobachten wir dabei Kooperationen zwischen der TDG und alternativen Anbietern, insbesondere aus dem Segment der Stadtwerke. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Insbesondere sind neben Kooperationen unter Beteiligung der TDG auch vermehrt Kooperationen zwischen alternativen Wettbewerbern zu erwarten. Offen ist, ob es infolge der schwierigen gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Lage in der kommenden Zeit vermehrt zu Insolvenzen oder Unternehmensrückzügen kommen wird, was eine stärkere Konsolidierung des Marktes zur Folge hätte. www.wik.org Die Daten über realisierte Glasfaseranschlüsse nach Unternehmenskategorien zeigen, dass die Kategorie Incumbent mit 6,7 Millionen die meisten FTTB/H-Anschlüsse am Markt anbieten kann (Grafiken: WIK)
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