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Am 14./15. Oktober veranstaltete das Deutsche Institut für Breitbandkommunikation (dibkom) gemeinsam mit Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Europa Baden-Württemberg unter dem Titel „Connect BW 2026“ das 2. Zukunftsforum für Glasfaser und Mobilfunk.

Dieses war gekennzeichnet durch interessante Vorträge, Paneldiskussionen und Präsentationen zu den Themen Glasfaser und Mobilfunk. Die Schwerpunkte sind nachfolgend skizziert. Eine umfangreiche Fachausstellung ergänzte die Veranstaltung optimal. Als praxisorientierter Hinweis wurde zuerst aufgezeigt, dass für jede Kommunikationsanwendung leistungsfähige Infrastruktur mit ausgeprägter Resilienz erforderlich ist.

Der angestrebte Übergang in die Gigabit-Welt der Glasfaser ist durch folgende Kriterien gekennzeichnet:

  • Umsetzung des DNA [Digital Network Act]
  • Durch Open Access Vielfalt ermöglichen.
  • Technologieneutralität gewährleisten.
  • Abschaltung von DSL planen.
  • Beschleunigung von Genehmigungsprozessen.
  • Intensivierung der Kommunikation mit den Nutzern.

Die Werthaltigkeit von Glasfasernetzen weist folgende Merkmale auf:

  • Es gab 2025 bereits etwa 8 Millionen aktive Glasfaseranschlüsse.
  • Der Tiefbau (also NE 3) ist nicht mehr der Engpass.
  • Kommunale Netze wechseln verstärkt den Betreiber.
  • Durch Open Access verbessert sich die Auslastung der Netze und bewirkt damit die Steigerung der Einnahmen.
  • Symmetrische Internetzugänge bieten den Nutzern relevante Vorteile.

Es gibt zahlreiche Kooperationsmodelle für die Kupfer-Glas-Migration.

  • TK-Netzausbaubeschleunigungsgesetz (TK-NaBeG)
  • Gigabit Infrastructure Act (GIA)
  • Digital Network Act (DNA)

Durch Open Access ist mehr Wettbewerb auf gemeinsamer Infrastruktur realisierbar. Dabei gilt es folgende Herausforderungen zu berücksichtigen: Schnittstellen, unterschiedliche Systemparameter, verwendete Standards, sowie die Prozesse zwischen Netzbetreibern und Internet Service Betreibern (ISP).

Für Stadtwerke bedeuten Glasfasernetze digitale Daseinsvorsorge. Durch die Kombination von Strom, Gas, Wasser und Glasfaser Cross-Selling-Potenziale. Ein besonderer Vorteil ist bei Stadtwerken das bestehende Kundenvertrauen und der Infrastrukturzugang.

In der kommunalen Praxis wird die Nutzung vorhandener Infrastruktur durch Kooperationen angestrebt, um Überbau zu verhindern. Wenn Kommunen selber Glasfasernetze bauen und in öffentlicher Hand betreiben, dann lässt sich Open Access für alle TK-Unternehmen realisieren. Statt des Eigenbetrieb ist auch die Verpachtung der Netze möglich.

Es zeigt sich die Entwicklung von leitungsgeführten Netzen (Glasfaser) zu Infrastrukturplattformen, die eine Verkopplung mit 5G und 6G als funkgestützte Komponente aufweisen, aber auch die Satellitenkommunikation einbinden. Diese Kombination der verschiedenen Technologien muss allerdings dem Schutzziel der Resilienz Rechnung tragen. Es ist deshalb Vorsorge gegen Störungen und Ausfälle zu treffen, was auch die Stromversorgung umfassen muss.

Die Infrastrukturen für das digitale Deutschland erfordern hinsichtlich der Netze, Daten und Plattformen umfangreiche landesweite, regionale und lokale Kooperationen.

Es wurde von der Firma AND ein webbasiertes System vorgestellt, das die umfassende Software-Dokumentation der NE 4 ohne gesonderte Installation von Programmen ermöglicht.

Es wurde das krisenfeste funkbasierte System DMR TierIII vorgestellt, einen offenen ETSI-Standard für schmalbandigen Bündelfunk im 4m-Band mit 12,5 kHz Kanalraster und dynamischer Kanalvergabe. Für dieses sollte nur eigene Infrastruktur zum Einsatz kommen. Es gelten bezüglich der KRITIS-Anwendung folgende Aspekte:

  • Im Einsatzfall ist Sprachkommunikation wichtiger als Datenkommunikation.
  • Die Realisierung dieses Bündelfunks muss sorgfältig geplant werden.
  • Das System muss regelmäßig auf Funktionsfähigkeit geprüft werden.

Wegen der noch umfassenden Nutzung koaxialer Breitbandkabelnetze in Deutschland, gibt es gegenüber dem Ausland noch keine ausgeprägte Glasfaser-Infrastruktur. Hier könnten folgende Abklärungen hilfreich sein:

  • Wo ist der Ausbau von Glasfasernetzen wirtschaftlich?
  • Wo müsste der Ausbau von Glasfasernetzen gefördert werden?
  • Wo ist Infrastrukturwettbewerb gegeben bzw. möglich?
  • Wie ist mit Glasfasernetzen Flächendeckung realisierbar?

(Foto: Pixabay)