15 www.net-im-web.de 6-7/2026 KRITISCHE KOMMUNIKATION Satelliten, Drohnen, Fahrzeuge und robotische Systeme Projekt RESITEK bündelt Zukunftstechnologien für den Katastrophenschutz Bernhard Reimann ist Chefredakteur der NET Bernhard Reimann Extremer Regen, Pegelstände steigen, Überschwemmungen – innerhalb von kürzester Zeit müssen Menschen gerettet und kritische Infrastrukturen gesichert werden. Wie kann das gelingen, wenn auch Energie-, Kommunikations- und Verkehrssysteme von der Katas- trophe betroffen sind? Wer koordiniert dann die Einsatzkräfte und stellt Lageinformationen bereit? 16 Institute aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben jetzt gezeigt, wie neue Technologien die Prozesse im Katastrophenschutz stärken und verbessern können. In Zusammenarbeit mit Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben hat das DLR im Landkreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) eine Technikübung in einem realistischen Szenario durchgeführt. Der Schwerpunkt liegt auf der Demonstration neuer Technologien, dem Zusammenspiel der Systeme und deren Nutzen für die Einsatzkräfte. „Unvollständige oder verzögerte Lageinformationen, fehlende Verbindungen sowie unzureichend vernetzte Akteure können die Effizienz von Einsatzmaßnahmen im Katastrophenfall erheblich beeinträchtigen. Schadensereignisse wie großflächige Hochwasserlagen, Stürme oder Stromausfälle zeigen die hohe Abhängigkeit der Gesellschaft von funktionierenden kritischen Infrastrukturen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR. „RESITEK zeigt, wie moderne Technologien den Katastrophenschutz stärken können. Entscheidend ist dabei nicht nur die Leistung einzelner Systeme, sondern ihr Zusammenspiel. Alle beteiligten Partner profitieren von dem während der Übung stattfindenden intensiven Wissensaustausch.“ Ein Szenario für Hochwasser Das ist das konkrete Szenario für die Übung im Rahmen des DLR-Projekts RESITEK (Resiliente Technologien für den Katastrophenschutz): Ein Hochwasser hat verheerende Ausmaße angenommen, und mehrere Kommunen fordern Hilfe an. Das Kommunikationsnetz ist ausgefallen. Straßen, Brücken und Gebäude sind zerstört. Menschen müssen evakuiert und versorgt werden. Nach der Alarmierung erfasst das DLR in diesem Szenario schnell und großflächig die Lage und unterstützt die Rettungsmaßnahmen. Mit Hilfe von Satellitendaten, Drohnenflügen und einer Erkundung durch robotische Systeme ergibt sich schließlich ein genaues Bild der Situation. Zusätzlich wird ein lokales Kommunikationssystem aufgebaut. Über dieses System tauschen Einsatzkräfte Informationen aus und erhalten auch Daten aus Ferngesteuerte und autonome Drohnen wie diese Drohne vom DLR-Institut für Flugsystemtechnik helfen bei der Suche nach vermissten Personen und der Erkundung der Lage aus der Luft
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